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Josef Adler, 1938. Porträt in der nationalsozialistischen "Judenkennkarte"

Personendaten

Joseph Adler

Nachname: Adler
Vorname: Joseph
Geburtsdatum: 19. Oktober 1883
Geburtsort: Schirrhofen/Elsass (Deutschland, heute Frankreich)
Familienstand: ledig
Eltern: Abraham und Sara, geb. Levy, A.
Verwandtschaftsverhältnis: Bruder von August, David, Henriette, Caroline und Fanny Dettling geb. A.
Adresse: Ostendstr. 9
1911: Degenfeldstr. 6
1913: Lachnerstr. 26
1915: Rudolfstr. 1
Beruf: Handelsreisender (Hausierer)
Deportation: 22.10.1940 nach Gurs (Frankreich)
Sterbedatum: 3. Januar 1942
Sterbeort: Gurs (Frankreich)

Biographie

Fanny Dettling
und ihre Geschwister Josef und Henriette Adler,
auch in Erinnerung an Caroline Adler, verheiratete Seiler

In der Imberstraße 3 in Durlach liegt ein Stolperstein des Künstlers Gunter Demnig in Erinnerung an Fanny Dettling. Sie stammte ursprünglich nicht aus Durlach, sondern aus dem elsässischen Schirrhofen. Dort war sie am 30. Juli 1881 als Fanny Adler geboren worden. Sie stammte aus einfachen Verhältnissen, darin blieb sie ihr Leben lang. Menschen wie sie hinterließen selten Zeugnisse ihres Lebens. Das wenige, was sich über sie und ihre Familie recherchieren ließ, wird im Folgenden dargestellt.

Fanny hatte mehrere Geschwister. Die Suche nach diesen wurde möglich durch die Einsicht der Standesregister der Gemeinde Schirrhofen; die Standesbücher nahezu aller Gemeinden in Frankreich bis ca. 1903 sind im Internet verfügbar ( http://www.archiveenligne.fr/ ). Da bekannt war, dass die Mutter von Fanny nach dem Tod des Ehemannes mit einigen ihrer Kinder aus Schirrhofen 1903 nach Karlsruhe zog, konnte auch gezielt geforscht werden. Unter dem Namen Adler fanden sich seit 1870 folgende Geburten in Schirrhofen:
- August, geboren am 3. Januar 1877: Eltern Abraham und Sara geborene Simon
- David, geboren am 14. August 1879: Eltern Abraham und Sara geborene Roos
- Fanny, geboren am 30. Juli 1881: Eltern Abraham und Sara geborene Roos
- Josef, geboren am 19. Oktober 1883: Eltern Abraham und Sara geborne Levy
- Henriette, geboren am 27. September 1886: Eltern Abraham und Sara geborene Roos
- Caroline, geboren am 20. Juni 1888: Eltern Abraham und Sara geb. Levy.
Durch die drei verschiedenen Geburtsnamen der „Mütter“ wären drei Familien Adler in Schirrhofen anzunehmen. Durch gesicherte Angaben aber ist bekannt, dass Henriette und Caroline (Line) Schwestern von Fanny waren. Tatsächlich konnte auch die Geburt von Sara Adler durch Vergleich ihres Sterberegistereintrags in Karlsruhe 1935, wo sie als geborene Roos geführt ist, mit dem ihres Geburtsortes Ettendorf im Elsass abgeglichen werden. Im dortigen Geburtseintrag vom 27. Januar 1849 steht aber geborene Simon, weil uneheliches Kind der Vogele Simon. Der Standesbeamte hat 1935 auch vermerkt, dass aus der Ehe dieser Sara Adler mit dem Kaufmann Abraham Adler vier Kinder vorhanden seien.
Nachweislich heiratete Sara Simon - die gemäß Abgleich mit dem Karlsruher Sterberegister von 1935 die Mutter von Fanny Dettling ist -, am 26. Januar 1876 in Schirrhofen den ursprünglich aus dem württembergischen Berlichingen im Amt Künzelsau stammenden Handelsmann Abraham Adler, auch er ist mit unehelicher Geburt verzeichnet. Eine weitere Sara aus Ettendorf zu dieser Zeit gibt es nicht. Alleine die genannte Sara Simon wurde am 27. Januar 1849 dort geboren. Das heißt, diese ist dieselbe, die im Karlsruher Sterberegister 1935 als geborene Roos aufgeführt wird. Da sich die oben genannten Caroline persönlich als Schwester von Fanny bezeichnet und aus anderen Aussagen zufolge Henriette ebenfalls als Schwester bezeichnet wird, die zusammen mit der Mutter in einer Wohnung in der Karlsruher Oststadt zusammenlebten, vergrößert sich die Verwirrung. Es ist aber der Schluss zu ziehen, die oben aufgeführten Kinder alle als die nur aus einer einzigen Ehe - der von Abraham und Sara Adler - stammend anzusehen. Über den Lebensweg der beiden ersten, von August und David, konnte nichts festgestellt werden. Sicher scheint nur, dass beide nicht Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung wurden.

Sara Adler zog nach dem Tod ihres Mannes Abraham und der Heirat der Tochter Fanny mit den unverheirateten Kindern Josef, Henriette und Caroline 1903 nach Karlsruhe - nicht mit Fanny, die bereits verheiratet war, dazu unten mehr. Sie fanden eine Dachwohnung in der Oststadt, Ostendstraße 2. In diesem Stadtteil lebte sie bis zum Ende, konnte den Lebensunterhalt durch gelegentliche Näh- und Hausarbeiten nur schwer fristen. Die heranwachsenden Kinder mussten durch Arbeit helfen, das Überleben zu sichern. 1911 zog die Familie in eine Hinterhofwohnung in der Degenfeldstraße 6, 1913 in eine Dachwohnung in der Lachnerstraße. Etwa 1915 schließlich wiederum in eine einfache Wohnung unter dem Dach in der Rudolfstraße 1. Wenigstens war von da an hinsichtlich der Bleibe Stetigkeit eingekehrt.

Josef Max Adler
Zu ihm ist fast überhaupt nichts bekannt. Der 1883 geborene Sohn von Sara Adler arbeitete als Hausierer. Vermutlich bot er Wäsche an, welche er von einem anderen jüdischen Geschäft bezog, wie viele in diesem Gewerbezweig. Es war mühselig und erbrachte nur ein geringes Einkommen. Josef blieb zeitlebens ledig und blieb im Haushalt der Mutter wohnen.
Er wurde am 22. Oktober 1940 wie fast alle badisch-saarpfälzischen Juden nach Gurs deportiert. dort starb er im Winter 1942 am 3. Januar 1942 mit nur 58 Jahren.

Henriette Adler
Auch über sie gibt es praktisch keine Aufzeichnungen. 1886 ebenfalls in Schirrhofen geboren, besuchte sie dort die Volksschule. Henriette blieb ledig und trug zum Unterhalt durch einfache Tätigkeiten bei. Um 1930/31 war sie nachweisbar Hilfsarbeiterin in der Nähmaschinenfabrik Haid & Neu, eine große Fabrik in der Oststadt. Auch sie wurde am 22. Oktober 1940 nach Gurs deportiert. Am 12. August 1942 erfolgte der Transport nach Auschwitz, wo sie um ihr Leben gebracht wurde.

Caroline (Line) Adler
Die jüngste der Schwestern heiratete früh. Vielleicht um aus dem sicherlich nicht einfachen Leben zu entkommen oder zur Sicherheit wegen ihrer Schwangerschaft? Am 22. September 1910 vermählte sie sich mit dem bereits zweimal verheirateten Elektromonteur Johann Weber, dabei konvertierte sie auch von der jüdischen zur protestantischen Konfession. Am 6. Januar 1911 gebar sie die Tochter Martha. Die Ehe verlief unglücklich und Line ließ sich 1914 scheiden. Sie zog wieder zurück zur Mutter und den Geschwistern. Im Juni 1920 heiratete sie erneut, den um 25 Jahre jüngeren verwitweten Arbeiter Wilhelm Friedrich Johann Seiler, der ebenfalls in der Rudolfstraße 1 lebte. Am 17. September 1920 kam der Sohn Fritz zur Welt und am 19. September 1922 noch eine Tochter. Wilhelm Seiler verstarb bereits am 11. Januar 1933. Für die Witwe Caroline Seiler muss es schwer gewesen sein, wieder auf die Mutter bzw. die Geschwister angewiesen zu sein, mit denen sie zusammenlebte. Eine Nachbarin schilderte später, dass zu dem Zeitpunkt nach 1940, als sie allein noch mit der Schwester Fanny zusammen in der Wohnung lebte, sie stets kränklich gewesen sei. Während die Geschwister Gelegenheitsarbeiten verrichteten, soll sie aber den Haushalt versorgt haben. Tatsächlich hatte Lina Seiler seit 1941 mehrere Krankenhausaufenthalte hinter sich, sie soll eine schwere Unterleibserkrankung gehabt haben. Am 22. Oktober 1940 wurde sie nicht nach Gurs deportiert, wohl wegen der minderjährigen Tochter, die „nur“ als so genannte Halbjüdin galt. Da sie ein „Sozialfall“ war, versuchte die Karlsruher Stelle der „Reichsvereinigung der Juden“ sie nach der Deportation der Schwester Fanny Dettling 1942 in einem Altenheim unterzubringen. Dies gelang nur unter Mühen, da die meisten Einrichtungen bereits aufgelöst waren. Schließlich kam sie in das bereits überfüllte Jüdische Altersheim in Mannheim, wo sie kurz darauf vermutlich aufgrund ihrer schweren Erkrankung am 23. September 1942 verstarb.

Fanny Adler, verheiratete Dettling
Nach dem Besuch der Volksschule in Schirrhofen verdingte sich das Mädchen Fanny zwischen 1897 und 1898 als Dienstmagd, so wie es bis dahin für viele Ärmere auf dem Land noch üblich war. Am 4. Januar 1902 brachte die 21-Jährige einen Sohn, Armand, in Schirrhofen zur Welt. Sie dürfte es als Glück empfunden haben, als sie im folgenden Jahr am 10. Oktober 1903 noch in Schirrhofen den am 14. September 1879 geborenen jüdischen Rechtsagenten (ohne juristische Qualifikation berechtigt, vor Gericht Eingaben von Mandanten einzubringen) und Kaufmann, Maximilian Wolff heiratete, der aus Rülzheim stammte und in Karlsruhe seinen Geschäften nachging. Mit der Heirat anerkannte er Armand amtlich als „miteinander erzeugt“. Die junge Familie ging nach Karlsruhe und wohnte in der Rudolfstr. 23. Wahrscheinlich war es Fanny, die so für den Umzug der Mutter und ihrer drei anderen Geschwister nach Karlsruhe im gleichen Jahr verantwortlich war. Diese wohnten auch nicht weit weg im gleichen Stadtviertel.

Für Fanny dürfte sich die soziale Lebenssituation verbessert haben. Mit Maximilian Wolff hatte Fanny am 23. November 1904 noch den Sohn Ferdinand. Doch die Ehe verlief nicht glücklich, wie die Dokumente des Scheidungsverfahrens zeigen. Fanny, die sich von ihrem Ehemann betrogen sah, verließ im Januar 1906 die gemeinsame Wohnung, Ferdinand blieb beim Ehemann. Im Januar 1908 wurde die Ehe schließlich auch förmlich geschieden. Fanny zog mit ihrem Sohn Armand in die mütterliche Wohnung. Zum Lebensunterhalt trug sie durch ihre Tätigkeit als Hilfsarbeiterin bei. Am 18. Mai 1910 bekam sie einen weiteren Sohn, Alfred, der später Modellschreiner wurde, 1935 heiratete und selbst einen Sohn bekam. Alfred - für die Nationalsozialisten ein „Halbjude“ - fiel als Soldat am 21. Februar 1942 an der Ostfront bei Budniza.
Vermutlich lernte Fanny während ihrer Arbeitstätigkeit, nachweislich entrichtete sie bis 1919 Beiträge zur Rentenversicherung, den Arbeiter Ludwig Johann Dettling kennen. Dieser war am 26. Juni 1866 in Durlach geboren worden, seit 1913 verwitwert, und Facharbeiter bei der Nähmaschinenfabrik Gritzner in Durlach gewesen. Am 30. Dezember 1920 heirateten die beiden in Durlach vor dem Standesamt. Fanny Dettling war zu diesem Zeitpunkt bereits protestantischer Konfession, das heißt, zwischen 1903 und 1919 muss sie konvertiert sein. Die beiden wohnten zusammen mit Fannys Söhnen, die den Nachnamen Adler beibehielten, in Durlach in der Imberstraße 3. Dies ist ein großes, einfaches Backsteinhaus, damals am Stadtrand gelegen. Vermutlich hatte Fanny Dettling dort die besten Jahre ihres Lebens. Am 10. Mai 1937 starb ihr Ehemann. Offensichtlich bestand zwischen Fanny Dettling und den Kindern aus der ersten Ehe ihres verstorbenen Mannes kein gutes Verhältnis. Sie sah sich gezwungen, zunächst in der Durlacher Ernst-Friedrich-Straße zu wohnen, musste sich dann aber, nachdem Juden - wozu sie die nationalsozialistische Rassepolitik erklärte - seit 1939 nicht mehr in „arischen“ Häusern wohnen durften, eine neue Bleibe suchen und fand sie in einem so genannten Judenhaus in der Markgrafenstraße 34, wo sie sich mit mehreren eine Wohnung teilen musste. Noch 1940 aber zog sie zurück in die Rudolfstraße 1. Nach dem Tod der Mutter Sara 1935 und nach der Deportation der Geschwister Josef und Henriette am 22. Oktober 1940 lebte dort nur noch die Schwester Caroline verheiratete Seiler. Die ehemals größere Wohnung war bereits verkleinert und durch Einziehen einer Tür im Flur geteilt worden. Mit der neuen Nachbarin, einer Nichtjüdin, scheint eine gute Nachbarschaft bestanden zu haben. Offensichtlich war sie es auch, zu der Fanny Dettling bis zum Schluss noch persönliche Beziehungen pflegte. Fanny trug so gut es ging zur Ernährung bei, indem sie bei verschiedenen Leuten im Haushalt nähte, während Schwester Caroline den Haushalt besorgte, soweit sie noch konnte. Im September 1941 wurde für die Juden in Deutschland das Tragen des „Judensterns“ zwingend. Fanny Dettling lehnte den Empfang durch die „Reichsvereinigung der Juden in Deutschland“ entschieden ab, da sie „davon nicht betroffen“ sei (als Witwe eines „Ariers“ und Sohnes in der Wehrmacht), wie sie selbstbewusst meinte. Auch ihrer Deportation versuchte sie zu begegnen. Seit Ende 1941 begannen die Transporte aus Deutschland, Juden wurden zunächst in Ghettos in das besetzte Osteuropa gebracht. Auf einer Liste der Gestapo an die „Reichsvereinigung der Juden in Deutschland“ vom 28. März 1942 sind 163 Namen für den Abtransport aus Baden über Karlsruhe nach Stuttgart aufgeführt, davon einige bereits wieder gestrichen. Gründe für Streichungen waren zum einen eine mangelnde Transportfähigkeit, die durch ein ärztliches Zeugnis nachgewiesen werden musste. Zum anderen wurden auch Personen mit „Mischlingshintergrund“ verschont, oder deren Söhne als „Frontkämpfer“ oder als „im Krieg gefallen“ angegeben wurden. Auch der Name Fanny Dettling ist enthalten. Am 30. März, auf einer weiteren Liste, hervorgegangen aus der o.g. ersten, wird vermerkt, Fanny Dettling habe schon seit Wochen mitgeteilt, ein unehelicher Sohn sei im Krieg gefallen (Alfred, 1910 geboren). Zu diesem Zeitpunkt erholte sie sich gerade auch von einem Bruch des Armes. Kurz nach Ostern, am 24. April 1942 wurde Fanny Dettling zum festgelegten Termin aus ihrer Wohnung von Gestapobeamten abgeholt. Ihr Neffe Fritz Seiler trug ihr dabei den Koffer herunter, nachdem sie sich zuvor noch von der Nachbarin verabschiedet hatte. Die Abgeholten mussten in Stuttgart zusammengepfercht in einer Ausstellungshalle auf dem Killesberg noch zwei Nächte ausharren. Fanny Dettling wurde zusammen mit 278 anderen mit dem Zug am 26. April 1942 vom Stuttgarter Nordbahnhof aus nach dem Osten abtransportiert. Auf eine Anfrage zum Verbleib der am 26. April Deportierten berichtet der Vertreter der „Reichsvereinigung der Juden“ in Karlsruhe, Karl Eisemann, am 9. Mai 1942, dass alle vermutlich am 30. April (tatsächlich am 29. April) „in Izbica ausgeladen“ worden seien. „Jedenfalls sind von diesem Ort vereinzelt kurze Nachrichten eingegangen. Über Unterbringung und die Arbeitsmöglichkeiten haben wir noch nichts erfahren.“ Izbica war ein Transit-Ghetto bei Lublin in Polen, das Anfang 1942 eingerichtet worden war für Juden im besetzten „Generalgouvernement“. Zwischen März und Juni 1942 wurden 17.000 reichsdeutsche Juden dorthin transportiert. Es war eine fürchterliche Situation für die Betroffenen. Polnische Juden im Ghetto mussten noch enger zusammenrücken um Platz für deutsche Juden zu machen, wo es ohnehin schon keine Lebensgrundlage mehr gab. Die erwähnte Nachbarin von Fanny Dettling in Karlsruhe gab später an, dass sie von dort eine Karte von Fanny Dettling erhalten haben will, in der diese schrieb, es gehe ihr gut und der gebrochene Arm sei wieder besser. Wenn dies zutrifft, wäre dies das letzte Lebenszeichen von Fanny Dettling. Ab März 1942 wurden Insassen des Ghettos Izbica in das neue Vernichtungslager Belcez und ab Mai 1942 auch nach Sobibor gebracht.
Wenn Fanny Dettling nicht zuvor in Icbiza verstorben ist, so muss sie dorthin deportiert und ermordet worden sein. Die genauen Umstände werden sich nie mehr feststellen lassen.

Danach
Fanny Dettlings ältester Sohn Armand Adler hatte 1925 geheiratet, im gleichen Jahr kam eine Tochter zur Welt, sie lebten seit 1930 in der Morgenstraße. Er war Arbeiter bei der Reichspost. Als seine Verbeamtung anstand, wurde er 1940 als so genannter Halbjude entlassen und konnte danach die Familie nur durch kärgliche Hilfsarbeiten ernähren. 1944 musste er noch Zwangsarbeit bei der Wiederherstellung des Westwalls leisten und entging einer befürchteten Deportation im Frühjahr 1945 nur durch Verstecken in Neureut. Mit dem Ende des NS-Regimes gelangte er wieder in den Postdienst, wurde Postobersekretär und Mitglied des Personalrats. Er starb 1994, seine Witwe 1996.

Der 1942 gefallene Sohn von Fanny Dettling, Alfred Adler, hatte seinen 1940 geborenen Sohn als Halbwaisen zurückgelassen. Als auch die Mutter im Oktober 1945 verstarb, wurde das sechsjährige Waisenkind 1946 von einem Bäckermeister aus Karlsruhe adoptiert und erlernte später selbst das Bäckerhandwerk. In ihm lebt ein direkter Nachfahre von Fanny Dettling in Karlsruhe fort.

(Sarah Bauer, Kim Dambach und Florian Schramm, 11. Klasse Markgrafen-Gymnasium, August/November 2012)


Quellen und Literatur:
Personendaten: AmtEST Personenkartei, STAK 1/AEST/1237;
Erhebungsbogen: STAK 1/AEST/38,1;
Staatsangehörigkeit, 1918: STAK 6/BZA 881;
Josef Werner S. 457;