Personendaten

Deborah Hackel (Dwora; Dora Hakel)

Nachname: Hackel
abweichender Nachname: Hakel
geborene: Silber
Vorname: Deborah
abweichender Vorname: Dwora; Dora
Geburtsdatum: 21. Januar 1901
Geburtsort: Tarnobrzeg (Österreich-Ungarn, heute Polen)
Familienstand: verheiratet
Eltern: Hirsch Leib und Rechla Liebe, geb. Ehrlich, S.
Verwandtschaftsverhältnis: Ehefrau von Daniel H.,

Mutter von Liane und Sigbert
Adresse: Rüppurrer Str., 1934 nach Saarbrücken verzogen
Beruf: Schneiderin
Deportation:
Sterbedatum: 1. Oktober 1940
Sterbeort: Brandenburg (Deutschland)
Euthanasie

Biographie

Baruch Hackel; Josef Hackel und Ida geb. Erreich mit Peter und Hans; Paula Hackel geb. Sperber; Daniel Hackel und Debora geb. Silber

Baruch (Bernhard) Hackel, wurde am 15. Februar 1858 in Ulanów bei Nisko im galizischen Karpatenvorland (heute Polen) geboren,1 wo er auch aufwuchs. Seine Eltern hießen Yehezkel (Heinrich) und Perl (Libel).2 Üblich war sicherlich, dass ein Junge bereits mit 3 oder 4 Jahren eine religiöse Kinderschule, den Cheder besuchte. Über seinen weiteren Werdegang war nichts zu erfahren. Etwa MItte der 1880er Jahre heiratete er die am 15. April 1867 ebenfalls in Ulanów geborene Chana-Lea (Lina), gebürtige Degen.3

Der Name Hackel (manchmal auch „Hakel“ geschrieben) könnte eine Variante des Berufsnamens Hacker, d.h. „Fleischhacker“ sein, ähnlich den Familiennamen Schechter, Fleischer, Metzger oder Katzav. Der Name Degen bezieht sich vermutlich auf das hebr. Wort für Getreide, „dagan“, entsprechend dem Familiennamen Korn.

In den späten 1880er Jahren verließ die junge Familie offenbar Ulanow;4 nun reiste Baruch Hackel „als Hausierer durch Österreich und Deutschland“,5 blieb bis um die Jahrhundertwende in Frankfurt am Main, um schließlich in Karlsruhe Fuß zu fassen. Hier handelte er mit Altmetallen. Die Familie zog in den ersten Jahren innerhalb der Stadt von einer einfachen Unterkunft in die nächste, was auf sehr bescheidene Einkommensverhältnisse schließen lässt.

Neun Kinder sind bekannt, ihre Reihenfolge teilweise unsicher:
Berta Beile (1887-1967); Pepi (?- ?); Frieda (? - ?); Isidor (Aron Isak) (? - nach 1960);
Heinrich (ca. 1894 - ?); Josef (Jakob) (1899-1942); Oskar (Osias) (1900-1969); Daniel (1902-1942); Samuel (1904 - nach 1960).

Der Vater, Josef und Daniel samt den meisten ihrer Angehörigen sowie Oskars Ehefrau Paula wurden Opfer der Shoa. Auf ihre Geschichte wird weiter unten eingegangen. Zunächst seien hier die spärlichen Angaben zu den übrigen Geschwistern versammelt:

Berta Beile, wohl die Älteste, wurde am 10. Dezember 1887 in Ulanów geboren, kam um die Jahrhundertwende mit den Eltern nach Karlsruhe und heiratete hier Mendel Moritz Landwehr. Sie wohnten um 1931/32 in der Karlsruher Marienstraße 45 und betrieben ein Wäschegeschäft. 1935 übersiedelten sie mit den Kindern Bernhard, Simon, Seppi und Recha in das britische Mandatsgebiet Palästina.6 „Hier in Jerusalem haben wir bis Ende 1953 einen kleinen Mittagstisch unterhalten, von dem wir uns kärglich ernährten.“ 1963 wohnten sie in Naharya. Als ihr Mann im Februar 1964 starb, zog die Witwe zu ihrem Sohn Shimon in den Kibbuz Dorot, wo sie 1967 starb.

Pepi, verheiratete Gressler (vielleicht Schwiegertochter des Karlsruhers Chaim Grösler), emigrierte nach 1933 nach Palästina, wo zwei Kinder geboren wurden, Cilla und Itzhak. Pepi ist in Tel Aviv bei einer Explosion tödlich verunglückt.

Frieda, verheiratete Gurgel; lebte zeitweilig in Duisburg.7 Sie ist in Straßburg verstorben.

Isidor (Aron Isak), genannt Isi, lebte in Karlsruhe und emigrierte in den 1930er Jahren nach Palästina. Er lebte 1961 in Tel Aviv und schrieb sich nach der Mutter mit Nachnamen Degen. In den 1960er Jahren stand er noch mit seiner Schwester Berta Beile in Kontakt.

Heinrich wurde um 1894 geboren. 1913 verzeichnete ihn der Hafen Ellis Island als Einwanderer auf der MS Bremen nach Brooklyn, New York: „19 yrs old, profession: clerk, father: Baruch Hackel, Karlsruhe Marienstraße 28“.

Oskar (Osias) wurde am 19. Januar 1900 in Frankfurt geboren. Er war verheiratet in 1. Ehe mit der fast gleichaltrigen Paula Perl geborene Sperber, über die weiter unten Näheres berichtet wird. Der Ehe entstammte ein Sohn, Hermann David, geboren am 29. November 1922 in Knittlingen, der um 1938 in einem Kindertransport nach England gelangte. Oskar war in 2. Ehe mit Jenny Sofie geb. Lapotka, geschiedene Bergmann verheiratet und ist 1969 in New York verstorben.

Samuel, der Jüngste, wurde am 19. Februar 1904 in Karlsruhe geboren, wo er auch zur Schule ging. 1943 schrieb er seiner Schwester Berta aus Italien auf seinem Weg nach Palästina.8 1957/1961 wohnte er im israelischen Holon und nannte sich nach der Mutter Shmu'el Degen.

Baruch Hackel
Baruch Hackel mit Familie ist in Karlsruhe erstmals in den Adressbüchern 1902-04 verzeichnet, und zwar als Kaufmann in der Fasanenstraße 37 parterre neben der Spezereihandlung Rosalie Weiss. In den Adressbüchern 1905-06 lautet die Adresse Zähringerstraße 54.2, im Haus der „Wirtschaft zum Schiff“. Die Adressbücher 1907-10 nennen als Wohnung Kronenstraße 44.3, im Haus der „Wirtschaft zum Kronenfels“. Weitere Mieter im Haus waren: Isak Diamand, Händler, und auf dem selbem Stockwerk nebenan Jakob Brief (Halpern), Reisender, zu dessen Familie es einen eigenen Beitrag im Gedenkbuch gibt.

In den Adressbüchern 1911-16 findet sich Familie Hackel in der Marienstraße 28.3. Im Jahr 1916, als die Kriegslage kritisch wurde, verließ die Familie (wie viele KarlsruherInnen) die Stadt. Bis November 1919 blieben sie in Zürich.9 Baruch Hackel musste keinen österreichisch-ungarischen Militärdienst leisten, da er „untauglich“ gemustert worden war. 1920 zurück in Karlsruhe, stellte Baruch für sich, seine Frau und die minderjährigen Söhne Osias, Daniel und Samuel einen Einbürgerungsantrag.10 Der Antragsteller war nicht von der Fürsorge abhängig, so heißt es dort; auf 10-12.000 RM belief sich das Geschäftsvermögen. Seit Jahrzehnten sei er bereits im Altmetallhandel tätig,11 hauptsächlich in Zusammenarbeit mit der Firma Nachmann. Samuel Nachmann und seine Söhne hatten ein Geschäft in der Sedanstraße 15 in Mühlburg, „Rohprodukte, Lumpen-Sortieranstalt, Eisen, Metalle“ bzw. „Alteisen und Altmetalle, en gros, en detail“.

Nachbarn sprachen sich zurückhaltend, aber nicht negativ über Baruch Hackel aus. Die Behörden hatten allerdings Bedenken gegen die Einbürgerung, da sein Sohn Isi 1919 wegen damals unerlaubter Geschäfte mit Gold- und Silbermünzen über Nennwert straffällig geworden war. 1914 war die Goldmark als Zahlungsmittel vom Papiergeld abgelöst worden, dem viele aber nicht trauten und sich den staatlichen Versuchen, das Metallgeld per Umtausch einzuziehen, durch Horten widersetzten.

Der Beamte, der den Antrag prüfte, befand: Hackel sei als „galizischer Jude […] dem deutschen Wesen und Denken fern“ und würde dies auch aufgrund seiner „Rasse“ bleiben. „Die Einbürgerung soll sehr wahrscheinlich den Zweck haben, die Familie nicht ausweisen zu können“. Das Isi Hackel ersatzlos abgenommene Münzgeld wurde bei einer Durchsuchung zwar in der Wohnung der Eltern gefunden, diese auch der Beteiligung verdächtigt, aber nicht schuldig gesprochen und nicht bestraft. Daraus machte der Polizist in der Akte: „...die ganze Familie steht im Verdacht, sehr dunkle Geschäfte zu machen“.12
So wurde der Antrag 15 Jahre vor den „Nürnberger Gesetzen“ aus rassistischen Gründen abgelehnt, diese Begründung aber nicht mitgeteilt.

Ab etwa 1920 bis 1931/32 wohnten die Hackels in einem Hofgebäude Rüppurrerstraße 20, erst Haus 3, dann Haus 2, in einer Nachbarschaft mit vielen Juden, so die aus Osteuropa stammenden Familien Simon Fisch, Max Gewürz, Isaak Herzig, Sender Mahler, Chaim Heinrich Schlüssel und Mayer Weiss.

Baruchs Frau Chana-Leah (umgangssprachlich auch: Chane-Laye) starb am 25. November 1923, bereits im Alter von nur 56 Jahren, im Städtischen Krankenhaus Karlsruhe. Die Todesursache ist nicht überliefert. Ihr Grab ist auf dem Neuen Friedhof der Israelitischen Religionsgesellschaft (Haid-und-Neu-Straße), der Stein völlig verwittert. Eine 1936 eingefügte Marginalie im Geburtsregistereintrag zu ihrem Sohn Samuel besagt, dass „Hana Leah Degen“ die unverheiratete Mutter von Baruch Hackels Kindern sei. D.h., die von einem Rabbiner geschlossene Ehe war beim hiesigen Standesamt nicht anerkannt worden.

Im Adressbuch 1932/33 finden wir den Witwer zusammen mit der Familie seines Sohns Daniel in der Schützenstraße 110, Ecke Morgenstraße in der Südstadt. In den Folgejahren bis 1937 ist er nicht mehr verzeichnet, der betagte Mann wohnte offenbar zur Untermiete bzw. bei seinen Kindern. Irgendwann in den 1930ern hat er sich zur Ruhe gesetzt. Das Jüdische Gemeindeblatt meldete Anfang Februar 1938 in der Rubrik „Familiennachrichten“: „Geburtstage: 15. Februar: Barner Jackel, Adlerstraße 36, 80 Jahre.“13 Auch wenn die Nachricht – wohl nach dem Gehör – nicht ganz richtig wiedergegeben ist, wurde der Senior hier doch von der (liberalen) Israelitischen Religionsgemeinschaft gewürdigt und muss ihr angehört haben, auch wenn seine Frau auf dem Friedhof der orthodoxen Austrittsgemeinde beerdigt worden war. Wie gesetzestreu in jüdischen Belangen das Ehepaar Hackel war, ist daher schwer einzuschätzen.

Laut Adressbuch 1938-39 wohnte Baruch Hackel nun in der Adlerstraße 35.1, also parterre, laut seiner Tochter Berta Landwehr „bei Familie Schuss“. Eigentümer des Hauses waren Josef und Jakob Altmann. Im April 1939 hatte die Zuweisung jüdischer Mieter/innen ausschließlich in Häuser ebensolcher Eigentümer begonnen, ein Schritt zur allmählichen Ghettoisierung. Mit im Haus, das nun als „Judenhaus“ galt, lebten Kalman (Karl) Schuss, Kaufmann; Regina (Rifka) Schuss, Inhaberin eines Bettfederngeschäfts (parterre); Jakob Altmann, Weinhändler (2. Stock); Minna Altmann, Witwe und Samuel Horowitz, Kaufmann (3. Stock).

Seit der Polenabschiebung im Oktober 1938, von der er als über 60-jähriger ausgenommen war, wurde der alte Mann von der Gestapo dort überwacht:14 „Hackel, Baruch, gemeldet Adlerstraße 35, staatenlos, abgereist“, so notierte der Beamte im September 1939. Am 12. September fügte jemand in der Akte hinzu: „Aufgrund telef. Ersuchens des Pol.Präsidium Abt. D habe ich festgestellt: Hackel, Baruch, Adlerstraße 35 ist nach Frankfurt abgereist“. In denselben Unterlagen steht auch über die Schwiegereltern seines Sohns Josef: „Erreich, Moses, Markgrafenstraße 45, ist nach Frankfurt abgereist. Von den Genannten sind keine Angehörigen mehr hier“.15 „Erreich, Ester, geb. Krill, Markgrafenstraße 45, wurde am 15. Sept. 1939 nicht mehr zu Hause angetroffen.“16 In einer Aktennotiz vom 11. September 1939 zu Rifka Schuss, Adlerstraße 35 heißt es: „ist die Obengenannte am Freitag, den 8. September, vormittags gegen 9 Uhr, mit noch anderen im Haus wohnenden Juden abgereist und hat […] als Reiseziel Frankfurt angegeben.“17

Den weiteren Weg von Baruch Hackel, Ehepaar Erreich und Ehepaar Schuss nach Leipzig beleuchtet ein Eintrag zu einer Frau Weismann aus der Herrenstraße:18 Sie „erklärte den Hausbewohnern, dass sie nach Frankfurt a.M. fährt und von dort aus sich einem Transport nach Halle anschließen will.“ Bei Kriegsbeginn nahmen nämlich die jüdischen Gemeinden in Halle und Leipzig Gemeindemitglieder aus Karlsruhe auf, die wegen der drohenden Frontnähe der Stadt und wohl auch wegen des Aufenthaltsverbots gegen aus Polen stammende Juden ohne deutschen Pass hier nicht bleiben konnten.

Ein 1957 verfasstes Gedenkblatt seines Sohnes Samuel bestätigt, dass Baruch Hackel im September 1939 nach Leipzig kam. Dort wurde eine Gruppe aus Karlsruhe von der Israelitischen Religionsgemeinde betreut, alle kamen zunächst in einer Halle der Höheren Israelitischen Schule Gustav-Adolf-Straße 7 unter und bekamen später Unterkünfte in „Judenhäusern“ zugewiesen.19 Baruch Hackel war ab dem 3. Juni 194120 in der Färberstraße 1121 untergebracht, dem Israelitischen Pflege- und Altersheim.

Mit in Leipzig war auch die von Baruchs Sohn Daniel getrennt lebende Schwiegertochter Paula geb. Sperber. Sie schrieb von dort am 1. Oktober 1939 an ihren Sohn im englischen Grimsby:23 „...wir mussten von zu Hause alle weg. Opa [d.i. Baruch Hackel] und ich und noch andere Bekannte sind hier in einer Turnhalle notdürftig untergebracht. […] Es ist kalt und ich habe gar keine warmen Kleider hier, denn ich habe alles weggeschickt […]“ Aus Leipzig erhielt Samuel zunächst noch Nachrichten vom Vater. Als diese ausblieben, fragte er Anfang 1943 aus Italien beim Altersheim an. Er erhielt die Antwort: „Der liebe alte Mann ist abtransportiert worden, Ziel unbekannt“.25

Der über 80-jährige wurde am 20. September 1942 von Leipzig mit Transport XVI/I mit insgesamt 877 Personen per „Sonderzug Da 517“ nach Theresienstadt (Terezin) im „Protektorat Böhmen und Mähren“ deportiert. Im selben Transport waren viele Alte und Kranke aus dem Raum Weimar/Halle/Leipzig. Baruch bekam die Transportnummer „XVI-1/137“, die regulär auch im Ghetto zur Identifikation galt. Er war zuletzt in der Jägerkaserne A II, einem Quartier speziell für alte Leute, „Zimmer“ 44 untergebracht, wo er am 19. Januar 1943 um 15:30 angeblich an „Altersschwäche“ starb. Ein jüdischer Arzt diagnostizierte in der erhaltenen „Todesfallanzeige“ allerdings als Ursache „Darmkatarrh“, was auf die verheerende Ernährungs- und Hygienesituation in Theresienstadt verweist.26

In Samuels erwähntem Gedenkblatt stand noch als Todesort des Vaters „Niewiadomo“, d.h. polnisch „nie wiadomo“, unbekannt. Ein Grab hätten die Angehörigen auch nicht finden können, denn die Toten waren – in krasser Missachtung der Gesetze des Judentums – eingeäschert und die Asche in die Eger geworfen worden.

Paula Sperber-Hackel und Familie
Oskar (Osias) Hackel kam im Alter von einem Jahr aus Frankfurt nach Karlsruhe und besuchte bis zum 14. Lebensjahr (1906-14) hier die Volksschule, dann zwei Jahre die Handelsschule. Dem schloss sich eine Kaufmannslehre bei der Firma Ettlinger & Wormser an. Im Mai 1916 meldete er sich angeblich als österreichischer Kriegsfreiwilliger und kam – nach eigener Aussage – in der Nähe von Jaroslaw beim K.u.K. Schützenregiment 34 zum Einsatz.27

Mit der Karlsruherin Paula (Perl) Hencia Sperber, geboren am 24. September 1900 in Liski, „ohne Beruf“,28 hatte er ein Kind, das am 29. November 1922 im württembergischen Knittlingen zur Welt kam, Hermann David.29 Die Mutter der Frau, Rosa Sperber, wohnte am Werderplatz in der Südstadt. Liski ist ein Dorf in der Nähe von Kolomea in der Region Stanislawow, damals Provinz Galizien, Österreich-Ungarn, in der heutigen Ukraine. Am 8. Juni 1923 heirateten die beiden in Ludwigshafen. Dem Adressbuch 1925-26 zufolge wohnten die Hackels in der Karlsruher Karlstraße 70.4 (Ecke Augustastraße), wo sie ein Seifengeschäft betrieben. Im selben Haus wohnte auch Jakob Mayländer, Milchhändler.

Osias ersuchte im August 1928 als Staatenloser für sich und seine Familie um Aufnahme in die badische Staatsbürgerschaft.30 1929 wurde er mit Frau und Kind eingebürgert. Wohn- und Geschäftsadresse war die Südendstraße 19.5. Die im Stadtarchiv Karlsruhe erhaltenen Pässe zeigen, dass das Ehepaar nun öfters nach Frankreich reiste. 1930-33 war Oskar im Wäscheversand auf Abzahlung als „Reisender“, d.h. Vertreter tätig, und zwar u.a. für die Firmen S. Horowitz Wäscheversand, Werderstraße, Naftali Rubin Wäscheversand Winterstraße oder Max Buch Herrenstoffe Waldstraße. Der Umsatz, so erfahren wir, betrug etwa 1.000-1.200 RM pro Woche; die Provision 25%, nach Abzug der Spesen blieben so ca. 125-150 RM pro Woche zum Leben. Laut Adressbuch 1930/31-1931/32 wohnte Familie Hackel in Beiertheim, Marie-Alexandra-Straße 3.3, dann in der Douglasstraße 22.3. Im selben Haus wohnten auch Abraham (Albert) Bergmann und dessen Frau Jenny Sofie, Oskars spätere, zweite Ehefrau; außerdem Familie Korenstein. 1930-38 war Oskar zusätzlich Vertreter der Uhrenfabrik Konrad Müller in Schwenningen, die ihm nach dem Krieg (1954) auf Anfrage ein tadelloses Zeugnis ausgestellt hat. Bereits 1935 hatte das badische Innenministerium die Einbürgerung der Familie widerrufen, Eltern und Sohn waren seither staatenlos.

Hermann David besuchte bis Ostern 1936 die Gartenschule, dann die neu eingerichtete Jüdische Schule in der Markgrafenstraße 28, die er 1937 wieder verließ. Nun meldete ihn sein Vater für eine kaufmännische Lehre bei Firma Bernhard Heumann in der Herrenstraße an. Mai bis November 1938 ging Hermann mit Blick auf die Auswanderung auf die Berufsfachschule der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main und wurde dort in einer Anlernwerkstätte für Schlosser ausgebildet. Der 14. Dezember 1938 war der Abreisetag nach England, in einem sogenannten Kindertransport. Es folgten einige Monate Internierung auf der Isle of Man und Arbeit in der Kriegsindustrie, später weitere Ausbildungszeiten, u.a. im Pelzhandwerk. Die erhoffte höhere Schulbildung und ein Studium kamen nicht zustande; Hermann Hackel wurde schließlich kaufmännischer Angestellter.

Von 10. November bis 7. Dezember 1938 wurde sein Vater Oskar, wie Hunderte jüdischer Männer aus Karlsruhe, im KZ Dachau interniert (Kategorie: „Schutzhaft“/„Jude“). Arthur Trautmann erinnerte sich nach dem Krieg, dass er mit Oskar in der selben Baracke gewesen sei. „Wir mussten auf einer Holzpritsche mit wenig Stroh liegen; Hackel hatte noch das Pech, dass er neben einem lungenkranken Menschen namens Falk aus Durlach schlafen musste. Der Genannte hatte [...] einen Blutsturz. Ich erinnere mich noch an den letzten Anfall, bei welchem sich das aus Mund und Nase kommende Blut über Hackel ergoss. Falk wurde sofort von Hackel und mir in das ärztliche Lagerrevier getragen, wo er unmittelbar darnach verblutet und gestorben ist.“31

Die Ehe seiner Eltern wurde nach Angaben der Karlsruher Jüdischen Gemeinde geschieden, nach Hermanns Meinung nicht vor 1938/39.32 1939 bei Kriegsausbruch (letzte Meldeadresse war Markgrafenstraße 45, bei Viefeld) floh Oskar ohne Ausweis nach Frankreich, wo er in Colombes bei Paris landete und sich weiter auf den Weg nach Süden machte, über Angoulême und Périgueux nach Marseille, wobei er mehrfach festgehalten wurde. Am 5. Mai 1941 erhielt er ein Visum nach den USA, mangels direkter Schiffsverbindung reiste er über Casablanca (Marokko) nach dem karibischen Martinique und schließlich nach Trinidad, wo das Schiff von der britischen Marine gestoppt und die Passagiere zwei Monate festgehalten wurden. Schließlich erreichte er Amerika.

Paula (Perl) geb. Sperber, geschiedene Hackel, stand nach der Polenabschiebung vom Oktober 1938 im September 1939 in der Akademiestraße 75 unter Gestapoüberwachung.33 „Abreise unbestimmt“, notierte ein Beamter, und am 13. September 1939: „unbekannt verzogen“.34 Am 15. September 1939 legte wiederum ein Beamter eine Liste an mit dem Titel „Polnische Jüdinnen, die hier noch gemeldet, aber nicht mehr anzutreffen sind“,35 darunter: „Perl Hackel (Sperber) geb, 24.9.1900 Liski; Akademiestraße 75.“

Paula schrieb am 1. Oktober 1939 aus Leipzig an ihren Sohn in Grimsby:36
„...wir mussten von zu Hause alle weg. Opa und ich und noch andere Bekannte sind hier in einer Turnhalle notdürftig untergebracht. […] Es ist kalt und ich habe gar keine warmen Kleider hier, denn ich habe alles weggeschickt […] Mein herzlieber Junge, wie erging es Dir in der Zwischenzeit, warst Du gesund? Dass das Affidavit da ist, ist gut, aber zu spät […] Wenn Du diesen Brief erhältst, gib mir sofort Antwort und verständige Papa. Hast Du von ihm Schreiben, was macht er? Er hat ja auch keine warmen Kleider.“ Auf der Rückseite schreibt Siegfried Schuss: „Lieber Hermann. Gib mir auf diese Adresse sofort Antwort: Siegfried Schuss, Kibbutz Bachad, Saumte, Dänemark. […] Herzl. Grüße“. Bachad steht für „Brit Chalutzim Dati'im“, eine religiöse Jugendgruppe innerhalb der Kibbutzbewegung. Hermann Hackel (London) berichtete nach dem Krieg, dass seine Mutter von Leipzig aus im Juli 1940 nach Ungarn flüchtete. In der Akte erhaltene Lebenszeichen seiner Mutter erreichten ihn im Juli und September 1940:

„Garameff 16. September 1940: Mein liebes Kind […] Ich bin interniert. Wir sind fast 1000 Personen in einem Lager, aber ganz abgelegen, tief in einem Wald in einem Jagdhaus, wir sind von aller Welt abgeschlossen“. Ein Telegramm vom 15. Februar 1941 an ihren Sohn spricht von einer großen Notlage: „I am in Yougoslavie in great trouble please wire more Perl Hackel Zagreb“. Im April 1941, nach dem deutschen Einmarsch, wurde Paula in das von serbischen Kollaborateuren betriebene KZ Niš bei Belgrad verschleppt, im Laufe des Jahres weiter in das nicht weit entfernte Lager Sajmište. Dort oder in der Umgebung fand sie etwa im Frühsommer 1942 den Tod, wahrscheinlich als die Frauen und Kinder aus umliegenden Orten in Gaswagen ermordet wurden (nachdem bereits die meisten männlichen Häftlinge als Geiseln erschossen worden waren). Im nahen Ort Jajinci wurde Paula Hackel vermutlich verscharrt.37

Oskar heiratete 1949 in den USA die erwähnte ehemalige Karlsruherin Jenny Sofie, geborene Lapotka, geschiedene Bergmann, geboren am 19. Juni 1899 in Mainz,38 die zwei Töchter (Eleonore/Lolo und Ilse) mit in die Ehe brachte. Ihr geschiedener Mann war nach Shanghai emigriert, sie selbst im Sommer 1941 über Spanien und Portugal nach den USA gekommen. 1954 besuchte Ehepaar Hackel Karlsruhe, um Entschädigungsfragen zu regeln. In den 1950er Jahren erkrankte Oskar schwer, er war jahrelang in Sanatorien. Ein Gutachter der Uniklinik Heidelberg bestritt, dass seine Erkrankung mit der Lagerhaft in Dachau zusammenhängen könnte und schlug damit entsprechende Anträge nieder. Inzwischen in New York City zu Hause, erlitt er 1958 einen Schlaganfall und wurde zum Pflegefall. Oskar Hackel ist 1969 in New York verstorben,39 seine Frau Jenny Sofie starb 1973.

Daniel Hackel, Debora geborene Silber und ihre Kinder
Daniel wurde am 9. Juni 1902 in Karlsruhe geboren, ging wie einige seiner Geschwister hier zur Schule und dürfte die Handelsschule besucht haben.

Das Heiratsregister gibt an: Am 2. Februar 1928 heirateten Kaufmann Daniel Hackel, wohnhaft Rüppurrer Straße 20 und Dwojra Silber, Haushälterin, geboren 20. Januar 1901 in Tarnobrzeg,40 wohnhaft in Karlsruhe. Als Zeugen werden genannt: Händler Bernard Schiffel, 54 Jahre alt, Lammstraße 7b und Kaufmann Simon Fisch, ein Nachbar aus der Rüppurrer Straße 20.

Daniels Ehefrau selbst betonte einmal, sie heiße Deborah, nicht „Dorothea“ oder „Dora“, wie in den Akten immer wieder aufgeführt.41 Ihr Name findet sich auch im polnischen Geburtsregister: „Dwojra geb. 20/1/1901 Tarnobrzeg, Vater: Hersch Leib Silber, Mutter: Rechla Libe Ehrlich“.42

Eine Tochter, Liane, wurde am 7. April 1929 in Karlsruhe geboren. Die Familie wohnte offenbar zusammen mit Vater Baruch um 1930/32 in der Rüppurrerstraße 20.2, 1932/33 in der Schützenstraße 110.2.

Im Israelitischen Gemeindeblatt Ausgabe B, stand am 23. Februar 1933:
„Geboren: 16. Februar: Familie D. Hackel, Schützenstraße 10 [sic], einen Sohn, Sigbert“.
Das Kind ist bereits am 6. September 1933 „an Herzschlag gestorben“,43 so sein Vater später in einem Brief, und auf dem Jüdischen Friedhof in Karlsruhe begraben. Nun zog die Familie am 12. April 1934 nach Saarbrücken um, wo sie Försterstraße 20,44 ab 4. Mai Im Wittum 3.III wohnte. In Saarbrücken mag es Verwandte gegeben haben. Ein Grabstein für einen Shmu'el Löb Hackel, geb. 24. Dezember 1880 in Ulanow, gest. 19. Sept. 1902 in Saarbrücken („Sohn des Yaakow“) befindet sich auf einem dortigen Friedhof.45

Vielleicht ausgelöst durch den Tod ihres Kindes, war Debora (Dwojra) ab März 1935 mit Unterbrechungen Patientin in der Heil- und Pflegeanstalt Merzig.46 Am 7. März wurde sie erstmals eingeliefert. Am 24. Mai wurde sie als „gebessert“ entlassen, am 27. Mai wurde sie nach Rückfällen wieder eingeliefert. Das erhaltene Kleiderverzeichnis ist ärmlich („1 Paar Strümpfe, schlecht“). Im Aufnahmebogen steht: „Beruf: Schneiderin, Unterbringung: III. Klasse.“ Zu den Staatsangehörigkeitsverhältnissen der Familie heißt es: Geboren in Galizien, sei sie bis 1918 österreichische Bürgerin gewesen, seit der Eheschließung mit Daniel dann wie er „staatlos“.

Am 11. Juli schrieb Daniel verwundert an die Anstaltsleitung und fragte, was es bedeute, dass seine Frau ihm die baldige Abreise angekündigt habe; er solle die Tochter Lia bringen. Diese gehe doch jetzt in Karlsruhe zur Schule! Am 22. Juli 1935 wurde Debora tatsächlich entlassen, um mit ihrer Tochter und einer Begleitperson nach Berlin Potsdamer Bhf zu Moses Ehrlich, ihrem Onkel mütterlicherseits zu reisen. Dieser war von Beruf Schneider.47 Ein Schriftwechsel zwischen Moses und Röschen Ehrlich, Weinbergsweg 7, Berlin N 54 und der Anstalt bzw. dem Oberarzt in Merzig ging der Reise voraus: Dwora könne mit ihrer kleinen Tochter dort wohnen „um auf die Papiere zu warten“ nach Amerika. Daniel, der ohne Wohnung sei, könne die beiden nicht aufnehmen. Die Ehrlichs bestanden darauf, dass sie nur mit Papieren bzw. mit Pass kommen dürfe. Tatsächlich traf sie ohne Papiere in Berlin ein, es folgte ein Strafverfahren vor dem Amtsgericht Moabit und die junge Frau kehrte am 6. Dezember 1935 ohne ihre Tochter nach Saarbrücken zurück. Am 1. Januar 1936 zog das Ehepaar in die Wohnung Futterstraße 25 um; Liane kam am 15. März 1936 aus Karlsruhe hinzu, wo sie vermutlich inzwischen beim Großvater gewohnt hatte. Ihre Mutter wurde am 7. April 1936 wieder in Merzig eingeliefert; die Ehrlichs hatten wegen der entstandenen Schwierigkeiten bei der Anstaltsleitung schriftlich protestiert.

Beim Polizeipräsidenten Saarbrücken beantragte Daniel am 16. Juli 1936, seine vom Reichskommissar für das Saarland am 21. März des Jahres verfügte Ausweisung aufzuschieben, bis seine Frau geheilt sei. Dies half nichts, im August wurde er ausgewiesen. Liane war zuletzt noch auf seiner Saarbrücker Meldekarte eingetragen.49 Daniel verzog laut Meldekarte am 14. September 1936 alleine nach Mailand. Liane (Lia) war nun bei einer Pflegefamilie untergebracht, zunächst bis „der Abtransport der Mutter mit Kind nach Polen möglich sein würde“.

Daniel Hackel und Moses Ehrlich erkundigten sich ab 1936 mehrfach in Merzig, da Debora nicht antwortete, u.a. schrieb Daniel besorgt aus Mulhouse. Debora selbst wird in einem Schriftstück von 1937 zitiert, sie habe bei der saarländischen Zentralstelle für jüdische Wohlfahrtspflege nach dem Aufenthalt ihres Kindes angefragt. Sie erfuhr, das Kind sei gut untergebracht. Der Pfleger oder Arzt in Merzig notierte, dies „hat Frau Hackel sehr gefreut. Sie ist […] freundlicher und ruhiger geworden“. Cläre Katzenstein (Brebach/Saar) vom Saarbrücker Israelitischen Frauenverein besuchte Debora Hackel in der Anstalt. In einem anderen Dokument lesen wir, dass „Frl. Fenchel“ vom Israelitischen Wohlfahrtsbund in Karlsruhe schrieb, Frau Hackel habe um Fahrkosten für sich und die Tochter gebeten.

Am 30. November 1937 fragte die Anstalt beim Polizeipräsidium an – da Frau Hackels Krankheit sich nun gebessert habe – ob es möglich sei, sie „nunmehr der Polizeiverwaltung zwecks Reichsverweisung zur Verfügung zu stellen“. Ende 1937 erkundigte sich Ruth Fenchel aus Karlsruhe und richtete aus, Schwiegervater Baruch Hackel bitte um frühzeitige Verständigung, wenn seine Schwiegertochter entlassen würde. Ruth Fenchel berichtete Anfang 1938, dass Daniel Hackel mangels fester Aufenthaltserlaubnis im Ausland seine Frau nicht aufnehmen könne. Er hielt sich ihres Wissens „in den letzten Jahren an wechselnden Orten in Italien und Frankreich auf“.

Am 8. Februar 1938 teilte das Polizeipräsidium Saarbrücken mit, die Übersiedlung von „Dora“ Hackel zu ihrer Mutter nach Polen stehe bevor; die Zentralwohlfahrtsstelle Saarbrücken brachte für sie einen Fremdenpass bei, der ein ½ Jahr gültig war. David Silber aus Tarnobrzeg, Sienkiewicza 10, wohl ihr Bruder, erkundigte sich im Mai 1938 nach dem Befinden der Patientin. Die Zentralwohlfahrtsstelle äußerte im Juni 1938 der Anstalt gegenüber Bedenken, dass sie nicht nach Polen transportiert werden könne, da sie bestimmt als staatenlose, kranke Jüdin keine Einreisegenehmigung bekäme. Am 6. Oktober vermerkt die Anstalt, der Visumantrag beim polnischen Generalkonsulat in Frankfurt enthalte bewusst nur die Straße, nicht den Namen der Anstalt und es sei nur von einem Besuch bei den Eltern die Rede, „da zu befürchten ist, dass das Konsulat die Einreisebewilligung nicht erteilen würde, wenn ihm bekannt würde, dass die staatenlose geisteskranke Jüdin nach Polen einzuwandern wünscht“. Am 15. Dezember lehnte das polnische Konsulat wie erwartet ab.

Am 15. März 1939 schrieb Deboras Vater Hirsch Leib Silber aus Tarnobrzeg, Sienkiewicza 10 besorgt an die Anstalt, da er keine Nachricht mehr von seiner Tochter habe. Auch Mary Fink (Bronx, N.Y.) fragte am 9. Mai 1939 nach ihrer Nichte, da schon länger keine Post käme. Der Vater fragte am 15. Juni erneut und erfuhr einsilbig, die Tochter sei noch in Merzig. Eine Gewichtskurve aus der Krankenakte zeigt, dass die Patientin ab März 1938 stark abnahm, was auf behördlich angeordnete Kürzungen in der Versorgung schließen lässt. Nach ca. 53 kg im Jahr 1937 wog sie im August 1939 nur noch 44,5 kg.

Am 21. Juni 1939 bescheinigte die Heil- und Pflegeanstalt Herborn die Aufnahme der am Tag zuvor aus Merzig gekommenen Patientin. Die Verlegung nach hessischen Anstalten im Laufe des Jahres 1939 wurde mit der „Überbelegung“ in Merzig begründet.

Ihre Tochter Liane „Sara“ wohnte zuletzt in Köln, Salierring 50 (vielleicht bei Familie Zade).50 Sie lag um die Jahreswende 1939/1940 im Israelitischen Krankenhaus in Köln-Ehrenfeld, Ottostraße, einer überregional bedeutenden, rituell geführten Einrichtung. Am 26. Januar 1940 ist die knapp elfjährige Liane dort an einem Herzklappenfehler verstorben.51

Ihre Mutter wurde von Herborn aus auf „Weisung aus Berlin“ am 25. September 1940 mit einer Gruppe von etwa 35 PatientInnen in die Heil- und Pflegeanstalt Gießen als „Sammellager“ für die jüdischen PatientInnen verlegt, wie die Historikerin Monica Kingreen belegt (in Uta George u.a. (Hrsg.): Psychiatrie in Gießen. Facetten ihrer Geschichte zwischen Fürsorge und Ausgrenzung, Forschung und Heilung, Gießen 2003, S. 251-289, besonders S. 269 ff. und S. 278). Am 1. Oktober wurden sie mit etlichen anderen per anstaltseigenem Bus und dann per Bahn weiter nach Brandenburg (Havel) in das Alte Zuchthaus in der Neuendorferstraße gefahren. Dort wurden alle noch am selben Tag von einem Arzt in einem kleinen Raum mit Giftgas erstickt.52

In gleichartigen Fällen erhielten die Angehörigen auf Anfragen hin ein immer gleiches, gefälschtes Schreiben der „Irrenanstalt Chelm, Post Lublin“ im „Generalgouvernement“, dass der/die Patient/in dort verstorben sei.

Daniel Hackel hatte vor seiner Emigration nach Frankreich, Italien bzw. Monaco zeitweilig in Neustadt a. d. Weinstraße gewohnt, als Opfer der Verfolgung wird dort seiner auf einer Gedenktafel am Friedhof gedacht.53 Im Sommer 1942 muss er in Paris gewesen sein, das Gedenkblatt seines Bruders Samuel weist darauf hin. Am 2. September 1942 wurde Daniel aus dem nahe gelegenen Transitlager Drancy deportiert, mit dem 1000 Menschen umfassenden 27. Transport des RSHA nach Auschwitz-Birkenau, der dort am 4. September ankam. Seither gibt es kein Lebenszeichen mehr von ihm. Für keine der beiden Eheleute sind Entschädigungsakten zu finden; es gab offenbar keine nahen Angehörigen mehr, um einen solchen Antrag zu stellen. Mehrere Namen von Debora Hackel-Silbers Angehörigen in Tarnobrzeg finden sich unter den Toten im Yizkor-Buch Tarnobrzeg-Dzikow.

Josef Hackel und Ehefrau Ida Erreich-Hackel mit ihren Kindern
Josef (Jacob) Hackel wurde am 8. Januar 1899 in Frankfurt am Main geboren und wuchs in Karlsruhe auf, wo er offenbar auch Schule und kaufmännische Ausbildung absolvierte. Um 1920 lernte er Rosie Ringel kennen, Tochter des Buchhalters Wilhelm Ringel und seiner Frau Katharina Friederike. Eine Tochter, Inge(borg) Ellen, kam am 5. Oktober 1922 in Auerbach (Hessen) zur Welt. Über sie wird in einem eigenen Abschnitt unten berichtet.54

Laut Heiratsregister heirateten am 22. August 1925 Kaufmann Josef Jacob Hackel und Rosie Agnes Johanna Ringel, geb. 9. Februar 1903 in Karlsruhe, ohne Beruf.55 Zeugen waren ihre Mutter Friederike Ringel und ihr Onkel, Kaufmann Oskar Ringel. Alle Genannten wohnten damals in der Oststadt, Veilchenstraße 23. Dies war das Haus Behncke und Zschache,56 Ecke Gerwigstraße, 1901 von Billing und Mallebrein erbaut. Vielleicht bestand ein Zusammenhang mit der benachbarten Fabrik Wolff & Sohn („Kaloderma“), da Oskar Hackel zeitweilig ein Seifengeschäft betrieb.

Rosie war vor der Ehe zum Judentum übergetreten. Hierzu bedarf es u.a. einer Art Religionsunterricht mit Einführung in die Religionsgesetze und eines feierlichen Besuchs im rituellen Tauchbad, der Mikwe. Am 14. August 1930 kam in Karlsruhe das zweite Kind, ein Sohn zur Welt: Hans (Hansi), der hier aufwuchs. In einer Akte im Centrum Judaicum in Berlin zur Jüdischen Schule in Karlsruhe heißt es etwa 1937: „Ein unentgeltliches Milchfrühstück wünschen: [,,,] 2. Klasse: Hans Hackel [und fünf weitere]“.57 Das deutet auf zunehmend schwierige wirtschaftliche Verhältnisse hin. Eine drittes Kind, Judith, kam am 30. November 1932 in Karlsruhe zur Welt und ist als Säugling (nach „½ Tag“) am 1. Dezember 1932 gestorben.58

Im 1956 verfassten Gedenkblatt für den Vater gab Inge als Beruf des Vaters mishpatan (etwa: „Jurist“) an und erläuterte später:59 „Mein Vater war Gerichtsbeamter. [...] Als Jude verlor ‚er nach 1933’ seinen Posten und unsere materielle Lage verschlimmerte sich sehr“. Familie Hackel („Hackel, Jakob, Reisender“ bzw. „...Vertreter“) wohnte laut Adressbuch 1930-1931/32 in der Jollystraße 55.2, ab dann in der Nebeniusstraße 10.5 im Dachgeschoss. Die Miete für die offenbar bescheidene Wohnung betrug RM 25.60

Rosie Hackel starb am 5. Februar 1936 an Krebs.61 Ihr Grab ist auf dem regulären jüdischen Friedhof an der Haid-und-Neu-Straße. Tochter Inge, inzwischen 14 Jahre alt, kam zu den Großeltern mütterlicherseits, Hansi blieb beim Vater, der am 15. Juni 1937 ein zweites Mal heiratete. Die zweite Ehefrau war Ida, geb. Erreich, geboren am 3. Juli 1904 in Lörrach,62 Tochter der auch in Karlsruhe lebenden Eheleute Moses Erreich und Esther, geb. Krill aus dem niederschlesischen Żmigród (heute Polen). Am 9. November 1937 kam Peter Michael in der Geburtsklinik Dr. Karl Mayer, Stephanienstraße 66 zur Welt.63 Die Volkszählung am 17. Mai 1939 ignorierte die Konversion der ersten Ehefrau und stempelte Inge und Hansi zu „Halbjuden“, den kaum zweijährigen Peter zum „Volljuden“.

Josef flüchtete mit Frau Ida und den Kindern Hansi und Peter im Spätsommer 1939 nach Frankreich und „hat sich dort kümmerlich durchbringen müssen“.64 Ihre Unterkunft dort, Rue Myrha 28 im 18. Arrondissement,65 ist heute noch eine einfache Pension in einer engen Seitenstraße. Dort lebten sie mit mindestens acht Personen: Josef mit Frau Ida sowie Hans und Peter; Idas Bruder Elias Erreich mit Kindern Gabriel, Herbert und Alfred sind dort nachgewiesen. Kaum ein Jahr später wurden sie alle in Paris festgenommen.

Die aus Karlsruhe stammende Lina Zollmann geb. Simon, die 1937 Deutschland hatte verlassen müssen, versicherte 1962 an Eidesstatt, sie habe „Josef Hackel und seine Frau Ida geb. Erreich […] 1939 in Paris wieder gesehen, <wohin sie> wenige Wochen vor Kriegsausbruch […] noch […] mit ihren beiden Kindern Hans und Peter“ gelangt waren. Sie wohnten in der Rue Myrha in einem Hotel Garni […] 2 Zimmer mit Kochgelegenheit. Im Jahre 1942, vor der großen Judenrazzia [...] trugen sie alle den Judenstern. Herr Hackel schlief die Nacht vom 14. zum 15. Juli […] gegenüber bei Franzosen. Als aber seine Frau Ida und die Kinder Hans und Peter von der Gestapo und der Polizei geholt wurden, kam er aus seinem Versteck und stellte sich […]. Ich weiß dies alles, weil ich mich im Hotel erkundigte, als ich […] nach ihnen frug. Der Hotelier sagte, dass die Deutschen das ganze Hotel ausgeplündert hätten, und alles mitgenommen hätten, was seine jüdischen Hotelgäste zurücklassen mussten.“66

Diese Razzia am 16. bzw. 17. Juli 1942 (frz. „La grande rafle du Vélodrome d’Hiver“) hatte die Nazi-Besatzungsmacht zusammen mit Beamten des Vichy-Regimes vorbereitet. Französische Gendarmen und rechtsextreme Freiwillige führten sie durch – manche Franzosen warnten aber auch Festzunehmende vorher, so dass sie entkommen konnten. Fast 13.000 Menschen, vor allem ausländische und staatenlose Juden, darunter etwa 4.050 Kinder bis 12 Jahre, wurden festgenommen und die meisten in die mit verdunkeltem Glas überdachte, völlig überhitzte Arena der besagten Winter-Radrennbahn im 15. Arrondissement gesperrt. Es gab praktisch keine Toiletten und nur einen Wasserhahn; Hilfsorganisationen waren mit der Versorgung völlig überfordert, Dutzende starben bereits dort. Nach fünf (!) Tagen wurden die Festgehaltenen in die Durchgangslager Drancy, Beaune-la-Rolande und Pithiviers (Département Loiret) abtransportiert. Schon bei der Razzia, spätestens in den Durchgangslagern wurden viele Familien auseinander gerissen.^67 Das Weitere ist von Serge und Beate Klarsfeld festgestellt worden:

Mit Transport 13 am 31. Juli 1942 wurden aus Pithiviers verschleppt:
Josef Hackel, sein Schwager (Idas Bruder) Elias Erreich, geb. 1897 in Zmigrod und dessen Söhne Alfred, geb. 1923 in Frankfurt und Siegfried (Gabriel), geb. 1925 in Frankfurt.

Mit Transport 16 am 7. August 1942 verließ Ida Hackel geb. Erreich Pithiviers, wo sie seit 21. Juli 1942 interniert war.
68 Die Sterbebücher des Lagers Auschwitz vermerken:69
„Hackel, Ida, Paris XVIII, b. 1909-07-03 (Lörrach), mosaisch, gest. 1942-09-04“
Damit ist der 4. September 1942 als ihr Sterbedatum beurkundet, nachdem sie zunächst noch – als Zwangsarbeiterin – in das Lager eingewiesen worden sein muss.

Mit Transport 21 am 19. August 1942 wurde der kleine Peter Michael auf den Weg geschickt. Dieser Transport von Hunderten von Kindern aus Pithiviers startete in Drancy und wurde von (meist fremden) Erwachsenen aus verschiedenen Lagern begleitet. Kaum auszumalen, was diese Fahrt für einen Viereinhalbjährigen ohne seine Eltern bedeutete.

Mit Transport 24 am 26. August 1942, wiederum aus Pithiviers kommend, wurden von Drancy aus Hans (Hansi) Hackel und sein Cousin Herbert Erreich (geb. 1928 in Frankfurt) deportiert.

Abgesehen von Ida Hackel, die wie erwähnt erst knapp einen Monat später tot war, haben alle Genannten mit Gewissheit den Tag der Ankunft in Auschwitz-Birkenau nicht überlebt.

Inge Hackels Flucht
Geboren in Auerbach (heute Bensheim an der Bergstraße), verbrachte sie ihre Kindheit in Karlsruhe und besuchte u.a. die Nebeniusschule.
70 Bald nach dem Tod der Mutter musste sie – wie alle Schulpflichtigen – im Herbst 1936 auf die Jüdische Schule in der Markgrafenstraße 28 wechseln. Im Dezember 1937 stellte das Polizeipräsidium für Inge Ellen einen Reisepass für die Auswanderung aus.71 „Nie werde ich vergessen, wie sich mein Vater in der „Kristallnacht“ verstecken musste, und ich auf mich selbst angewiesen war. Meine christlichen Verwandten durfte und wollte ich nicht kompromittieren, und so hungerte ich eben, bis sich alles beruhigte“.72

In Unterlagen zur Jüdischen Schule heißt es: „Kurs II: Fortbildungsschule. Auf Montag, den 16. Januar 1939 nachmittags 2 Uhr 30 bestellen (ins Lehrhaus): Hackel, Inge, Nebeniusstraße 10“ und 19 weitere.
73 In der Folge besuchte sie von der Jugend-Alliya organisierte Vorbereitungslager für Palästina, wo sie ihrer Erinnerung nach schwer arbeiten und zeitweise auch hungern habe müssen. Im Sommer 1940 traf sie schließlich im Jüdischen Gemeindehaus in Berlin ein, wo ein „illegaler Transport nach Palästina organisiert wurde“. Über Prag, Wien und Bratislava ging es fünf Monate lang bis nach Rumänien, wo sie Anfang Oktober in Tulcea im Donaudelta auf das Frachtschiff „Pazifik“ (in ihrer Erinnerung ein „Äppelkahn“) mit fast 1.100 Menschen verladen wurde. Das für 200 Passagiere kaum ausreichende Frachtschiff war vier Monate unterwegs, begleitet von Hygieneproblemen, kärglichster Ernährung, Angst vor Torpedoangriffen und vor dem englischen Militär, das das Schiff stoppen würde. Im November 1940 wurde es tatsächlich (wohl vor Zypern) von englischen Kriegsschiffen aufgebracht und am 24. November in den Hafen von Haifa geschleppt. Da die Passagiere keine gültigen Papiere zur Einreise hatten, sollten sie auf der „Patria“ nach Mauritius abgeschoben werden. Die „Patria“ mit all ihren Passagieren versuchten nun Hagana-Kämpfer mittels einer Bombe seeuntüchtig zu machen, aber durch die unerwartet hohe Sprengwirkung sank das marode Schiff innerhalb von Minuten, wobei über 200 Menschen den Tod fanden. Aus humanitären Gründen wurden die Schiffbrüchigen von der britischen Mandatsmacht über das Internierungslager Atlit bei Haifa schließlich ins Land gelassen. Inge Hackel konnte sich schwimmend an Land retten und lag 1 ½ Jahre mit den gesundheitlichen Folgen des Unglücks im Hospital.74 1960 wohnte sie in Beer Shewa.75 1964 schrieb Inge, nunmehr Yehudit, verheiratete Neubach aus Haifa an den Karlsruher Oberbürgermeister Günther Klotz. Bald darauf zog sie nach München,76^^ wo sie heute (2012) in einem Altersheim lebt.

(Christoph Kalisch, Februar 2012)



Anmerkungen:
[1] Generallandesarchiv Karlsruhe (GLA) 480/30715.
[2] Stadtarchiv Karlsruhe (StadtAK) 6/BZA 4970.
[3] Ebenda.
[4] Die Angabe von Berta Landwehr „bis 1886“ widerspricht evtl. ihrer eigenen Geburt in Ulanow 1887.
[5] Landesarchiv Saarbrücken, Bestand Landeskrankenhaus Merzig, Patientenakten Kat. Nr. 3974.
[6] GLA 480/24562.
[7] StadtAK 6/BZA 4970.
[8] GLA 480/30715.
[9] StadtAK) 6/BZA 4970.
[10] Ebenda.
[11] Ebenda und GLA 480/30715.
[12] StadtAK) 6/BZA 4970.
[13] Jüdische Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden Badens, Ausgabe B, 1938, meldet im Heft 3, S. 6.
[14] ITS Arolsen Gestapo Ordner 26, V.C.C. 155/XIII, Blatt 95.
[15] Ebenda, Blatt 99.
[16] Ebenda, Blatt 114.
[17] Ebenda, Blatt 138.
[18] Ebenda, Blatt 132.
[19] Ellen Betram: Die Deportation aus Leipzig und Dresden […] In: Wolfgang Scheffler und Diana Schulle, Buch der Erinnerung. Die ins Baltikum deportierten deutschen, österreichischen und tschechoslowakischen Juden, München 2003, Bd. 2, S. 799 ff.
[20] Meldekartei für Baruch Hackel im Sächsischen Staatsarchiv Leipzig, mitgeteilt Redaktion JUDEN in SACHSEN Oktober 2011.
[21] GLA 480/30715.
[22] Vgl. juden-in-sachsen.de. Das Karlsruher Adressbuch 1940 mit seiner Extraseite „Jüdische Einwohner“ enthielt noch den abstrusen Eintrag: „Hackel, Baruch Sara Wwe, Adler- 35“.
[23] GLA 480/20111 und 20622.
[24] GLA 480/30715.
[25] http://www.juden-in-sachsen.de/leipzig/h_heine.htm .
[26] Todesfallanzeige im Staatsarchiv Prag, vgl. holocaust.cz.
[27] StadtAK 6/BZA 4971
[28] Heiratsurkunde in GLA 480/20111 bzw. 20622; (Mutter gem. Angaben 1923 als Zeugin in der Geburtsurkunde für Hermann H in Knittlingen).
[29] GLA 480/20622.
[30] StadtAK 6/BZA 4971.
[31] GLA 480/20582.
[32] StadtAK 6/BZA 4971.
[33] ITS Arolsen Gestapo Ordner 26, V.C.C. 155/XIII, Blatt 95.
[34] Ebenda, Blatt 102.
[35] Ebenda, Blatt 114.
[36] GLA 480/20111 und 20622.
[37] Abweichend bzw. nicht ganz zutreffend die Angaben in „Žrtve Rata 1941-1945. Jevreji, Savezni zavod za statistiku“, Beograd 1992 (zur Verfügung gestellt vom Museum für die Opfer des Völkermordes in Belgrad) Aufenthaltsort während des Krieges NIS,SERBIA NORTH, Jugoslawien; Todesort NIS,SERBIA NORTH, Jugoslawien: Todesdatum 1942.
[38] GLA 480/25042.
[39] GLA 480/20582.
[40] Bestätigt Stadtarchiv Saarbrücken, August 2011.
[41] Am 16. Januar 1939 wurde dies dem Standesamt Karlsruhe schriftlich mitgeteilt. Vgl. Landesarchiv Saarbrücken, Bestand Landeskrankenhaus Merzig, Patientenakten Kat. Nr. 3974.
[42] Jewishgen Records Indexing Poland, Tarnobrzeg PSA Births 1889-1901,
Lwow Wojewodztwa / Rzeszow Province (records in Fond 921 in Kielce Archive Sandomierz Branch.
[43] Landesarchiv Saarbrücken, Bestand Landeskrankenhaus Merzig, Patientenakten Kat. Nr. 3974.
[44] Lt. Auskunft Stadtarchiv Saarbrücken Aug. 2011.
[45] http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?sel=sbs&function=Ins&jahrv=1902 .
[46] Landesarchiv Saarbrücken, Bestand Landeskrankenhaus Merzig, Patientenakten Kat. Nr. 3974.
[47] Lt. Auskunft Stadtarchiv Saarbrücken Aug. 2011.
[48] Lt. Auskunft Stadtarchiv Saarbrücken Okt. 2011.
[49] Belegt 31.12.1936 und 31.12.1937.
[50] Angaben ITS Arolsen bzw. http://www.museenkoeln.de/ns-dok/default.asp?s=766&tid=&kontrast=&schrift=&buchstabe=S&id=1405&abb=abb_1405_11740 .
[51] Angabe von ITS Arolsen lt. YadvaShem.
[52] Monica Kingreen: Jüdische Patienten in der Gießener Anstalt und deren Funktion als "Sammelanstalt" im September 1940, in: Uta George et al (Hrsg.): Psychiatrie in Gießen. Facetten ihrer Geschichte zwischen Fürsorge und Ausgrenzung, Forschung und Heilung, Gießen 2003, S. 251-289, besonders S. 269 ff. und S. 278.
[53] http://www.gedenkstaette-neustadt.de/projekt_01/400/405.html. Stadtarchiv Neustadt hat keine Dokumente, Stand September 2011.
[54] Jewishgen.org Temporary Passports (for emigration) 1938-41 und StA KA, 1 AEST/30. Akte GLA 480/28911.
[55] Im Namenregister beide als israelitisch geführt.
[56] http://mediatum2.ub.tum.de/node?id=932394 .
[57] Aus: Archiv Centrum Judaicum, 75 A KA 3, 14 #3027, Jüdische Schule.
[58] Personenstandsregister Hauptstaatsarchiv Stuttgart.
[59] GLA 480/34555.
[60] Schreiben 1939 StadtAK zu Belegung als „Judenhaus“.
[61] StadtAK 1/AEST 30.
[62] Gemäß Deportationsliste Klarsfeld. Abweichend im Sterbebuch Auschwitz: 1909.
[63] Geburtsregister Karlsruhe.
[64] GLA 480/34555.
[65] Belegt bei Klarsfeld, French Children of the Holocaust.
[66] GLA 480/34555.
[67] French Children of the Holocaust/Deportationslisten Klarsfeld Mémorial und Bundesarchiv Gedenkbuch.
[68] Bestätigt durch ITS Arolsen in GLA 480/34555
[69] http://en.auschwitz.org.pl, so auch Bundesarchiv Gedenkbuch.
[70] StadtAK 1/AEST 30.
[71] http://www.jewishgen.org/databases/holocaust/0148_German_Passports.html .
[72] StadtAK 1/AEST 30.
[73] Archiv Centrum Judaicum, 75 A KA 3, 14 #3027, Jüdische Schule.
[74] StadtAK 1/AEST 30.
[75] GLA 480/30715.
[76] GLA 480/28911.