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Kurt Baer, Februar 1939. Porträt in der nationalsozialistischen "Judenkennkarte". Der kahlgeschorene Kopf zeugt davon, dass das Porträt unmittelbar nach der KZ-Haft in Dachau entstanden ist

Personendaten

Kurt Baer

Nachname: Baer
Vorname: Kurt
Geburtsdatum: 17. März 1912
Geburtsort: Karlsruhe (Deutschland)
Familienstand: ledig
Eltern: Julius und Zilly B.
Verwandtschaftsverhältnis: Bruder von Norbert und Karola Münzer, geb. Baer
Adresse: 1912-1915: Kaiserstr. 22
1915-1926: Markgrafenstr. 47
1926: Leopoldstr. 44
1927: Gluckstr. 16
1929: Körnerstr. 4
1931: Zähringerstr. 74
1933: Sophienstr. 116
Morgenstr. 14, [?]
1939/1940: Steinstr. 12
Beruf: Kaufmännischer Angestellter
Deportation: 11.11.1938-23.1.1939 in Dachau (Deutschland)
24.1.1939 nach Kislau (Deutschland)
später nach Mauthausen (Österreich)
Sterbedatum: 21. Oktober 1941
Sterbeort: Mauthausen (Österreich)

Biographie

Julius und Kurt Baer

Zur Erinnerung an die Familie Baer

Der älteste Sohn der Familie, Norbert Baer, geboren am 1. November 1909, hat den Holocaust überlebt. Leider haben wir etwas zu spät begonnen, uns mit dem Schicksal der Familie Baer zu beschäftigen. Der damals 95-jährige Norbert Baer hat einen Brief mit vielen Fragen zu seiner Familie nicht mehr beantwortet. Er hatte sich das erste Mal 1963 aus dem amerikanischen Bundesstaat New York wieder nach Karlsruhe gewandt, nachdem er in der deutschsprachigen Wochenzeitung „Aufbau“ den Aufruf der Stadt Karlsruhe an die ehemaligen jüdischen „Mitbürgerinnen und Mitbürger“ zur Kontaktaufnahme gelesen hatte. Daraus entwickelte sich eine Korrespondenz mit seiner Geburtsstadt über viele Jahre. Ein Brief erreichte uns sogar noch 2005. Norbert Baer berichtete in seinen Briefen, dass er sich oft der Tage seiner Kindheit und Jugend in Karlsruhe erinnere. Ostern 1915 trat er in die erste Klasse der Lindenschule in der Nähe des alten Bahnhofs an der Kriegsstraße ein. Der Erste Weltkrieg hatte schon begonnen, und die Kinder mussten wegen des Fliegeralarms ab und zu in den Keller. Auch an die Großherzogin Luise, die mit ihrem Pferdewagen durch die Straßen fuhr, konnte sich Norbert Baer noch gut erinnern. Insbesondere blieb ihm noch ein Kinderfest im St. Vincentiushaus am Karlstor im Gedächtnis. Alle Mitwirkenden einer Vorführung, zu denen er auch gehörte, wurden von einer Hofdame von der Bühne heruntergeholt und der Großherzogin vorgestellt. Mitteilungen über seine im Nationalsozialismus ermordeten Geschwister Kurt und Karola sowie seinen Vater Julius konnte er nicht machen.

Julius Baer kam am 17. Mai 1881 als Sohn von Bernhard und Mina Baer in Untergrombach auf die Welt. Sein Vater hatte das Metzgerhandwerk ausgeübt. In diesem ehemals katholischen Dorf des Hochstifts Speyer, heute Stadtteil von Bruchsal, lebte bereits seit dem Dreißigjährigen Krieg ein bedeutender jüdischer Bevölkerungsanteil. Der häufige jüdische Name „Baer“ hat in dieser Region seinen Ursprung.
Wann genau Julius Baer nach Karlsruhe kam, lässt sich nicht feststellen. Jedenfalls wird er erstmals im Karlsruher Adressbuch von 1910 genannt mit der Wohnanschrift Kaiserstraße 22. Von Beruf war er Textilwarenkaufmann.
Am 5. Dezember 1908 heiratete er die in Schluchten bei Heilbronn geborene Zilli Schwarzwälder. Das junge Ehepaar ging nach Karlsruhe, zusammen mit den Eltern Zillis, Elias und Karoline Schwarzwälder, er war Lehrer gewesen, lebten sie einer Wohnung in der Kaiserstraße 22. Im gleichen Haus betrieb Julius Baer auch sein Geschäft. Rasch kam der erste Sohn zur Welt, Norbert, geboren am 1. November 1909. Etwas später, am 17. März 1912 folgten die Zwillinge Kurt und Karola.
Die größer gewordene Familie musste umziehen und fand in der Markgrafenstraße 47 ein neues Domizil. Diese Anschrift ist im Karlsruher Adressbuch von 1915 verzeichnet mit dem Zusatz „Manufakturwaren“, vermutlich betrieb Julius Baer von der Wohnung aus seine Profession, die anscheinend eine reine Handelsvertretertätigkeit war. In den nachfolgenden Adressbüchern sind weitere zahlreiche Umzüge der Familie dokumentiert: 1926 Gluckstraße 16, 1929 Körnerstraße 4, 1930/31: Zähringer Straße 74, 1933/34 Sophienstraße 116, 1937 Lessingstraße 41. Die berufliche Position scheint keine gesicherte gewesen zu sein, doch wenigstens zeitweise war das Auskommen wohl ein gutes. Julius Baer wechselte auch die Sparte. Zu einem allerdings nicht mehr feststellbaren Zeitpunkt wirkte er als Handlungsreisender auf alleiniger Provisionsbasis für die Rohproduktenfirma Haas & Co. Der Firmeninhaber Walter Haas war mit seinen Umsätzen offensichtlich hoch zufrieden und bezeichnete ihn später als „einer der besten Reisenden und persönlich ein tüchtiger und ehrenwerter Geschäftsmann.“ Nachdem Haas zusätzlich als Teilhaber in die 1931 gegründete Firma Rheinische Saaten GmbH einstieg, vertrat Julius Baer auch diese Firma. Daneben scheint er weitere Produkte im Landwirtschaftsbereich, nämlich Vieh, Äpfel und anderes an die Nachfrager gebracht zu haben. Er muss auf dem Land sehr viel herum gekommen sein. Als tüchtiger Verkäufer konnte er abhängig von Saison und der wirtschaftlichen Gesamtlage ein einigermaßen passables, jedoch wechselhaftes Einkommen erzielen.

Der älteste Sohn Norbert besuchte ab 1919 die Kant-Oberrealschule (heute Kant-Gymnasium). Er wiederholte die siebte Klasse und ging nach der Obertertia (9. Klasse) ab. Er war sehr sportlich, ab etwa 1927 war er aktiv beim Fußballclub „Phönix Karlsruhe“ – dem Vorläufer des KSC -, jedoch in der Leichtathletikabteilung und hier insbesondere im Langstreckenlauf .
Im Anschluss an die Schulzeit absolvierte Norbert Baer eine Lehre bei der Metallwarenfabrik Gebrüder Palm in Malsch bei Rastatt. Von 1928 bis 1929 arbeitete er bei der Firma Rosenberger & Co., Werkzeug-Maschinen in Karlsruhe und anschließend bis 1931 bei der renommierten Eisenhandlung L.J. Ettlinger in der Kaiser- und Kronenstraße. Er wechselte im gleichen Jahr wie sein Vater in die neue Firma von Walter Haas, der Rheinischen Saaten GmbH, Schlachthausstraße 13.
Kurt Baer besuchte die Volksschule bis 1926 und absolvierte dann eine Lehre bei der Zigarrenfabrik Gebrüder Weil in Graben (Graben-Neudorf). Danach fand er Anstellung im modernen Kaufhaus Tietz in Karlsruhe.
Über seine Zwillingsschwester Karola ist über ihre Jugendjahre gar nichts bekannt.

Zerreißen der Familie
Die private familiäre Situation entwickelte sich nicht gut, es muss viel Leid in der Familie geherrscht haben. Die Ehe zwischen Julius und Zilli Baer war bereits im Juli 1930 geschieden worden. Die Umstände ließen sich nicht mehr eruieren. Zilli Baer verstarb mit 49 Jahren am 9. März 1931 nach einem Selbstmordversuch im Akademischen Krankenhaus Heidelberg. An welcher Krankheit sie litt, ist nicht bekannt.

Durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten geriet das Leben der verstreuten Familie endgültig aus den Fugen. Der Geschäftsinhaber Haas der Firma, in der sowohl Vater Julius wie Sohn Norbert arbeiteten, wanderte nach den antisemitischen Boykottmaßnahmen noch 1933 nach Palästina aus. Norbert Baer, bisher Buchhalter, bekam die Funktion eines Liquidators der Firma Haas, wofür er mit Prokura ausgestattet wurde. Als Jude fand er anschließend keine neue Anstellung und entschloss sich, nach Palästina auszuwandern. Er kam in Kontakt zum Makkabiverband, über den er die Vorbereitungen für Jugendliche nach Palästina durchlief. Für die Alijah – jüdische Einwanderung nach Palästina – absolvierte er einen Umschulungskurs in der Landwirtschaft zuerst auf dem Gut Altkarbe bei Landsberg a.d. Warthe und danach auf dem Gut Bomsdorf bei Gräfenheinichen bei Bitterfeld. Ende Juli 1936 erhielt Norbert Baer vom „Palästina-Amt“ in Berlin das Einwanderungszertifikat. Er fuhr noch einmal nach Karlsruhe, um sich von seinem Bruder Kurt und seinem Vater zu verabschieden, packte seine Sachen und fuhr Ende August mit einer Gruppe vom Makkabi nach Triest und von dort mit dem Schiff nach Haifa.
Karola Baer bekam im November 1933 eine Tochter, danach zog sie nach Heidelberg, 1936/37 nach Berlin, dort brachte sie am 19. Oktober 1937 den Sohn Wolfgang 1937 zur Welt. Sie arbeitete am dortigen Jüdischen Krankenhaus als Krankenschwester und verheiratete sich mit dem 1906 geborenen James Herbert Münzer. Mit ihm hatte sie den gemeinsamen Sohn Gad, geboren am 8. November 1941. Die Tochter lebte bei nichtjüdischen Pflegeeltern in Karlsruhe und überlebte die nationalsozialistischen Verfolgungen, trotzdem musste sie auch als junges Mädchen seit 1942 den Judenstern tragen. Die Familie Münzer wohnte in Berlin in der Levetzowstraße und in der Schillingerstraße.

Die gesamte Familie in Berlin kam durch den nationalsozialistischen Terror ums Leben. James Herbert Münzer nach den Erhebungen des International Trade Service in Arolsen bei der „SXXX/17207 Sonderaktion“ [um was es sich dabei handelte, konnte bis jetzt nicht aufgeklärt werden]. Karola blieb zunächst als Witwe mit ihren Kindern in der Berliner Elisabethstraße 53/54 wohnen. Im Transport Nr. 26 von Berlin am 12. Januar 1943 wurden Karola Münzer und ihre Kinder Wolfgang und Gad nach Auschwitz in den Tod deportiert.

Julius Baer
Julius Baer lebte nach dem Weggang seiner Kinder Karola nach Berlin und Norbert nach Palästina fast die gesamte Zeit allein. Beruflich konnte er offensichtlich keine Betätigung mehr finden. Seine letzte Wohnadresse war die Steinstraße 12, fast genau da, wo er nach dem ersten Umzug der Familie aus der Wohnung mit den Eltern seiner damaligen Ehefrau schon einmal gelebt hatte, nahe beim „Dörfle“, der Karlsruher „Altstadt“. Genaue Lebensumstände waren nicht mehr festzustellen. Gesichert ist, dass er die Reichspogromnacht am 9./10. November 1938 miterlebte. Am folgenden Tag wurde er wie Hunderte andere jüdische Männer Karlsruhes verhaftet und nach dem KZ Dachau verbracht. Dort musste er bis zum 28. Dezember bleiben. Spätestens danach muss in ihm der Entschluss und Wunsch gereift sein, Deutschland, in dem er alles verloren hatte, zu verlassen. Er strebte an, zu seinem Sohn Norbert nach Palästina zu kommen. Am 21. Juli 1939 bestätigte die „Auswanderer-Beratungsstelle“ seine Bemühungen darum und die Behörden einschließlich der Gestapo hatten „keine Einwände“. Doch die Emigration nach Palästina war nicht mehr möglich, sei es, dass die britischen Mandatsbehörden die Einreise vielleicht nicht erlaubten oder eher, dass der von Deutschland begonnene Krieg die direkte Ausreise nicht mehr möglich machte. Das Polizeipräsidium machte unter dem 3. Januar 1940 zu seinem genehmigten Passantrag den internen Aktenvermerk „bisher nicht erschienen“. Wie auch hätte Julius Baer zu diesem Zeitpunkt noch nach Palästina gelangen können?
Am 22. Oktober 1940 wurde er zusammen mit über 6.500 jüdischen Menschen aus Baden, der Pfalz und dem Saarland in das südfranzösische Lager Gurs verschleppt. Wegen der schlechten hygienischen Bedingungen und unzureichender Nahrungsversorgung starben dort Hunderte von Menschen, vor allem Alte und Kranke in den ersten Monaten. Julius Baer starb am 11. Dezember 1940 – er war gerade 59 Jahre alt.

Kurt Baer
Kurt Baer wurde noch im Jahr der Machtübergabe an den Hitlerfaschismus beim Warenhaus Tietz im August 1933 entlassen. Obwohl es ein Kaufhaus in jüdischem Eigentum gewesen war, war offensichtlich Druck ausgeübt worden, verheiratete NSDAP-Anhänger einzustellen und dafür andere junge Ledige zu entlassen. Danach fand Kurt keinen beruflichen Anschluss mehr. Der gerade 21-jährige Mann ging daraufhin außer Landes und schlug sich mit landwirtschaftlichen Arbeiten bei Bordeaux durch.
Ob er da bereits an eine Palästina-Emigration dachte, muss offen bleiben. Jedenfalls kehrte er im September 1934 nach Karlsruhe zurück. Unmittelbar darauf, am 7. November 1934 gibt er ein Vaterschaftsanerkenntnis ab. Aus einem Verhältnis mit der „arischen“ Hausangestellten Maria B. war am 17. November 1933 der Sohn Wolfgang geboren worden.
Kurt Baer wurde am 7. Februar 1935 in „Schutzhaft“ genommen und in das „Landesarbeitshaus Kislau“, d.h. KZ Kislau, eingeliefert, aus dem er neun Monate später am 15. November entlassen wurde. Laut Strafregisterauszug lag dem eine dreimonatige Gefängnisstrafe wegen „tätlicher Beleidigung“ zugrunde. Die Gestapo hatte die dreimonatige Strafe eigenmächtig verlängert. Zugleich scheint Marie B. eine Passsperre gegen ihn beantragt zu haben, damit er nicht ins Ausland gehen konnte, was Kurt wohl abermals vorhatte. Seine Verbindung zu der Mutter des Sohnes hielt er nach der Haftentlassung aufrecht, obwohl er offensichtlich für die „Familie“ nicht sorgen konnte. Maria B. arbeitet weiter als Hausgehilfin, während der Sohn Wolfgang bei ihren Eltern aufwächst. Kurt Baer wohnte allein in der Morgenstraße 14 und musste von wöchentlich 7 Mark Fürsorgeleistung auskommen.
Nur vier Monate nach seiner Arbeitshausentlassung kommt Kurt Baer in Polizeihaft und am 13. März 1936 in Untersuchungshaft ins Bezirksgefängnis Karlsruhe wegen „Rassenschande“, weil er angeblich noch im Dezember 1935 mit der Mutter seines Sohnes Wolfgang geschlechtlich verkehrt habe. Am 15. September 1935 war das „Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“ in Kraft getreten, demnach in § 2 „außerehelicher Geschlechtsverkehr zwischen Juden und Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes“ verboten war. In § 5 wird für den Fall der Zuwiderhandlung Gefängnis oder Zuchthaus angedroht. Das nationalsozialistische „Blutschutzgesetz“ bestimmte explizit, dass nur der Mann, unabhängig ob „deutschen“ oder „jüdischen“ Blutes, wegen „Rassenschande“ verurteilt werden könne.
Die Umstände der Verhaftung sowie der nachfolgende Prozess sprechen für sich.
Am 12. März 1933 wurde er vor dem Haus verhaftet, in dem Maria B. bei einem Zahnarzt im Haushalt arbeitete. Von diesem sei er gemäß der Vernehmung der Maria B. zum Gehen aufgefordert, und als er dem nicht nachkam, „auf die Ohren geschlagen“ worden. Dann habe der Zahnarzt die Polizei gerufen.
In der Vernehmung im Polizeipräsidium und vor dem Staatsanwalt wies Kurt Baer daraufhin, dass er Maria B. nur deshalb aufsuchen wollte, damit sie die Aufhebung der gegen ihn auf ihren Antrag hin verhängten Passsperre veranlasse.
Unter dem Druck der Vernehmung, welche auch die intimsten Aspekte nicht aussparte, machten beide widersprüchliche Aussagen zu ihrer Beziehung, die sie später zurückzogen. Was auch immer Polizei und Staatsanwaltschaft zu ergründen versuchten, sicher ist: eine zunächst von den Verfolgungsbehörden unterstellte Vergewaltigung hat nicht stattgefunden. Zu dieser Erkenntnis kam schließlich auch der Staatsanwalt.
Obwohl Kurt Baer auch einen einvernehmlichen Geschlechtsverkehr mit Maria B. bestritten hatte, wurde am 18. April 1936 Klage gegen ihn erhoben wegen verbotenen Geschlechtsverkehrs.
Während der Untersuchungshaft waren Besuche – die Schwester Karola hatte es versucht – und Briefe von Familienangehörigen verboten. Auch ein Schreiben an den Rabbiner Schiff wurde nicht weitergeleitet.
Die Gerichtsverhandlung am 16. Juni 1936 dauerte von 9 bis 11 Uhr, also lediglich zwei Stunden. Sie fand unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Böhringer statt. Die Staatsanwaltschaft hatte ein Jahr Zuchthaus beantragt. Kurt Baer wurde zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Von einer Zuchthausstrafe, so das Urteil, wurde abgesehen, da Maria B. sich „eines deutschen Mädchens durchaus unwürdig verhalten hat“. Als erschwerende Umstände sah das Gericht „ Sittenlosigkeit“ und „Trieb gerade zu arischen Mädchen“ an. Das behauptete Geständnis lässt sich weder dem in der Strafakte befindlichen Gutachten entnehmen, noch gibt es Protokolle von der Hauptverhandlung oder den Zeugenaussagen.
Kurt Baer hat offensichtlich am gleichen Tag auf eine Revision verzichtet. Ein entsprechendes Formular noch vor Gericht trägt seine Unterschrift, nicht aber die seines Anwalts.
Die Strafe musste Kurt Baer im Landesgefängnis Mannheim antreten. Offensichtlich war er sich seiner Lage, was die Dauer der Strafe anging, nicht bewusst. Im Januar 1937 reichte er beim Direktor des Gefängnisses ein Gesuch um Strafprüfung ein, da er der Auffassung war, dass aufgrund der zurückgelegten Haftzeiten seine Haft zum 16.12.1936 zu Ende gewesen sei.
Der Gefängnisdirektor urteilt über ihn in einer Stellungnahme an das Landgericht, dass er über die Haftzeit belehrt worden sei, und dass es sich bei ihm um eine „debile, minderwertige, seelisch abwegige degenerierte Persönlichkeit“ handelte.
Für die nationalsozialistische „Wissenschaft“ dagegen wurde er interessant, indem das Kaiser-Wilhelm-Institut, Abteilung Genealogie und Demographie in München seine Akte seriell „auswertete“.
Nachdem er im Oktober 1937 nach Wiesloch verlegt worden war, wurde er im Dezember 1937 tatsächlich nochmals aus dem Gefängnis entlassen.
1938 wurde er nach der Reichspogromnacht wie nahezu alle männlichen Juden in das KZ Dachau verbracht. Aus Dachau wurde er später wie die meisten anderen erst am 23. Januar entlassen. Die „Entlassung“ bedeutete bei ihm allerdings nur, dass er direkt von Dachau wieder nach Kislau kam. Von dort erfolgte tatsächlich nochmals die Entlassung, wann genau ließ sich nicht feststellen. Von nun an fasste er aber endgültig keinen Tritt mehr. Von einer Arbeitsmöglichkeit ebenso wie von Fürsorgeleistung ausgeschlossen, schlug er sich vermutlich wohnsitzlos durch. Das brachte ihn zu seinem Judesein zusätzlich als „Asozialer“ in Konfrontation zum nationalsozialistischen Staat. Wegen Betteln und Landstreicherei wurde er im Juni 1939 vom Amtsgericht Rastatt zu 12 Wochen Gefängnis und anschließender Unterbringung im Arbeitshaus verurteilt. Sein genauer Lebensweg bis Anfang 1941 ist im Einzelnen nicht nachvollziehbar. Doch befand er sich sicher zum 22. Oktober 1940, als alle badischen Juden in das südfranzösische Gurs deportiert wurden, nicht in Baden.
Stattdessen ist zum 6. Februar 1941 seine Haft in der Strafanstalt in Darmstadt nachgewiesen. Von dort erfolgte seine Überstellung in das KZ Mauthausen. Im April 1941 während des länger dauernden „Schubs“ nach dort war er nachweisbar für drei Tage im Gefängnis Regensburg als Zwischenstation. Wie viele muss er dort schwere KZ-Arbeiten verrichtet haben, vermutlich auch an der berüchtigten „Todesstiege“, an der die Häftlinge unter SS-Antreiberei schwere Steine vom Steinbruch hinaufzutragen hatten.

Am 21. Oktober 1941 starb Kurt Baer, er war 29 Jahre alt. Im Totenbuch von Mauthausen ist vermerkt: „auf der Flucht erschossen“, Todeszeitpunkt 7:30 Uhr. Die genauen Todesumstände werden sich nie mehr ermitteln lassen.

Epilog:
Die Tochter von Karola Münzer, geborene Baer, überlebte die Verfolgung bei ihren nichtjüdischen Pflegeeltern. Sie heiratete und lebte noch lange in Karlsruhe, an die Familie ihrer leiblichen Mutter hatte sie keine Erinnerungen mehr.

Norbert Baer schrieb 1987 über die Zeit nach seiner Flucht nach Palästina 1936: „Im Einwanderungslager wurden wir informiert und zusammen mit einer anderen Gruppe nach den Hügeln im Emek Sebulon in der Haifa Bay geschickt. Nächst zu einem Kibbuz bekamen wir dort Land, das wir zu bearbeiten hatten. Wir schlugen unsere Zelte auf – der Boden war so dürr, von der Sonne ausgebrannt, und wir mussten zuerst nach Wasser suchen. Mit Eisenstangen bohrten wir, damals hatten wir keine Maschinen wie heute – und mit Dynamit bis wir auf Wasser stießen.“
Palästina war noch britisches Mandatsgebiet. Norbert Baer verließ den Kibbuz und schlug sich als Kellner durch. 1941 ging er zur britischen Mandatsbehörde und wurde britischer Soldat. Nach Gründung des Staats Israel 1948 blieb er noch bis Mai 1949 in der israelischen Armee. Anschließend arbeitete er als LKW-Fahrer und bei der Post in Haifa.1951 heiratete er seine Frau Blanka. Achtundvierzigjährig wanderte er zusammen mit ihr im April 1957 in die USA aus. Ein Vetter von ihm, Fritz Baer aus Weingarten/Baden, betrieb in Fort Plain/New York ein Schlachthaus, in dem Norbert Baer bis zu seinem Ruhestand 1976 arbeitete. Danach zog er mit seiner Frau Blanka in die halbe Stunde entfernte Kleinstadt Amsterdam im Mohawktal, nicht sehr weit von Cooperstown, wo der Schriftsteller James Fenimorer das Buch „Der Lederstrumpf“ schrieb.
„Karl May las ich in meiner Jugend, ich hätte nie gedacht, dass ich einmal mit Nachkommen von Indianerstämmen zusammenkommen werde“, so Norbert Baer in seinem Brief von 1987 an den damaligen Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe.
Die nahe liegende Pfalz muss der Karlsruher Norbert Baer sehr geschätzt haben. In dem gleichen Brief gibt er ein Gedicht in Pfälzer Mundart wieder, welches sehnsüchtig die Heimat besingt, die man auch in der Fremde nie vergisst.

(Gabriele Masterson, Januar 2006)



Quellen und Literatur


Richard Baer

Richard Moritz Baer wurde am 29. September 1886 in Mannheim als Sohn von Max und Henriette Baer, geborene Strauß, geboren. Er besuchte in seiner Heimatstadt das Humanistische Gymnasium und ging mit der „Untersekundareife“, also der Mittleren Reife ab. Danach begann er eine kaufmännische Lehre. Die in der Schule erworbenen Sprachkenntnisse scheint er systematisch angewandt und ausgebaut zu haben. Selbst im fortgeschrittenen Alter hielt er noch auf seine Kenntnisse des Lateinischen und Griechischen, aber auch Französisch und Englisch hatte er erlernt und offensichtlich im Berufsleben angewandt. Während einiger Jahre Aufenthalt in den Niederlanden aus beruflichen Gründen hatte er sich auch Niederländisch fließend angeeignet. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges lebte er in Holland und soll nach den Angaben seiner späteren Ehefrau von der niederländischen Regierung das Angebot eines Postens im Handelsministerium erhalten haben, was er mit der Begründung ablehnte, er werde als Deutscher selbstverständlich nach Deutschland zurückkehren und seinem Heimatland, dem er verpflichtet sei, dienen. Er wurde als Soldat an der Vogesenfront eingesetzt und zweimal verwundet. Kriegsverwendungseingeschränkt wurde er so und vor allem wegen seiner hervorragenden Sprachkenntnisse bis zum Kriegsende in der Postüberwachungsstelle in Karlsruhe zur Zensur eingesetzt. In dieser Zeit muss er Gertrud Maria Rohde, am 4. Oktober 1890 als Tochter von Hermann und Marie Rohde in Dortmund geboren, kennen gelernt haben. Ihre gemeinsame Tochter Margarete Ellen wurde am 30. September 1917 in Mannheim geboren. Das Paar selbst heiratete am 24. November 1920 in Berlin. Die Karlsruher Zeit dürfte zum Entschluss geführt haben, hier eine neue Existenz zu begründen und das Familienglück zu suchen. Die Familie bezog eine Wohnung in der Karlsruher Südweststadt in der Graf-Rhena-Straße 13. Seine Geschäftsniederlassung etablierte Richard Baer jedoch in Rastatt, doch befand sich das Geschäftsbüro in der Karlsruher Gartenstraße. Die Firma „Richard Baer“ war im Handelsregister Rastatt als „Sortieranstalt in Lumpen und Stoffabfälle“ eingetragen, also eine Rohproduktenhandlung, heutzutage anglisiert Recycling genannt. Dieser Erwerbszweig war auch schon damals genau wie heute im umgekehrten Verhältnis zu dem gewiss nicht „schönwertigen“ Handelsprodukt ein äußerst einkömmliches Geschäft für den Firmeninhaber. Richard Baer kaufte in Ballen gepackte Lumpen (Abfälle und Altmaterial) auf, sortierte diese nach bestimmten Merkmalen und Gattungen, um dieses Sortiment an die verschiedenen Nachfrager in der Industrie als Rohstoff für neue Textilprodukte aber auch andere verarbeitende Industrie wie in der Papierherstellung weiter zu veräußern. Richard Baer scheint dabei auch internationale Kontakte gepflegt zu haben, importierte über Seehafenplätze und trat außerdem als Kommissionär für die Wiener Firma „Bunzel + Biach“ auf, eine der damals in Europa wohl bekanntesten Firma in dieser Branche. Seine damaligen Konkurrenten bescheinigten ihm später, ein „erstklassiger Fachmann“ gewesen zu sein oder dass er „aus kleinen Anfängen heraus [sein Geschäft] sehr gut entwickelt“ habe. Insgesamt hatte er sich in der Branche sehr gut positioniert.
Tochter Ellen besuchte von 1927 bis 1932 die Oberrealschule in Rastatt (heute Ludwig-Wilhelm-Gymnasium), sie hatte wegen hervorragender Leistungen die vierte Klasse der Volksschule überspringen können. In der höheren Schule hatte sie jedoch Schwierigkeiten, brachte gerade eben noch mittelmäßige Noten hervor und wechselte 1932 auf die Fichte-Mädchen-Oberschule (heute Fichte-Gymnasium) nach Karlsruhe. Sie schloss 1933 mit der Mittleren Reife ab, den erstrebten weiteren Weg zum Abitur und einem Universitätsstudium konnte sie mit ihren Noten – insbesondere in der französischen und englischen Sprache erreichte sie das Ziel nicht - jedoch
nicht verwirklichen. Die Eltern ermöglichten ihr einen einjährigen Auslandsaufenthalt in Frankreich und der Schweiz, wo sie nach sechs Monaten in Lausanne ein Französisch-Examen ablegte und ging anschließend zu Sprachstudien nach England, nach London. Weil sie, wie sie später angab, diesen Weg abbrechen musste, weil der notwendige Devisentransfer plötzlich nicht mehr möglich war, konnte sie ihr angestrebtes Ziel eines Studiums nicht verwirklichen.
Finanziell hatte die Familie keine Sorgen. Zwischen 1923 und 1936 schloss Richard Baer fünf Kapital-Lebensversicherungen über jeweils 10.000 RM ab und 1924 und 1930 zwei andere über 3.000 und 5.000 RM, außerdem zwei zusätzliche Altersprivatversicherungen bei der Öffentlichen Versicherungsanstalt (ÖVA) über insgesamt 15.000 RM . Für einen Selbstständigen eine Notwendigkeit, doch zugleich ein Hinweis auf den Vorbedacht von Richard Baer und sein Streben, die Familie finanziell abzusichern. Dieser Finanzakt wird erst durch die infolge der nationalsozialistischen Verfolgung notwendig gewordene Veräußerung zum Rückkaufswert 1938 sichtbar, zu der sich Richard Baer durch den Zwang zur Geschäftsaufgabe genötigt sah.

Während durch den Judenboykott seit Machtantritt der Nationalsozialisten die jüdischen Ladengeschäfte an den Rand der Existenz oder bereits darum gebracht wurden, florierte Richard Baers Firma in ungeahntem Ausmaß. Betrug der Unternehmensumsatz 1932 noch rund 102.000 RM, so stieg er sprunghaft und kontinuierlich bis 1936 auf 560.000 RM und seinen dementsprechenden Nettoerlös. Dies stand im ursächlichen Zusammenhang mit der immer größeren Rohstoffkrise im Deutschen Reich sowie den Autarkiebestrebungen gemäß der betriebenen Wirtschaftspolitik.
Richard Baer reiste immer noch umher für sein Gewerbe. Noch im Oktober 1936 beantragte er wegen der vielen geschäftlichen Auslandsreisen nach Österreich, in die Schweiz, nach Frankreich und nach England einen neuen Reisepass, den er auch anstandslos erhielt, mit Genehmigung der unterzeichnungspflichtigen Gestapo.
Doch war sein Geschäft längst im Fokus des Interesses der NS-Wirtschaftsbehörden. Der Rohstoffbranche galt ein besonderes Interesse im Zusammenhang mit dem Vierjahresplan vom Reichsparteitag 1936 von Hermann Göring. Binnen vier Jahren sollten die Armee und die Wirtschaft kriegsfähig werden und dazu die Rohstoffbasis allein in „arischer Hand“ liegen. Der Druck auf Richard Baer war also bereits sehr groß und er konnte sehr genau abschätzen, dass er seine gewohnte Existenz nicht würde fortführen können. So verkaufte er im März 1937 seine Firma mit dem Warenlager, das Grundstück dazu vergab er in Pacht, und begab sich außer Landes nach Benfeld im Elsaß, von wo aus er sämtliche Transaktionen ausführte. Die NS-Behörden verdächtigten ihn der Devisenvergehen, was aber tatsächlich gemäß der Finanzaufsicht nicht der Fall war und da sämtliche Verkäufe über sein in Baden befindliches Konto gingen, war der Fiskus auch in der Lage, die „Reichsfluchtsteuer“ einzuziehen und später, nach der Reichspogromnacht, musste Richard Baer mit der perfiden „Sühneabgabe“ einen Beitrag in Höhe von 7.250,- RM leisten. Der illegal erfolgte Grenzübertritt nach Frankreich und der Aufenthalt dort führten selbstverständlich sofort zum Passentzug am 20. April 1937, doch Richard Baer folgte der Aufforderung zur Abgabe nicht. Vier Tage später wurde seine Ehefrau Gertrud Baer in ihrer Wohnung in der Graf-Rhena-Straße staatspolizeilich aufgesucht und auch ihr wurde nun der Pass entzogen. Alles begründet mit eventuellen Devisenvergehen und Steuerrückständen des Ehemannes und außerdem der Fluchtgefahr ihrerseits. Dabei wurde bereits im August 1937 vom Finanzamt in Rastatt die steuerliche Unbedenklichkeit bescheinigt, ihren Pass erhielt Gertrud Baer dennoch nicht zurück, das sollte noch Monate dauern. Ihr Ehemann versuchte offensichtlich zum Jahresende bei der Deutschen Botschaft in Paris um Verlängerung seines nicht mehr gültigen Passes. Ob er sich Illusionen machte, dass dies möglich sein sollte? So erfolgte, was kommen musste, die postwendende Antwort der Gestapo Karlsruhe auf die entsprechende Botschaftsanfrage vom 23. Dezember 1937, dass der Pass eingezogen sei. Richard Baer befand sich damit in einer blockierten Situation, weiter reisen konnte er nicht, irgendwelche Pläne zur weiteren Emigration konnte er wohl auch nicht verfolgen, da die französischen Stellen nicht zuständig waren.
So erwies sich im Nachhinein seine Flucht aus dem nationalsozialistischen Deutschland als nicht ganz durchdacht. Während seine Ehefrau Gertrud und die gemeinsame Tochter inzwischen die Ausreiseprozedur mit der Emigration in die USA 1938 sogar erfolgreich abschließen konnten, saß Richard Baer in Frankreich fest, nach wie vor im Elsaß. Der Kriegsbeginn 1939 brachte ihn in das Landesinnere, seit 1940 lebte er in Lyon. Doch seine Lage wurde immer verzweifelter, musste er doch praktisch von der Hand in den Mund leben und mit dem Beginn der Judendeportationen aus Frankreich seit 1942 war er eher obdachlos, lebte einmal hier und einmal dort, ständig in der Furcht ergriffen und zur Deportation gebracht zu werden. Die häufigen Razzien in Lyon mussten zermürben. Er lebte praktisch im Untergrund, mied Hauptstraßen und versuchte einfach, nicht aufzufallen. Einige Bekannte gewährten ihm Unterschlupf, bei freundlich gesinnten Personen fand er hin und wieder ein Übernachtungsquartier, manchmal schlief er bei gutem Wetter auf dem Flachdach eines Mietshauses. Zuletzt soll er in Lyon in 39 Cours Albert Thomas gehaust haben. Doch am 26. Februar 1943 wurde er schließlich aufgegriffen, kam sofort in das Internierungslager Gurs, von wo aus er unmittelbar zum Transitlager Drancy bei Paris gebracht wurde.
Von dort aus ging der nächste Sammeltransport am 4. März 1943. In jenem Monat nicht in das Vernichtungslager Auschwitz, sondern in das gleichfalls als Vernichtungslager errichtete KZ Lublin-Majdanek. Über die letzten Stunden von Richard Baer ist nichts bekannt. Sein Todestag ist im Nachhinein amtsgerichtlich mit dem 9. März 1943 angegeben. Trotz nicht vorhandenen Todesnachweises muss von der sofortigen Ermordung im Lager bei Ankunft jenes Transportes aus Frankreich ausgegangen werden.

(Mehrnousch Zaeri-Esfahani, November 2007)



Quellen und Literatur:
Stadtarchiv Karlsruhe 1/AEST/37, 38.1, 1237; 8/StS 17/245, 247 und 311; 1/TBA 258; Korrespondenzen Norbert Bär.
Korrespondenz Norbert Baer 01/1999 in Ordner Neujahrsgrüße, Hauptamt: Kopie in 300 Jahre
Generallandesarchiv Karlsruhe 330/62, 63; 480/23247, 27147 und 23968; 309/1364-1354.
Hauptstaatsarchiv Stuttgart J 386 Bü 318 S. 97fu. Bü 317 S. 42.
Archiv KZ-Gedenkstätte Dachau.
Israelitisches Gemeindeblatt, Ausgabe B, 12.2.1936.
Hetzartikel in Der Führer 17.6.1936.
Juden in Halle. Hrsg. Jüdische Gemeinde zu Halle. Halle 1992, S. 258;
Josef Werner, Hakenkreuz und Judenstern. Das Schicksal der Karlsruher Juden im Dritten Reich 1990, S. 458.