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Fanny Mahler (Foto: privat)

Personendaten

Fanny Mahler

Nachname: Mahler
Vorname: Fanny
Geburtsdatum: 8. Januar 1923
Geburtsort: Karlsruhe (Deutschland)
Familienstand: ledig
Eltern: Sender und Sima M.
Verwandtschaftsverhältnis: Schwester von Bertha (geb. 1914), Simon Issachar (1.10.1915-9.12.1917), Moses, Marjem, Selda und Toni
Adresse: Markgrafenstr. 24
Schule/Ausbildung: 1929-1936: Uhlandschule, dann jüdische Schule bis 1937
Beruf: Schülerin
Emigration:
Deportation: 1939 Abschiebung nach Polen (Polen)
Sterbedatum: November 1942
Sterbeort: Tarnogrod (Russland, heute Polen)

Biographie

Sender, Sima, Fanny und Moishe Mahler
Auch im Gedenken an Rosa Fuks-Mahler mit Ehemann und Kindern

Familie Mahler kam nach Ausbruch des 1. Weltkriegs – wohl aus dem galizischen Przeworsk – nach Karlsruhe: der etwa 35-jährige Textilhändler Sender Mahler, seine drei Jahre jüngere Frau Sima geborene Englard1 und vier kleine Töchter. Der Zeitpunkt ist nicht genau zu bestimmen; am 1. Oktober 1915 kam ihr Sohn Simeon Issachar in Karlsruhe zur Welt, die Familie wohnte in der Rüppurrer Straße 20, im 1. Obergeschoss.2 Es ist wahrscheinlich, dass das Ehepaar Mahler damals nur nach jüdischem Ritus verheiratet war, und später die standesamtliche Eheschließung nachholte, wie es bei manchen Familien aus Osteuropa der Fall war.

Scheindel Cywia Fisch und ihr Mann, der Textilhändler Simon Fisch – die beiden hatten 1906 in Karlsruhe geheiratet – wohnten mit Sohn David (geboren 1909) seit etwa 1915 im selben Haus.3 Diese Familie mag die Mahlers bewogen haben nach Karlsruhe zu kommen: Scheindel Fisch war eine jüngere Schwester von Sima Mahler.

Sender Mahler arbeitete zunächst als Reisender, d.h. ambulanter Händler für Stoffe. Ein Dokument von 1915 nennt ihn Handelsmann,4 also Hausierer, das Adressbuch 1922 schreibt "Sender Mahler, Kaufmann". Die Familie zählte zu den toratreuen “polnischen” Juden, die der orthodoxen Israelitischen Religionsgesellschaft (Austrittsgemeinde) angehörten und ihre eigenen Bet- und Lehrhäuser und wohltätigen Einrichtungen in der Stadt unterhielten. Schräg gegenüber in der Wielandtstraße 10 war ein solches “Stibl”, ein privates Lehr- und Bethaus, geführt von dem Lebensmittelhändler Naftali Bogen.

Sender (Alexander) Mahler kam am 15. Februar 1880 (oder besser: am 3. Adar 5640) im damals russischen Tarnogród zur Welt.

Seine Eltern waren Josef und Perl/Perel Tova geborene Tofler. Drei Brüder sind belegt, Jecheskel (Chaskel), Chaim, der früh verstorbene Anshel5 und eine Schwester, Hadassa (Hudes), verheiratete Lewinson, geboren 1885. Ein polnisches Branchen-Adressbuch von 1929 verzeichnet “Chaskiel Maler, Chaim Maler, H. Lewenzon” unter der Rubrik “Tissus”, französisch für Tuche oder Stoffe.6

Tarnogród lag mitten in einem ländlichen Gebiet mit Wäldern, südlich von Biłgoraj im Bezirk Lublin. Manche Juden dort waren Händler, Hausierer, Schuster, Schneider; es gab Leinweberei, Holz- und Gemüsehandel. Die Stadt hatte 5.624 Einwohner/innen im Jahre 1891, ein starkes Drittel davon jüdisch. Aus Tarnogród gebürtig war der Tzanzer Rebbe, Raw Chaim Halberstam (1793-1876), auch Divrej Chajim genannt nach seinem Hauptwerk (Worte des Lebens). Mundartlich “Tzanz” entspricht dem heute polnischen Ortsnamen Nowy Sącz.

Tarnogród war bis zum 1. Weltkrieg Teil des russischen Zarenreichs, im Krieg zeitweilig österreich-ungarisch, in dieser Zeit kam es zur Wirtschaftskrise und zu Lebensmittelknappheit.7 1918 wurde die Stadt polnisch.

Senders Frau, Sima/Sime (Sabina) geboren Englard wurde am 5. Mai 1883 in Lizhensk (polnisch: Leżajsk) im Kreis Łańcut geboren. Ihre Eltern waren Abraham Englard und Necha geborene Narzisenfeld.8

Ein polnisches Branchenbuch (1929) verzeichnet in Leżajsk: “Narzisenfeld, Ch[aim], Fahrradverleih; Narzisenfeld, S., Gemischtwaren; Narzisenfeld, M., Spirituosen.”

Simas Geburtsort ist in chassidischen Kreisen weltberühmt für den dort begrabenen Elimelech von Lyschansk (1717-87), einen wundertätigen Tzaddik, auch genannt nach seinem Werk Noam Elimelech (Wonne des Elimelech).

Vier Töchter von Sender und Sima kamen im galizischen Przeworsk (Österreich-Ungarn, zwischen Jarosław und Łańcut) zur Welt. Rosa (Elke) geboren am 23. Juli 1906, war die älteste Tochter; es folgten Selda/Selde (Selma) geboren am 28. April 1908; Mirjam (Marjem) geboren am 28. Dezember 1910, dann Pesche (Bertha)9 geboren am 15. Januar 1914.

Ein Branchenbuch für Galizien, erschienen 1912, erwähnt: “Englard, Eizyk, Spirituosenhandel, Bier und Wein” in Przeworsk,10 sicherlich ein Verwandter.

Familie Mahler hatte Beziehungen zu den von der Rabbiner-Dynastie Leiser geführten Pshevorsker Chassidim, die noch heute Zentren in London und Antwerpen haben.

In Karlsruhe kam am 1. Oktober 1915 der eingangs genannte Simeon Issachar zur Welt – und starb bereits am 9. Dezember 1917 in der Kinderabteilung des Städtischen Krankenhauses, aus uns unbekanntem Grund.11

Ebenfalls in Karlsruhe geboren wurde eine Tochter, Toni, am 7. November 1919,12 es folgte Fanny am 8. Januar 1923 und schließlich Moshe/Moishe (Moses) am 8. November 1924.13

Nachbarn in der Rüppurrer Straße 20, einem Komplex aus sieben einfachen Mietshäusern um einen Hof herum, waren in den frühen 1920er Jahren die Familien Max Gewürz, Baruch Hackel, Isaak Herzig, Majer Weiss und (wie erwähnt) Simon Fisch.

Familie Mahler wohnte ab etwa 1928 in der Markgrafenstraße 24 im 2. Obergeschoss,14 wo der Vater einen Textilhandel betrieb. Es war nur einige Minuten zu Fuß zur Shul (Synagoge) in der Karl-Friedrich-Straße 16, nur einen Sprung auch zum Beth Hamidrash (Lehr- und Bethaus) in der Adlerstraße 38, wo Sender Mahler als Gabbai tätig war.15 Zu diesem Amt (volkssprachlich "Gabbe") gehört z.B. der Aufruf zur Toralesung, dann das prüfende Mitlesen und eventuelle Korrigieren, wenn der Aufgerufene bzw. der Vorbeter/Kantor den Toraabschnitt vorträgt. Ein Gabbai begrüßt die Eintretenden, beantwortet Fragen und sorgt für einen reibungslosen Ablauf.

Die Wohnung in der Markgrafenstraße 24 hatte vier Zimmer und Balkon; die Mahlers waren nicht arm und konnten ihren Kindern eine “gute Schulbildung” bieten, so erinnerte sich ein Zeitzeuge.16 Etliche Familienfotos legen auch nahe, dass die Kinder der Mahlers gut und adrett gekleidet waren.

Im selben Haus wohnte auch ein sehr frommer Religionslehrer der Kehilla (Gemeinde),17 David Kalisch, in den 1930er Jahren auch die Familie Chaim Citronenbaum. Direkt an die Markgrafenstraße 24 grenzte das Eckhaus Kronenstraße 40 an, in dem u.a. die Familie des ebenfalls sehr strenggläubigen Religionslehrers Pesach Pack wohnte und zeitweilig die Familien Moses Safrin, Kurz-, Weiß- und Wollwarenhandlung sowie Abraham Semmelmann, Kaufmann.

Die älteste Tochter der Mahlers, Rosa, ging noch in Polen zur Schule, kam mit nach Karlsruhe und zog, offenbar um zu heiraten, 1932 nach Antwerpen.18 Rosa war Hausfrau. Ihr Ehemann war Berisch (Berek) Wolf Fuks, Diamantspalter in Antwerpen, geboren 16. August 1898 im damals russischen Turobin. Das Ehepaar hatte zwei Kinder. Spätere NS-Deportationsakten nennen "Salome" (?) , geboren 13. Oktober 1936 und "Moses" (?), geboren 5. Februar 1938.19

Selde muss noch in Polen die Schule begonnen haben, kam erst im Juli 1921 nach Karlsruhe20 und besuchte die Uhlandschule in der Schützenstraße, weitere zwei Jahre lang die Handelsschule II; 1926 wurde sie Kontoristin bei der Chemiefabrik “Badische Terasit Gesellschaft” (Eigentümer: Moses Heidenheimer) in der Erbprinzenstraße 24, dann in Mühlburg, Rheinstraße 65, bis November 1937. Ab 10. Januar 1938 war sie zur Aushilfe bei S. Blum & Söhne Glas-, Porzellan- und Steingutwaren, Schlachthausstraße 11 beschäftigt, bis 3. Februar 1939.

Mirjam ging ebenfalls in Karlsruhe auf die Schule. Über sie ist aus dieser Zeit nichts Näheres bekannt.

Pesche besuchte die Volksschule in Karlsruhe, dann drei Jahre lang die Handelsschule II. 1930 trat sie bei Fa. Gustav Prölsdörfer Bauartikel im Rheinhafen eine Lehre an und wurde im März 1933 dort als Kontoristin übernommen. Später kam sie zur Fa. Klein & Kullmann, Gartenstraße 9, wo sie bis Herbst 1938 arbeitete. Zum 1. September 1938 wurde diese “Großhandlung in Blechen und Rohren aller Art” arisiert und von Pfeiffer & May übernommen, die Bertha Mahler kurz darauf kündigten. Ab Ende Oktober 1938 war sie arbeitslos und blieb die folgenden Monate im elterlichen Heim.21

Fanny besuchte ab Ostern 1929 die Uhlandschule in der Schützenstraße, dann ab 1936 die nur wenige Schritte von zuhause entfernte Jüdische Schule (Lidellschule) in der Markgrafenstraße 28, wohin alle Kinder im Herbst des Jahres verlegt wurden. Hier unterrichteten hoch qualifizierte Lehrer/innen zeitweilig über 200 Kinder, der Lehrplan war vom Oberrat zwischen den beiden Gemeinden ausgehandelt: Die Fünft- bis Achtklässler/innen hatten z.B. drei Wochenstunden Religionsunterricht und je vier Stunden Englisch und (Neu-)Hebräisch – letzteres bei dem Lehrer Jakob Lupolianski (geboren 1906). Eine von Fannys Freundinnen war Regina Weissbarth aus der Wielandtstraße 10. Deren Mutter betrieb eine Pension und beaufsichtigte eine koschere Bäckerei in der Kronenstraße.22 Fanny war oft bei den Weissbarths zu Besuch. Die geplante kaufmännische Ausbildung für Fanny wurde vereitelt, da nicht-jüdische Firmen sie nicht nahmen, jüdische aber bereits in großen Schwierigkeiten waren, so ihre Schwester Selde.23

Ostern 1931 kam schließlich Moishe zur Schule. Zunächst besuchte er die Volksschule, ab Herbst 1936 ebenfalls die Jüdische Schule (Lidellschule) nahe der Wohnung.

Ein Foto, veröffentlicht 1985 in Louis Maiers Buch “In Lieu Of Flowers” (dt.: “Schweigen hat seine Zeit, Reden hat seine Zeit” (2000)), zeigt Moses Mahler 1937 als Schüler der Klasse 7 der Jüdischen Schule (Lidellschule), mitten in der Gruppe, mit weißem Kragen auf dunkler Weste, die vierte Person rechts von seinem Lehrer Max Ottensoser, umringt von (im Uhrzeigersinn von links): Walter Bär, Edith Wolf, Bella Jakubowitz, Gertrud Gewürz, Martha Stern, Sophie Löb. Die Bildlegende im Buch verwechselt ihn leider mit dem bereits früher verstorbenen Max Mahler.

Louis Maier schrieb in seinen Erinnerungen, er habe den Mitschüler zuerst nicht für sehr helle gehalten. “Als ich jedoch zur Talmud-Arbeitsgemeinschaft [in der Jüdischen Schule] ging, war ich überrascht. Mahler gab mir das Gefühl, dass ich der Dumme sei, weil er den Talmud studiert hatte, seit er ein kleiner Junge gewesen war.” Dr. Maier erinnert sich besonders an “Mahler mit seinen großen Ohren”, und räumt in seinem Buch unverblümt ein, als Kinder hätte seinesgleichen die Mitschüler/innen aus den zugewanderten osteuropäischen Familien auch schon mal “Polacken” gerufen.24

Abschiebung und Flucht
Am Mittwoch, dem 26. Oktober 1938 erging ein Ausweisungsbefehl gegen alle Juden polnischer Staatsangehörigkeit, Termin: das folgende Wochenende. Vorwand war ein zuvor ergangener polnischer Erlass, der im Ausland lebenden Staatsangehörigen (zumeist jüdischen Glaubens) die Passverlängerung versagte, wenn sie länger als fünf Jahre nicht in Polen gewesen waren. Der nun folgende „Abschub“, im Nazijargon „Polenaktion“ genannt, kann als Generalprobe für die späteren Deportationen gelten. Abgeschoben wurden aus dem gesamten Einflussbereich der NS-Behörden über 17.000 Menschen, aus Baden zunächst etliche hundert Männer über 18 Jahren.

Am Donnerstag, dem 27. Oktober wurden in Karlsruhe ab dem frühen Abend die ersten verhaftet, weitere im Laufe des folgenden Tages „abgeholt“ bzw. einbestellt. Beim Wohlfahrtsamt in der Kronenstraße war der amtlich befohlene Sammelpunkt.25

Den Tag erinnerte die 18-jährige Helene Leidner,26 deren Vater und Brüder ebenfalls betroffen waren, in ihrem Tagebuch. Sie suchte eine Nachbarin der Mahlers, Lea Leiner auf. “Ich renne die Treppen herunter, sehe da Herrn Mahler mit [seinen] Tefillin unterm Arm stehen." Gemeint ist hier ein Beutel mit zwei Gebetsriemen und daran zwei Kapseln mit Toratexten. Wochentags beim Schacharit-Gebet am Morgen oder Vormittag wird der Tallit (Gebetsumhang) umgelegt und die Tefillin um die Stirn bzw. um den linken Arm gebunden.
“Ich sage zu ihm: 'Herr Mahler, gehen Sie nach Hause, man nimmt alle polnischen Juden'. Ich bin ganz erstaunt, warum er mir nicht antwortet, als ich plötzlich von einem Mann angeschrien werde: 'Machen Sie, dass Sie weiterkommen'. Es war ein Gestapo. Ich renne zum Raw [d.i. der Rabbiner und Lehrer Dr. Michalski]...”27

Aus Karlsruhe wurden am nächsten Tag (dem 28.) in der Mittagszeit über 60 Männer über Mannheim Richtung polnische Grenze abgeschoben, in Personenzügen mit bewaffneter Begleitung. Die Gestapo-Liste führt auch Sender Mahler auf.28 Irgendwann zwischen dem späten Abend dieses Freitag – ausgerechnet zu Schabbat-Beginn! – und dem folgenden 29. (Samstag) nachmittags wurden sie von der deutschen Grenzstation Neu-Bentschen aus (in der preußischen Provinz Posen; heute Zbąszynek, Polen, an der Fernstrecke Berlin-Posen-Warschau) von deutschen Begleittrupps zu Fuß über die Grenze nach dem polnischen Zbąszyń (sprich: Sbondschin, deutsch: „Bentschen“) hinüber getrieben.29 Nach mitunter quälend langem Warten am Bahnhof oder im Niemandsland bei Regen und Kälte kamen in den folgenden Tagen über 6.000 Menschen in leeren Kasernen, Militärpferdeställen, in einer Mühle oder anderen Behelfsquartieren in Zbąszyń unter.30 Zuerst schliefen die meisten auf dem Boden, in größtem Durcheinander, nur mit dem, was sie mitgebracht hatten, bis Hilfsorganisationen wie das American Joint Distribution Committee (“Joint”) Strohmatratzen, Besteck, Waschzeug, frische Kleider u.a. verteilte und für gekochte Mahlzeiten sorgte. In den ersten Tagen konnten laut einem polnischen Bericht 2.336 Personen ins Landesinnere weiterreisen,31 und zwar solche, die die Weiterreise bezahlen konnten; Sender Mahler war nicht darunter. Am 31. Oktober wurden die Weiterfahrten von den polnischen Behörden gestoppt.

Wohl unter dem Eindruck der Verschleppung seines Vaters und den immer weiter verschärften antijüdischen Maßnahmen der Nazis fuhr der knapp 14-jährige Moishe zu seiner Schwester nach Belgien, mit dem Plan, dort die Diamantschleiferei zu erlernen. Am 10. Dezember 1938 kam er in Antwerpen an,32 ab 15. Dezember war er bei Rosa und ihrem Mann Berek/Berisch Wolf Fuks, Provinciestraat 161 gemeldet. In Antwerpen besuchte Moishe eine Jüdische Schule.33

Die in Karlsruhe Zurückgebliebenen wurden drangsaliert:
“Am Montag, den 14. November 1938 vorm[ittags] 6 Uhr sind unter Einsatz aller Kräfte der Sicherheits- und Ordnungspolizei – vergl. Funkspruch Nr. 29 vom 27.10.1938 M. d. I. – schlagartig bei den in anliegenden Listen genannten Juden polnischer Staatsangehörigkeit Kontrollen vorzunehmen, ob
a) die Genannten sich hier noch aufhalten
b) sie im Besitz polnischer Pässe sind
c) die Kinder in den Pässen eingetragen sind
d) etwa weitere polnische Juden sich bei ihnen aufhalten
[...] Der Polizeipräsident. Ausländeramt”34

35 Männer, 111 Frauen und 54 Kinder wurden kontrolliert. Fanny, Mirjam, Pesche und Mutter Sima wurden bei dieser Kontrolle in der Markgrafenstraße 24 angetroffen, Toni als Hausangestellte in der Nowackanlage 13. Dort lebte Familie Kaufmann: Emil Kaufmann, Vorstand der Israelitischen Religionsgesellschaft, seine Frau Minna geborene Ascher war 1934 verstorben.35 Die Kaufmanns waren entscheidend am Zustandekommen des Baus der Synagoge Karl-Friedrich-Straße in den 1870er Jahren beteiligt gewesen.36

Selde (Juni-Dezember des Jahres als Hausgehilfin im Hotel Köhler-Stern in Baden-Baden, Sonnenplatz angestellt) und Moishe (in Belgien) werden auf den Listen nicht erwähnt.
Kurz darauf wurden alle vom polnischen Staat formell ausgebürgert und damit staatenlos.

In den Monaten nach der Abschiebung der Männer stieg der Druck auf die zurück gelassenen Familien weiter. Ein Schnellbrief des “Reichsführer SS” vom 8. Mai 1939 ordnete an, „dass die [verbliebenen] polnischen Juden bis zum 31. Juli 1939 das Reichsgebiet zu verlassen haben oder in Konzentrationslagern untergebracht sein müssen”.37

Am 27. Juni 1939 berichtete das Ausländeramt Karlsruhe an die Gestapo in Berlin betreffs Aufenthaltsverbots, dass sich in Karlsruhe “noch eine größere Anzahl polnischer Juden [...] aufhält, deren freiwillige Abreise bis Ende Juli nicht anzunehmen ist”.38 Auf der beigefügten Liste stehen Marjem, Pesche und Selde, “selbstangegebener voraussichtlicher Reisetermin: 20. Juli 1939”. Fanny und Mutter Sima sind durchgestrichen. In einem Brief wurde den Schwestern vom Ausländeramt mitgeteilt: “Der Vollzug des Aufenthaltsverbots wird bis zum 20. Juli 1939 ausgesetzt. Ich unterstelle, dass Sie bis zum genannten Zeitpunkt das Deutsche Reich verlassen haben.“39 Vielleicht war Toni bereits nach England abgereist; wahrscheinlich hatten jedenfalls die drei Schwestern nun einen Termin für die Schiffsreise nach England. Sima wird mit der 16-jährigen Fanny bereits in Richtung Polen unterwegs gewesen sein, denn – in Pesche Mahlers Erinnerung – folgten die beiden Frauen dem Vater “im Juni 1939”.41 In einer Erklärung von Selda Szajnfeld-Mahler heißt es, am 27. Juli [sic! gemeint ist vermutlich Juni] 1939 seien die beiden zwangsweise nach Zbąszyń gebracht worden, wo sie mit dem Vater zusammen bis Kriegsausbruch geblieben seien. Sender Mahlers Aufenthalt im Sommer 1939 im Lager Zbąszyń belegt auch eine damals angelegte Liste des Joint.42
Bis Kriegsausbruch stand Selde mit den Eltern und Fanny noch in Kontakt; dann wurde dieser unterbunden.43

Die Familie von Schwägerin Scheindel Fisch hatte ebenfalls bis Ende Juli 1939 Karlsruhe in Richtung Belgien verlassen.44 Eltern und Sohn fielen dem Holocaust zum Opfer.45

Im Juli 1939 wurde der Haushalt der Mahlers in der Markgrafenstraße 24 aufgelöst.46 Ein Lift (Container) mit der gesamten Wohnungseinrichtung, nach Warschau aufgegeben, ging “verloren”. Eine Entschädigung gab es dafür nie.47

Am 21. Juli 1939 ging ein “nochmals überprüftes Verzeichnis der zum Vollzug der Abschiebungshaft vorgesehenen Juden polnischer Staatsangehörigkeit” vom Karlsruher Ausländeramt an die Gestapo. In diesem Dokument fehlen alle Mahlers.48

Ende Juli wanderte Pesche nach England aus (Ankunft am 9. August), ihre Schwester Selde startete Anfang August; Marjem dürfte auch zu dieser Zeit abgereist sein, Toni wohl bereits früher.

Am 17. August 1939 berichtete das Ausländeramt an das Innenministerium betreffs Aufenthaltsverbot, von den in Karlsruhe ansässigen polnischen Juden: “haben 2 Männer, 6 Frauen, 3 Kinder das Reichsgebiet freiwillig verlassen; sind 61 Männer über die Grenze abgeschoben worden; befinden sich keine in Abschiebungshaft.
6 Männer, 14 Frauen, 7 Kinder [sind noch da,] zum großen Teil stehen sie vor ihrer Auswanderung, oder eignen sich wegen Alters oder Kränklichkeit nicht für ein Konzentrationslager. Bei 17 wurde Aufnahme in ein KL [=Konzentrationslager] bei der Geheimen Staatspolizei in Berlin beantragt.”49

Laut Seldes Bericht50 reisten die Eltern mit Fanny bei Kriegsausbruch von Zbąszyń ins polnische Landesinnere, in die Geburtsstadt des Vaters, Tarnogród. 1940 führt eine städtische Liste von Tarnogróder Arbeitssuchenden Sender Mahler auf.51 Seine Großnichte Rivka H. bestätigte 2009, dass er mit Frau und Tochter im Haus des Bruders Jecheskel lebte.52

Ab 13. Dezember 1940 ist belegt, dass Moishe in Antwerpen-Berchem, Krijtstraat 12 bei seiner Schwester Rosa und deren Mann gemeldet war.53 Von 12. Februar bis 14. August 1941 war er vorübergehend in der Provinz Limbourg in dem Ort Zolder, Dorpstraat 6. Dann nennen die penibel geführten Naziakten aus Belgien seinen Aufenthalt in Bruxelles-Schaerbeek, Emmanuel Hielstraat 4, zuletzt ab 4. November 1941 in Bruxelles-St. Gilles, Rue d'Angleterre 13.54

Shoa
Im September 1939 wurde Tarnogród von deutschen Truppen eingenommen und durch Beschuss teilweise zerstört. Es gab Plünderungen und Vandalismus, so auch teilweise in der Synagoge.

Abraham Mahler (geboren 17. Februar 1917, Sohn von Jecheskel und Sara geborene Zetz),55 bezeugte nach dem Krieg, dass sein Onkel Sender und dessen Frau Sima im September 1939 in Tarnogród waren. Er selbst (Abraham) habe zu der Zeit seine Flucht in sowjetisches Territorium geplant und sie ebenfalls dazu überreden wollen, sie seien aber in Tarnogród geblieben.56

Die deutschen Besatzer nahmen in der Umgebung Geiseln, um 200.000 Zloty in Geld und Wertsachen zu erpressen. Etwa Mitte September zogen sich die Deutschen zurück, die exakte Trennlinie zwischen dem deutschen und dem sowjetischen Interessengebiet war noch unklar. Am 17. September begann die sowjetische Besetzung Ostpolens in Übereinstimmung mit dem geheimen Zusatzprotokoll des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakts, auch Hitler-Stalin- bzw. Molotov-Ribbentrop-Pakt genannt. Die Stadt Tarnogród wurde in der Folge vier Tage lang von Sowjettruppen eingenommen. Nach der am 28. September 1939 endgültigen Festlegung der Demarkationslinie im Geiste dieses Abkommens zogen die Rotarmisten dann nach Osten ab.

Gegen Ende des Jahres 1939 trat eine scheinbare Beruhigung der Lage in Tarnogród ein, der polnische Bürgermeister wurde sogar wieder eingesetzt. Anfang 1940 wurde aber ein Judenrat gebildet, der die Flüchtlingsunterbringung zu organisieren und Zwangsarbeiter bereitzustellen hatte für die Deutschen. Und das bedeutete: für den Bau des Vernichtungslagers Belzec und für Schanzarbeiten der Nazi-Kriegsführung gegen die Sowjetunion.

Juni 1941 meldete der Judenrat 2.730 Juden in Tarnogród, davon 600 Zwangsarbeiter, 300 Arbeitslose, 450 Bedürftige (gezählt wurden vemutlich Männer bzw. Haushaltsvorstände). Im Sommer 1941 verschlechterten sich die Lebensbedingungen mit dem deutschen Einmarsch in der benachbarten UdSSR. Die jüdische Bevölkerung in Tarnogród durfte den Ort nicht mehr verlassen; der Winter 1941/42 war besonders hart und die Zahl der Bedürftigen stieg laut Judenrat auf 850. Im Mai 1942 wurde das Ghetto eingerichtet, bestehend aus einer Straße und einigen angrenzenden Gassen. Auch Menschen von auswärts wurden hier eingewiesen, die Einwohner/innenzahl stieg im Sommer 1942 auf über 3.000. Durch Überbelegung, Mangel an Lebensmitteln und an Wasser sowie sanitäre Probleme kam es zu vielen Todesfällen, der örtliche Friedhof reichte nicht mehr aus, Bestattungen fanden in Biłgoraj statt. Immer wieder wurde der Judenrat gezwungen, Abgaben einzusammeln, jedes Mal etwa 20.000 Zloty, d.h. etwa 10.000 RM, d.h. schätzungsweise 37.000 € entsprechend der Kaufkraft von 1939.57

Im Sommer und Herbst 1942 ging fast das gesamte jüdische Tarnogród unter. In dem Buch "Pinkas Kehillot Polin" (1999)58 werden die Ereignisse folgendermaßen umschrieben: Am 9. August 1942 wurde dem Judenrat befohlen, 1.500 Juden für ein Arbeitslager bereit zu stellen. Tatsächlich wurden dann 800 auf Lastwagen nach Biłgoraj gebracht und von dort nach Belzec in den Tod. Am 2. November 1942 wurden die meisten verbliebenen Jüdinnen und Juden, etwa 2.500 Männer, Frauen und Kinder, auf dem Marktplatz gesammelt; etwa 50 Kranke und Alte wurden zum Friedhof geführt und erschossen. Die übrigen mussten von Tarnogród über 20 km nach Biłgoraj marschieren, wurden von dort am nächsten Tag per Zug nach Belzec gebracht und sofort ermordet.

Abraham Mahler gab allerdings 1956 für seinen Onkel Sender in einem Gedenkblatt als dessen Todesort, -zeit und -umstände an: “bei der Liquidierung des Ghettos”. Und zu “Fania, 16 Jahre alt” wiederum das gleiche.59
Feiga N. schrieb 1955, dass ihre Tante Sima Mahler von den Nazis 1942 in Tarnogród umgebracht wurde, ihr Onkel Sender ebenfalls in Tarnogród “ermordet von den Deutschen 1942”.60
Anshel Mahler (Sohn von Senders Bruder Chaim, damals auf der Flucht in Russland) bestätigte 2009, dass Sender, Sima und Fanny sowie weitere Angehörige seines Wissens in Tarnogród umgebracht wurden.61

Die Enkelin seines Bruders Jechezkel, Rivka H., schildert 2009 das schreckliche Ende:62 Sender mit Sima und Fanny, Schwester Hudes mit ihren Kindern sowie Frau und Tochter des Bruders Chaim wurden mit anderen zusammen vor der Synagoge in Tarnogród zusammengetrieben, erschossen und in einer Grube verscharrt, die mit Kalk bestreut wurde.

Yadvashem belegt ebenfalls in einer Gedenkliste für Tarnogród, dass auch Jecheskel Mahler und Frau Sara mit den Töchtern Perele und Towa63 sowie Senders Schwester Hudes verheiratete Lewinson mit ihren Kindern Rivka, Anshel, Moshe und Yonatan dort ermordet wurden.64 Rivka H. wies 2009 darauf hin, dass einer der Söhne, vermutlich Moshe Lewinson, zwar niedergeschossen wurde, aber in die Wälder entkam. Ein Pole habe ihn an die Deutschen verraten, die den Jungen töteten. --

Der 17-jährige Moishe Mahler gelangte indessen am 17. August 1942 von Brüssel aus mit “Arbeitseinsatzbefehl Nummer 8684” nach Mechelen/Malines in das “SS-Sammellager für Juden” in der dortigen Dossin-Kaserne.

Als sein Beruf wird in der Deportationsliste65 “Kürschner” angegeben, vielleicht hatte er zuletzt im Pelzhandwerk gearbeitet. Von Mechelen wurde er am 25. August 1942 mit Transport V als “Nr. 281” nach Auschwitz-Birkenau deportiert.66 Am übernächsten Tag, dem 27. August wurden 995 Menschen,67 darunter 232 Kinder, dort eingeliefert. Nach der "Selektion" wurden 114 Frauen und 101 Männer als Häftlinge registriert; die anderen 780 Menschen den schrecklichen Weg zu den Krematorien geführt und vergast.68 Über Moishes Schicksal gibt es keine weitere Nachricht, er kam dort zu Tode.

Familie Fuks-Mahler gelangte ein halbes Jahr später, am 5. Februar 1943 in das Lager Mechelen/Malines.69 Sie wurden am 19. April 1943 im XX. Transport als "Nrn. 479 bis 482" nach Auschwitz-Birkenau deportiert.70 Im selben Zug war auch Godel Herschlikowitsch aus Karlsruhe. Dieser XX. Transport, ein Güterzug mit vermutlich 1.631 Menschen, wurde zu einem Symbol des Widerstands gegen die Ermordung der europäischen Juden, da er von drei Studenten, als einziger Deportationszug überhaupt, mit Hilfe eines Revolvers und einer roten Sturmlaterne in der Nähe von Boortmeerbeek gestoppt wurde. Über 100 Personen konnten entkommen.

Am 22. April 1943 verzeichnet das Kalendarium des KZ Auschwitz-Birkenau: “Mit dem 20. Transport des RSHA aus Belgien sind 1480 Juden aus dem Lager Malines eingetroffen."71 Dieser Tag ist als der Todestag von Rosa und ihrer Familie anzunehmen, sie haben nicht überlebt.72

Pesche Mahler schrieb Mitte der 1950er Jahre in einem Brief an deutsche Behörden:
“Meine Eltern habe ich durch diese Zeiten verloren, sowie 2 Schwestern und meinen einzigen Bruder”.73


Nachkriegszeit und Gegenwart
Der überwiegende Teil der Nachbarschaft im Karlsruher “Dörfle” wurde bei der Altstadtsanierung der 1970er Jahre abgerissen. Der Eingangstorbogen der Lidellschule ist übrig geblieben. Der Ort der ehemaligen Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft, Karl-Friedrich-Straße 16, ist heute eine leere Fläche, mit einer einfachen, kaum wahrnehmbaren Gedenktafel an der Zufahrt. Es bleiben zwei wohlgepflegte Friedhöfe. Einen davon legte die Austrittsgemeinde 1872 in der Karl-Wilhelm-Straße (heute Haid-und-Neu-Straße) an. Die nach dem Krieg wieder vereinigte, pluralistisch verfasste jüdische Gemeinde der Gegenwart mit ihrem 1971 errichteten Bau hat wieder Mitglieder aus Osteuropa, z.B. aus Russland und Rumänien.

Kinder von Senders Bruder Jecheskel überlebten:74
Tochter Feiga N. (gest. 1998 in Tel Aviv), mit Sohn Chaskel in London und Tochter Rivka in Holon, mit vier Kindern; Sohn Abraham (geboren 17. Februar 1917, gest. 1985 in Haifa), in den 1950er Jahren in Kiryat Chaim (nahe Haifa),75 mit drei Töchtern: Manya, Tova und Pnina.

Senders Bruder Chaim überlebte, dessen Sohn Anshel lebt in Haifa, mit Frau Surele, vier Kindern und vielen Enkelkindern.76

Vier Töchter von Sender und Sima Mahler fanden in England ein Zuhause und erhielten die britische Staatsbürgerschaft.

 Mirjam heiratete den Optiker Shimon Last und lebte in London. Die Ehe blieb kinderlos.
 Pesche blieb unverheiratet. Sie ging zunächst als Haushaltshilfe nach Manchester, ab 1941 arbeitete sie als Näherin und Schneiderin in London, u.a. bei den Firmen L. Sandler und bei Glicksmann & Sons.
 Toni heiratete 1944 in London den in Lubartów bei Lublin geborenen Weinhändler Josef Szajnfeld, Sohn von Itzhak und Rivka.77 Toni starb nach schwerer Krankheit am 16. Mai 1953 in London. Sie hinterließ zwei Töchter: Rita Sabina – benannt nach der Großmutter – und Mavis Rosalind, benannt nach der ermordeten ältesten Schwester der Mutter.
 Selde arbeitete in London zunächst als Hausangestellte, 1940-1953 als “blouses finisher” in einer Fabrik. Ab 1953, nach dem Tod ihrer Schwester Toni, führte sie den Haushalt ihres Schwagers und ihrer zwei kleinen Nichten. 1955 heiratete sie den Witwer Josef Szajnfeld und wurde damit die Pflegemutter der Kinder.78

Wie ihre Väter halten ihre Nachkommen heute die jüdischen Traditionen lebendig: etwa das Lernen der Tora, die Wohltätigkeit, die freudige Beachtung des Schabbat.

(Christoph Kalisch, Oktober 2009)


Anmerkungen:
[1] Es ist wahrscheinlich, dass das Ehepaar Mahler nach jüdischem Ritus verheiratet war, aber erst in Deutschland die standesamtliche Eheschließung nachholten, wie es bei manchen Familien aus Osteuropa der Fall war.
[2] Wohl Hofgebäude 2, später heißt es: Haus 6, d.i. heutige Rüppurrer Str. 20f.
[3] Schendel/Scheindla Cywia wird zunächst mehrfach als geborene Englard genannt, dann später (wohl wegen fraglichem Status der elterlichen Ehe) als geb. Narzissenfeld geführt. Geboren 30. Januar 1885 in Przeworsk. Simon Fisch erstmals im Adressbuch 1916 unter dieser Adresse
[4] Geburtsurkunde Simeon E.
[5] u.a. Perle, später verh. mit Sam Sugarman (Paris/Toronto).
[6] Das Polish Business Directory 1929 verzeichnet unter http://www.jewishgen.org/jri-pl/bizdir/bd1929.htm in Tarnogród: Maler, Chaskiel; Maler, Chaim (beide: Tuche). Für Chaskel steht im Gbl: ssocher, chenvani: Händler, Ladenbesitzer).
[7] http://www.jewishgen.org/Yizkor/pinkas_poland/pol7_00250.html .
[8] http://www.jewishgen.org/jri-pl/bizdir/bd1929.html .
[9] Generallandesarchiv Karlsruhe (GLA) 480/22684.
[10] http://www.shtetlinks.jewishgen.org/Kolbuszowa/Przeworsk/Przeworsk9.html .
[11] Geburts- und Sterbeurkunde, Hauptstaatsarchiv Stuttgart, J 386 Bü 311, S. 84f.
[12] GLA 480/35676.
[13] GLA 480/35674 und ITS T/D Akte 977460.
[14] Adressbuch 1929-1939.
[15] Angabe Helen Schwebel-Leidner September 2009.
[16] GLA 480/27664.
[17] Hinweis auf Frömmigkeit, Helen Schwebel-Leidner 2009.
[18] Judenregister (Musée juif de Belgique) Dezember 1940.
[19] Vgl. Deportationsliste.
[20] Angabe von Selda Szajnfeld-Mahler; GLA 480/27662.
[21] GLA 480/22684.Hermann Klein und Ludwig Kullmann hatten 1906 den Eisenwarenhandel gegründet. Sie gelangten später nach Israel.
[22] Auskunft Gini Strom geb. Weissbarth, London 2009.
[23] Aussage 1967, vgl. 480/35675.
[24] Louis Maier: Schweigen hat seine Zeit, Reden hat seine Zeit. Ubstadt-Weiher, 2000, S. 89f.
[25] Angabe Helen Schwebel-Leidner, September 2009.
[26] Zitiert nach Josef Werner: Hakenkreuz und Judenstern, S. 176.
[27] Mündlich bestätigt von Frau Schwebel-Leidner, September 2009.
[28] Gestapo-Transporte Gestapo-Bereich Württemberg-Baden VCC 155 / XIII, VCC 82 a, VCC 159 Ordner 26, S. 9.
[29] Vgl. dazu Jerzy Tomaszewski, Auftakt zur Vernichtung. Die Vertreibung polnischer Juden aus Deutschland im Jahre 1938. Aus dem Polnischen von Victoria Pollmann. Osnabrück 2002.
[30] Vgl. Sibyl Milton: “The Expulsion of Polish Jews from Germany October 1938 to July 1939”, in: LBI Year Book, 1984, vol. 29, p. 169-99 und Karl Jonca: “Expulsion of Polish Jews from Germany”, in: Polin. Studies in Polish Jewry, 1994, vol 8, p. 255-81.
[31] Grenzpolizeikommissariat Zbaszyn, zit. in Jonca, S. 267.
[32] Judenregister (Musée juif de Belgique).
[33] GLA 480/27662.
[34] Gestapo-Transporte Gestapo-Bereich Württemberg-Baden VCC 155 / XIII, VCC 82 a, VCC 159 Ordner 26, S. 17 ff, vor allem S. 20.
[35] Der Israelit, 8.1.1934, S. 12.
[36] Hinweis Fr. Schwebel-Leidner, London September 2009.
[37] Gestapo-Transporte Gestapo-Bereich Württemberg-Baden VCC 155 / XIII, VCC 82 a, VCC 159 Ordner 26, S.49.
[38] Ebenda, S. 57.
[39] GLA 480/27662.
[40] So Pesche in GLA 480/22684.
[41] GLA 480/27663, Dokument von 1960. Gemeint ist hier vielleicht: Juni.
[42] Namenliste der Juden, die im Sommer 1939 in Zbąszyń waren im Archiv des American Jewish Joint Distribution Committee in New York, zit. nach Bundesarchiv Gedenkbuch.
[43] GLA 480/27663.
[44] ITS Ordner 26/Seite 95.
[45] Yad Vashem zit. nach Klarsfeld.
[46] So Pesche, s.o.
[47] GLA 276-1/10539-40 (Restitutionsansprüche/Schlichter WGM-Verfahren).
[48) Ebenda S. 68, 69.
[49] Ebenda S. 73.
[50] GLA 480/27663, Mitteilung von 1960.
[51] List of Jewish victims in Tarnogrod, Poland, 1940. Item No 5777128, Zydowski Instytut Historyczny, Warszawa. Quelle: Shoah-related Lists Database/Yadvashem.org .
[52] Telefonat September 2009.
[53] Judenregister (Musée Juif de Belgique).
[54] Ebenda.
[55] Sohn des Yechezkel M., Senders Bruder.
[56] GLA 480/27663 Zeugenaussage Avraham Mahler.
[57] Geschätzt; Stand August 2008.
[58] http://www.jewishgen.org/Yizkor/pinkas_poland/pol7_00250.html .
[59] “im chissul ha-ghetto”. Gedenkblatt YadvaShem, übersetzt aus dem Hebräischen.
[60] “neherga al-jedej ha-nazim 1942”, bzw. “neherag al-jedej ha-germanim 1942” dito.
[61] Telefonat August 2009 mit A. Mahler.
[62] Telefonat September 2009 mit R. Houmi.
[63] K'doshej Kehillat Tarnogrod ve ha-Swiwa, List of Jews from Tarnogrod who perished during the Holocaust, Quelle: Shoa-Related Lists Database, Yadvashem.org .
[64] Gedenkblätter Yadvashem.
[65] Service of War Victims, Brussels (Joods Museum van Deportatie en Verzet).
[66] ITS-Akte und Transportliste.
[67] Schram, S. 996.
[68] Danuta Czech: Kalendarium der Ereignisse im Konzentrationslager Auschwitz Birkenau, S. 288.
[69] Der/die (wohl hochbetagte) L. J. Fox, 12 Gainsborough Gardens, London NW 11 schrieb 1980 Gbl. für seinen/ihren Bruder Berisch Wolf FUKS, Ehemann der Rosa geb. Mahler.
[70] http://users.telenet.be/holocaust.bmb/tpt/ff.htm
[71] Czech, Kalendarium, S. 474.
[72] Schreiben des Joods Museum van Deportatie en Verzet, Mechelen - Musée Juif de la Déportation et de la Résistance, Malines.
[73] GLA 480/22684, Unterstreichung im Original.
[74] Angaben Gedenkbll. und Angaben Rita Glatt Juni/Juli 2009.
[75] GLA 480/27663.
[76] Angaben Rita Glatt London Juni 2009. Ob die älteste Schwester Perla/Pnina überlebte, ist unklar.
[77] GLA 480/27662.
[78] Ebenda.