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Thekla Hagenauer, 1938. Porträt in der nationalsozialistischen "Judenkennkarte"

Personendaten

Thekla Hagenauer

Nachname: Hagenauer
geborene: Fröhlich
Vorname: Thekla
Geburtsdatum: 23. Mai 1890
Geburtsort: Karlsruhe-Durlach (Deutschland)
Familienstand: verheiratet
Eltern: Raphael (13.5.1843-8.8.1925) und Rosa, geb. Stern, F. (3.6.1859-3.12.1909)
Verwandtschaftsverhältnis: Ehefrau von Nathan H.;

Mutter von Gertrud
Adresse: 1933: Vorholzstr. 38
Emigration: 1939 nach Frankreich (Frankreich)
Deportation: 31.8.1942 von Drancy nach Auschwitz (Polen)
Sterbedatum: 15. September 1942
Sterbeort: Auschwitz (Polen)

Biographie

Nathan und Thekla Hagenauer

Auch im Andenken an David Hagenauer
Als das Elsass und Lothringen nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 an das neu gegründete Kaiserreich abgetreten werden mussten, mussten die Lothringer und die Elsässer innerhalb von 16 Monaten über ihre Staatsangehörigkeit entscheiden. Wer nicht die französische Staatsangehörigkeit wählte, erhielt automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft. Zukünftiger Heimatort und das weitere Schicksal wurden durch diese so genannte „Option“ besiegelt.

Nur wenige Jahre danach wanderte der Elsässer Benjamin Hagenauer (1850-1930) vom Elsass nach Weingarten im Großherzogtum Baden aus. Zuvor hatte er Mina Fuchs (1853-1909), eine von fünf Töchtern des Metzgermeisters Seligmann Fuchs aus Weingarten und seiner aus Diedelsheim bei Bretten stammenden Ehefrau Fanny, eine geborene Vetterer, geheiratet. Der erste Sohn des Ehepaars, Albert, war am 17. August 1875 im Elsass, am Heimatort seines Vaters in Bergheim nahe Rappoltsweiler zur Welt gekommen, der Geburtsurkunde nach am damaligen Wohnort der Eltern. Als Mutter und Ehefrau wurde in der Urkunde „Maria Fuchs, dreiundzwanzig Jahre alt“ eingetragen, in allen anderen Unterlagen lautet der Vorname jedoch Mina. Ab 1876 folgte dem ersten Sohn eine kleine Kinderschar: Bertha, David, Hannchen, Nathan, Leopold (I), Berthold, Simon, Fanny, Leopold, Gustav, Hermann und 1895 Hilda; nicht ungewöhnlich für die Zeit –und das nicht nur in orthodoxen jüdischen Familien auf dem Land. Drei davon, Hannchen, Leopold (I) und Berthold starben kurz nach der Geburt.
Benjamin Hagenauer betrieb eine Metzgerei in Weingarten, die er entweder selbst eröffnet oder vom Schwiegervater Seligmann Fuchs, Metzgermeister am Ort wie zuvor schon dessen Vater Baruch Fuchs, übernommen hatte. Vielleicht hatte es sich so ergeben, weil eigener männlicher Nachwuchs fehlte. Die Kinder besuchten vermutlich die allgemeine Grundschule am Ort und den Religionsunterricht bei Lehrer Rosenbusch.

Geschwister Hagenauer
Wie damals und noch lange danach üblich, erlernten die Söhne das Handwerk des Vaters. Albert, David, Nathan und Simon, Leopold, vermutlich auch Gustav und mit Sicherheit Hermann wurden Metzger oder Viehhändler. Da die neue Gewerbeordnung im Großherzogtum Baden vom Jahr 1897 an Gesellen- und Meisterprüfungen verbindlich vorschrieb, mussten wohl einige der Brüder die Meisterprüfung vor der neugegründeten Handwerkskammer Karlsruhe ablegen.
Am Heimatort Weingarten blieb Albert Hagenauer, der älteste der Brüder, als Besitzer einer Metzgerei in der Friedrich-Wilhelmstraße 39. Gustav, wohnhaft in der Apothekenstraße 2, blieb ebenfalls in Weingarten. Er war überwiegend als Viehhändler tätig und belieferte neben anderen jüdischen auch christliche Metzger, natürlich seine Brüder. Im gleichen Haus lebte anscheinend auch Leopold mit seiner Familie, vielleicht waren die Brüder auch Geschäftspartner. Als weiterer möglicher Lieferant für die Metzger der Familie Hagenauer kommt Max Fuchs in Frage, der Ehemann der jüngsten Schwester Hilda, die 1923, im Alter von nur 28 Jahren verstarb.

Die beiden anderen Schwestern verließen Weingarten. Bertha, die älteste zog nach Liedolsheim an den Geburtsort ihres Mannes Karl Hochstetter (siehe dazu seinen Gedenkbucheintrag), der dort ein Handelsgeschäft betrieb und lebte dort mit ihm und ihren beiden Töchtern Erna und Julchen bis zu ihrem Tod 1933. Fanny Hagenauer wohnte nach ihrer Heirat mit Berthold Schlesinger an dessen Geburtsort Menzingen, nach ihrer Emigration verstarb sie 85-jährig in Florida.
Nach der Berufsausbildung verließen auch einige der Brüder den Heimatort. In die Kreisstadt Bruchsal zog Simon Hagenauer, er führte dort bis zu seinem Tod 1932 in der Kaiserstraße 78 eine Metzgerei. In die nahe gelegene Großstadt zogen die Brüder Nathan und David.


Nathan Hagenauer
Dritter Sohn und viertes Kind des Ehepaares war Nathan, er kam am 14. November 1880 zur Welt. Nach der Schul- und Lehrzeit in Weingarten zog er zur Existenzgründung 1902/1903 in die nahe gelegene Großstadt Karlsruhe. Dort fand er in der Marienstraße 46 ein geeignetes Mietobjekt. In dem Haus war zuvor das Geschäft des Metzgermeisters August Jehle. Dessen Frau hatte 1902, nach dem Tod ihres Mannes, dieses Haus in der Südstadt an den Handelsmann Friedrich Emmerich verkauft. Schon im Adressbuch 1903 (Stand November 1902) sind als Bewohner der ersten Etage des Hauses „Hagenauer Nathan“, und „Hagenauer Sigm.“ verzeichnet, beide Metzgermeister von Beruf. Die neueröffnete Metzgerei war eine von über 90 im Karlsruher Branchenverzeichnis, der Firmeneintrag lautete „Gebrüder Hagenauer, Metzgerei, Marienstraße 46 - N. & S. Hagenauer“. Ein Bruder des Namens „Sigm.“ ist nicht bekannt, im Adressbuch des folgenden Jahres ist er nicht mehr zu finden. Für kurze Zeit war Nathan Hagenauer Ende 1903 Alleininhaber der Metzgerei, 1904 wurde sein Bruder David neuer Geschäftspartner und noch im selben Jahr eröffneten sie in der Schillerstraße 35 eine Filiale. Jung waren die Brüder, zielstrebig und fleißig dazu und das Unternehmen gedieh prächtig.
In den folgenden Jahren heirateten beide - ihre Ehefrauen passten zur Familie und natürlich auch zum Beruf. Nathan heiratete etwa 1907/08 Thekla Fröhlich. Sie entstammte der alteingesessenen, recht wohlhabenden und ursprünglich jüdischen Grötzinger Familie Fröhlich, die inzwischen nach Durlach übergesiedelt war, einer, fast möchte man sagen „Dynastie“ von Viehhändlern und Metzgern. Etwa zehn Jahre jünger als ihr Mann war sie als das jüngste von sieben Kindern des Viehhändlers Raphael Fröhlich und seiner Frau Rosa, geborene Stern, am 23. Mai 1890 in Durlach geboren worden. Die Familiengeschichte der Familie Fröhlich ist in der Biografie für Ferdinand und Frieda Fröhlich im Gedenkbuch für die Karlsruher Juden nachzulesen. Über Theklas Schulzeit und Jugend ist so wenig bekannt wie über die ihres Ehemanns Nathan. Vermutlich besuchte sie die Höhere Töchterschule in Durlach und den Religionsunterricht in Grötzingen. Die beruflichen Verbindungen der Familien Fröhlich und Hagenauer ermöglichten dann wohl auch die Hochzeit von Nathan und Thekla.
Thekla und Nathan zogen nach der Heirat nach Karlsruhe in die Wilhelmstraße 74 in die zweite Etage. Am 13. Oktober 1908 kam die Tochter Gertrud zur Welt, das einzige Kind der beiden. 1912 zogen sie in das Haus Kriegsstraße 12 - heute befindet sich dort die Heinrich- Hübsch-Schule. 1920 zogen sie in die Vorholzstraße 38 um, in die vierte Etage des eigenen Hauses. Über das Leben des Ehepaares außerhalb des Geschäfts ist fast nichts bekannt. Nathan und Thekla bekannten sich zur orthodoxen Israelitischen Religionsgesellschaft. Im Verein Malbisch Arumim, Gesellschaft zur „Bekleidung der Armen“ war er Mitglied, seine Frau im Israelitischen Frauenwohltätigkeitsverein und in der Tachrichim-Kasse.

David Hagenauer
Nathans älterer Bruder David, geboren am 23. Juni 1878, hatte sicher die gleiche Ausbildung, und nach der Grundschule bis zum 14. Lebensjahr ebenfalls das Metzgerhandwerk erlernt. Etwa 1904 heiratete er Meta Schlachter, geboren in Braunsbach/Bayern am 13. September 1881. Am 14. Juni 1905 kam die Tochter Selma zur Welt. Die Familie wohnte in der Marienstraße 46. Der Sohn Joseph wurde am 14. März 1908 geboren, besuchte später die fünfte bis zehnte Klasse des Bismarck-Gymnasiums, seine Schwester Selma die Fichte-Mädchenrealschule. David Hagenauer bekannte sich 1913 wie sein Bruder Nathan zur orthodoxen Israelitischen Religionsgesellschaft, war als Geschäftsmann Mitglied im Verein Friedrichsheim Gailingen, seine Ehefrau Meta wie ihre Schwägerin Thekla ebenfalls im Frauenwohltätigkeitsverein.
Das Geschäft florierte und seit 1909 waren Nathan und David auch Eigentümer des Hauses Marienstraße 46. Beide Brüder und ihre Frauen waren stets präsent im Betrieb und hinter der Theke, erzählte im Jahr 2000 die ehemalige Nachbarin Frau Baumann. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde Karlsruhe bestätigte später, die Familie Hagenauer hätte eine der größten jüdischen Metzgereien besessen. Die Bezeichnung „koscher“ taucht dabei nicht auf. „Gebrüder Hagenauer, Großschlächterei, Marienstraße 46, D. und N. Hagenauer, Fernsprechanschluss 4601“ lautete bald der Adressbucheintrag und dementsprechend verkauften sie nun das Gros ihrer Ware an Metzger, die nicht selbst schlachteten und an Großkunden wie die Brauerei Moninger oder das Schlosshotel. Nur ein kleiner Bruchteil der Fleisch- und Wurstwaren ging noch über die Ladentheke in der Marienstraße. Der Kaufmann Friedrich Bauer, nebenberuflich Buchhalter der Hagenauers, kannte die Umsatzzahlen sehr genau und er berichtete im so genannten Wiedergutmachungsverfahren, David sei in der Regel einmal wöchentlich nach München oder Stuttgart gefahren und habe 20 Stück Großvieh (Rinder) gekauft, annähernd so viele Kälber habe man in Karlsruhe und in der Umgebung gekauft. Schweine wurden nicht gekauft, das ist sicher. Der Firmenwert 1930 wurde anhand der Umsatzzahlen, auch belegt durch die Kontoblätter des Geschäftskontos bei der Viehmarktbank, auf mindestens 10.000.- RM beziffert.

Verdrängung
Unmittelbar mit Beginn der Herrschaft der Nationalsozialisten begannen Angriffe auf jüdische Geschäfte und Betriebe und schnell setzten Repressalien gegen jüdische Metzger und Viehhändler ein. So wurde noch 1933 ein Schächtverbot erlassen und christliche/„arische“ Metzger durften nicht mehr bei den jüdischen Viehhändlern und Großschlachtereien kaufen, ein geschäftlicher Einbruch für die Firma der Hagenauers.
Lieferverträge u.a. mit dem Städtischen Krankenhaus, dem Gefängnis, dem Schlosshotel oder mit der Brauerei Moninger hatten den Metzgereibetrieb hauptsächlich erhalten. Doch dann beschuldigte man David Hagenauer 1933 plötzlich, die Direktoren dieser Firmen bestochen zu haben, und er wurde verhaftet. Einige Tage saß er in Untersuchungshaft, erst nachdem er alle bestehenden Verträge in einer Erklärung annulliert hatte, wurde er entlassen. Ein öffentlicher Prozess fand nie statt. Ohne diese Großkunden konnte die Firma der Brüder kaum existieren. Zudem hatten die Tage in Haft aus dem zuvor vitalen David einem gebrochenen Menschen gemacht. Wenige Tage nach der Haftentlassung stellte der behandelnde jüdische Arzt Dr. Julius Katzenstein Diabetes fest. Angefeindet, bedroht und von den Krankenkassen ausgeschlossen beging der engagierte Mediziner im Juli 1933 Selbstmord und ein Dr. Weill, der nicht in Karlsruhe praktizierte, setzte David Hagenauers Behandlung fort.
Der Kleinverkauf in der Metzgerei in der Marienstraße ging ebenfalls zurück, denn ein Teil der Kunden kaufte dort nicht mehr und die treuen Kunden wurden bald unter Druck gesetzt. Der „Hauptstellenleiter NSDAP Wolter legte den Volksgenossen im Wohnquartier und anderen Kunden der Firma Hagenauer nahe, die Metzgerei nicht mehr zu betreten“ und der „Schneidermeister Georg Schad verhinderte mit Drohungen des Fotografierens von Kunden den Einkauf in der Metzgerei Hagenauer“, schrieben Joseph und Selma, die Kinder von David und Meta später im „Wiedergutmachungsverfahren“. Einige Anwohner kauften zwar, weil man sich lange kannte und schätzte, trotzdem weiter bei den Hagenauers ein. Die Einnahmen gingen jedoch kontinuierlich zurück. Boykottmaßnahmen und andauernde Drohungen ließen David Hagenauer keine ruhige Minute mehr und verschlimmerten seinen Gesundheitszustand, dazu kamen Sonderabgaben, Geldstrafen und Bußen. Im „Wiedergutmachungsverfahren“ urteilte ein Facharzt für Innere Krankheiten in seinem medizinischen Gutachten, dass die Erkrankung als Folge der Haft möglich sei, allerdings vertrat er die These von der „Erblichkeit des Leidens“ und bezeichnete die Haft als Auslöser einer sonst wahrscheinlich latent verbliebenen Anlage zur Krankheit, deren Ausbruch „nur bei einer Überwertigkeit eines akuten psychischen Traumas in Frage“ käme, wenn zwischen dieser und der Manifestation des Leidens ein Abstand von etwa fünf Tagen erwiesen sei und so schwer verliefe, dass sofort Insulinbedürftigkeit bestünde. Der Diabetes sei nicht durch Verfolgungseinwirkungen erstmalig entstanden, nicht wesentlich mitverursacht und weder richtunggebend noch anhaltend verschlimmert worden. Dagegen sei die Krankheit wahrscheinlich in gewissem Grad vorzeitig zur Manifestation gebracht worden.

Ausgrenzung und Vertreibung der Familien
Nach 1933 nahmen die Nazis die elsässische Herkunft des Vaters zudem zum Anlass, gegen die Mitglieder der aus Weingarten stammenden Familie Hagenauer vorzugehen. Der älteste Bruder Albert, 1875 im Elsass geboren, von Beruf Metzger und Viehhändler hatte mit seinem Sohn bereits 1933 nach einer „Schutzhaft“ im Amtsgerichtsgefängnis Karlsruhe überstürzt den Heimatort Weingarten verlassen und im Elsass Zuflucht gesucht.
Der jüngste Bruder Hermann war ebenfalls zum unerwünschten Ausländer geworden. Dessen Sohn berichtete 1964 im „Wiedergutmachungsverfahren“, die Herkunft des Vaters habe die nationalsozialistische Regierung 1934 zum Anlass genommen, Hermann Hagenauer „vorzuladen und ihm zu erklären, er sei Franzose. Der französische Konsul in Karlsruhe stellte ihm daraufhin einen französischen Pass aus“. Auf seine Bitte um Zusendung der Einbürgerungsurkunde seines Vaters vom 28. Januar 1920 erfuhr der Sohn 1962, es lasse sich nicht mehr feststellen, dass Hermann, Teilnehmer des Ersten Weltkrieges und Träger des „Eisernen Kreuzes“, in den deutschen Staatsverband eingebürgert worden war, die Akten seien nicht mehr vorhanden. Fest stehe aber, dass „die Einbürgerung des Hermann Hagenauer mit Erlass des Herrn Ministers des Innern vom 13.7.1935 Nr. 63123 widerrufen wurde“ und die deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt wurde. Was aber nichts anderes bedeutet, als dass Hermann Hagenauer die deutsche Staatsbürgerschaft besessen hatte. Deren Widerruf „erstreckte sich nicht auf seine Ehefrau, jedoch auf den Sohn Kurt Hagenauer“. Etwa 1936 wanderte er nach Frankreich aus, Hab und Gut waren verkauft worden.
Zum 1. Januar 1936 war Leopold Hagenauer mit seiner Familie „ausgewiesen“ worden.
Der Viehhändler Gustav Hagenauer meldete sich im Juli 1937 in Weingarten ab und verzog ins Elsass, nach Lauterburg, auch er soll angeblich ausgewiesen worden sein. Das Bürgermeisteramt Weingarten erteilte im Dezember 1961 die Auskunft, er habe bis zur Abmeldung die französische Staatsangehörigkeit besessen. Auch wenn im Einzelnen nicht mehr festzustellen ist, welchem der Brüder Hagenauer vor 1933 die badische Staatsangehörigkeit verliehen wurde oder wer von ihnen nach dem Versailler Vertrag die deutsche Staatsangehörigkeit erwarb (Albert, Leopold und Gustav haben nach Auskunft der Polizeibehörde 1962 nach 1918 Einbürgerungsanträge gestellt, denen sicher entsprochen wurde), ist davon auszugehen, dass sie alle Deutsche waren. Es ist nicht mehr zu klären, mittels welcher gesetzlichen Handhabe jeder der Brüder Hagenauer vertrieben wurde. „Rechtsgrundlagen“ hatte sich das NS- Regime ausreichend geschaffen, rund 2.000 neue Gesetze, Verordnungen, Runderlasse und Befehle nahmen allein den deutschen Juden ihren Lebensraum. Zum „Schutz“ der Deutschen Staatsangehörigkeit waren allein zwischen 1933 und 1935 unter anderem erlassen worden:
4. Juli 1933:
Gesetz über Widerruf von Einbürgerungen und die Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit. Einbürgerungen aus der Zeit zwischen 1918 und 1933 können als unerwünscht widerrufen werden.
26. Juli 1933:
Verordnung zur Durchführung über den Widerruf von Einbürgerungen und die Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit. In dieser Verfügung wird bestimmt, dass eine Einbürgerung nach "völkisch-nationalen und rassischen" Grundsätzen zu treffen ist.
15. September 1935
Reichsbürgergesetz. Nur Staatsangehörige deutschen oder artverwandten Blutes können "Reichsbürger" werden. (1. Nürnberger Gesetz).

1934 standen die Inhaber der Großschlächterei Gebrüder Hagenauer, Nathan und David diesbezüglich im Fokus der Ermittlungen. Mit dem Briefkopf der „Ortsgruppe Südwest, Ogruführer, Putlitzstraße 14“ wurde am 21. Juli 1934 der folgende Bericht „betreffs „Ein- beziehungsweise Ausbürgerung des Juden Nathan Hagenauer“ an die Kreisleitung der NSDAP, „auf Zuschrift der Kreisleitung vom 26.6.1934“ verfasst. Beurteilt werden sollten Nathan Hagenauer sowie die Verhältnisse der Brüder und des Vaters. Der Vater Benjamin sei, so heißt es in diesem internen Schreiben, nach 1870 nach Baden gekommen, er hätte die französische Staatsangehörigkeit beibehalten. Nathan wurde „angeblich als nichtdeutscher Staatsangehöriger laut Landsturmschein Nr. 25 der Vorstellungsliste der Oberersatzkommission im Bezirk der Infanteriebrigade am 27.6. 1902 zum Landsturmmann ohne Waffe bestimmt, wegen Schäden an der linken Hand.“ Das bedeutete, dass er bei der Musterung in Durlach 1902 dem Landsturm, dem Aufgebot aller Männer zwischen 17 und 45 Jahren zugerechnet wurde, die nicht zu den aktiven Wehrdienst-, Reserve- oder Ersatzreservepflichtigen gehörten. 1916 wurde Nathan Hagenauer zur Feldartillerie Ersatzabteilung 50 eingezogen. Nach dem Krieg, im Jahre 1924, soll er „auf Grund des Versailler Vertrages aufgefordert worden sein, die deutsche Staatsangehörigkeit zu erwerben, da er sonst als Elsässer im Sinne des Völkerrechts als französischer Staatsbürger gegolten hätte“, sonst „wäre er wohl… noch französischer Staatsangehöriger“, schrieb der Beauftragte des Ortsgruppenleiters. In gesundheits- und erwerbspolizeilicher Hinsicht war dem Metzger Nathan nichts Belastendes nachzuweisen, auch dem V. Polizeirevier war über seinen Leumund nichts Nachteiliges bekannt. Die „vertrauliche“ Befragung der Nachbarn hatte ergeben, dass sich die Familie „ruhig verhielt“ und „zurückgezogen“ lebte. Das III. Revier konnte auch nichts Belastendes beitragen. Über David Hagenauer, den Bruder und Geschäftspartner Nathans, wird in dem Schreiben berichtet, er sei während des Weltkrieges „reklamiert“ worden, womit das Freistellen von zum Kriegsdienst eingezogenen Soldaten für zivile (meist kriegswichtige) Arbeiten bezeichnet wurde. Vermutlich sei er noch (1934) französischer Staatsbürger. Nach einer diffamierenden Beschreibung des Bruders Albert, angeblich 1933 Besitzer eines französischen Passes, schrieb der Ortgruppenführer weiter, Nathan Hagenauer besäße die deutsche Staatsangehörigkeit nur „dem Zwange der Verhältnisse halber“ und dass „die sämtlichen Hagenauer in Wirklichkeit international sind, ja als Juden so eingestellt sein müssen“. Zur politischen Betätigung oder Einstellung der Familie konnte er nichts beitragen. Das unterzeichnete Schreiben eines der drei Ortsgruppenführer Karlsruhe-Südwest (laut Adressbuch Friedrich Schäfer, Josef Jung, Adolf Czokally) in der Putlitzstraße 14 ist in seinem Resümee ein Beispiel für den Zynismus und die moralische wie menschenverachtende Verkommenheit schon kurze Zeit nach der Machtübernahme der Nazis: „Von der Erkenntnis ausgehend, dass von der Geburt an jeder Jude erb- und blutbedingt ein Verbrecher ist, muss auch des Rassestandpunktes sowie der jüdisch bedingten internationalen Einstellung der Juden wegen, dem Nathan Hagenauer die deutsche Staatsangehörigkeit unbedingt abgesprochen werden.“
Geplant hatten Nathan und David ursprünglich, ihren Betrieb bis zum 65. Lebensjahr zu führen, ihre durch die Nazis nach 1933 verursachte Lebenssituation, Davids Erkrankung und der drastische Umsatzrückgang ihres Unternehmens zwangen zur Geschäftsaufgabe. Lag 1930 noch ein jährlicher Umsatz von 382.000 RM vor, so sank er bis 1936 mit 157.000 EM auf weniger als die Hälfte. 1937 verkauften die Hagenauers Haus und Metzgerei. Sie waren, wie es später der Rechtanwalt Prof. Dr. Konrad Duden bezeichnen sollte, „ab 1. Juni 1937 vollständig aus der Berufstätigkeit verdrängt“ worden. Für das Haus Marienstraße 46 und die Metzgerei fand sich als Käufer 1937 der Metzgermeister Erwin Vogelhund, er übernahm auch die Telefonnummer. Ab dem Frühjahr 1938 waren die jüdischen Metzger und Viehhändler im Rahmen der „Berufsbereinigung“ vom Beruf ausgeschlossen.
Zuflucht
Das Haus in der Vorholzstraße 38, die Wohnung von Nathan und Thekla im ersten Obergeschoss wurde Zufluchtsort. Laut Adressbuch 1935/36 (Stand Mitte Dezember 1935) konnte dort Rosa, die Frau des jüngsten Bruders Hermann bis zu ihrer Ausreise unterkommen und nach dem Verkauf des Hauses Marienstraße 46 David mit seiner Frau Meta. Ihre Wohnung hatten sie geräumt und einen Teil des Hausrats verkauft, mit dem anderen warteten sie auf die Ausreise nach Nancy. Dort bemühte sich schon ihr Sohn Josef, der vor ihnen auswandern konnte, nach besten Kräften um eine Einreiseerlaubnis für seine Eltern, doch es verging kostbare Zeit während der sich der Gesundheitszustand des Vaters David stetig verschlechterte. Als die Verlobungsanzeige von Josef Hagenauer, dem Sohn Davids, und Lucie Rein aus Upfheim im Dezember 1937 im Jüdischen Gemeindeblatt erschien, waren darin drei Adressen angegeben: Nancy, 43 Rue Des Dominicains, Upfheim, Ober-Elsass und Karlsruhe, Vorholzstraße 38.

Auswanderung
Den exakten Ausreisezeitpunkt David Hagenauers kennen wir nicht. Der Sohn schrieb 1961 in seiner eidesstattlichen Versicherung: „Lange dauerte es bis zur Einreiseerlaubnis“, er hätte sie zu spät erhalten. Bei seiner Ankunft in Nancy war David Hagenauer in sehr bedenklichem Zustand (nervöses Zittern und Geschwüre am Hals). Der fortschreitende Diabetes führte zu Brand (Gangrän) am rechten Bein, im Krankenhaus „Bon Secours“ verstarb er wenige Tage nach einer Beinamputation durch Prof. Amont am 25. Juli 1939. Seine letzte Adresse lautete Nancy, 22 Rue Eckman Chatrian.
In den Karlsruher Adressbüchern bestand der Eintrag für David Hagenauer dagegen noch für 1943/44. Dabei waren seit 1940 nicht einmal mehr die in jenem Jahr nicht nach Gurs deportierten Juden verzeichnet. So ist dies eines der ganz wenigen Beispiele, dass den Adressbucherstellern Einträge von Juden entgangen waren.
Später, wahrscheinlich 1941, nachdem das französische Internierungsgesetz vom 4. Oktober 1940 in Kraft getreten war und ausländische Staatsangehörige „jüdischer Rasse“ („ressortissants étrangers de race juive“) in Lager eingewiesen werden konnten, wanderte Davids Witwe Meta nach Oran nach Algerien aus, mit Rosine Hagenauer, geborene Hertz, seit 1939 Ehefrau des Sohnes Josef. Auch Tochter Selma, die 1938 ebenfalls nach Frankreich kommen konnte und Sohn Josef fanden dort eine neue Heimat. In Oran starb Meta Hagenauer am 17. Dezember 1955.
Nathan lebte nun als letzter der Brüder Hagenauer noch in Deutschland. Die Schwester Fanny hatte das Land möglicherweise ebenfalls schon verlassen, oder sie versuchte gerade auch, wie Geschwister seiner Frau Thekla, Aufnahme im Ausland zu finden.
Nathan und Thekla wollten im Elsass, in Nancy, beim Bruder David Zuflucht suchen. Im Vorfeld war Thekla Hagenauers Elternhaus in der Blumenstraße Durlach, das ihr und ihrer unverheirateten Schwester Frieda Fröhlich je zur Hälfte gehörte, an die evangelische Kindergärtnerin Marie Kleiber verkauft worden. Der neuen Hausbesitzerin erzählte Frieda Ende 1937, Thekla und ihr Mann würden nach Frankreich gehen. Auch ihr Bruder Julius Fröhlich hatte seit seiner Entlassung aus so genannter Schutzhaft 1938 konkrete Auswanderungspläne - er konnte mit seiner Frau und vier seiner Kinder am 11. Februar 1940 nach den USA emigrieren. Beide Geschwister drängten ihre unverheiratete Schwester Frieda zur Ausreise, doch die wollte bei ihrem gelähmten Bruder Salomon bleiben, dem sie schon viele Jahre den Haushalt geführt hatte und mit dem sie nun gemeinsam in Durlach wohnte.
Im Dezember 1938 verkauften Nathan und Thekla das Wohnhaus in der Vorholzstraße 38, neue Besitzer waren Metzger-Meister Adolf Ade, Besitzer eines großen Karlsruher Metzgereibetriebs mit drei Filialen und der Architekt Erwin Daub. Die Hagenauers zogen zunächst in die Klosestraße 6, ins Haus des Kaufmanns Sally Krämer, vielleicht der Besitzer des gleichnamigen Möbel- und Bettenhauses in der Kaiserstraße 30 und Vater des späteren Leiters der Wiedergutmachungsbehörde (United Restitution Organization) in Jerusalem Dr. Albert Krämer.
Am 16. Dezember 1938 bescheinigte die „Amtlich anerkannte Auswanderer-Beratungsstelle Karlsruhe“, Thekla Hagenauer, Kriegsstraße 88 (Hotel Nassauer Hof) benötige einen Reisepass für die Auswanderung zu Verwandten ihres Mannes nach Frankreich, denn Nathan hatte jetzt die Ausweisung aus dem deutschen Reichsgebiet zum 1. Juli 1939 erhalten. Wie am 21. Juli 1934 vom Beauftragten des Ortsgruppenführers Südwest empfohlen, war Nathan Hagenauer ausgebürgert worden. Gründe für einen „Einbürgerungswiderruf “ wurden dem Betroffenen nicht mitgeteilt, jeder konnte ausgebürgert werden, „dessen Verhalten gegen die Pflicht zur Treue gegen Volk und Reich verstieß“, Rechtsmittel waren ausgeschlossen.
Reichsbankstelle, Devisenstelle des Oberfinanzpräsidiums Baden, Finanzamt Karlsruhe, Stadthauptkasse und die AOK des Amtsbezirks Karlsruhe bestätigten dem Passamt, dass Thekla und Nathan Hagenauer alle finanziellen Verpflichtungen erfüllt hätten und keine Bedenken gegen die Ausstellung eines Reisepasses für Thekla bestünden.
Den Reisepassantrag vom 3. Mai 1939 zwecks Auswanderung nach Frankreich unterzeichnet sie (Statur: mittel, Gesicht: oval, Augen: blaugrau, Haare: braun meliert) mit: Thekla Sarah Hagenauer, geborene Fröhlich, Kriegsstraße 88. Im Nassauer Hof, dem einzigen jüdischen Hotel wartete sie, wie zahlreiche andere Karlsruher jüdischen Glaubens ebenfalls, auf ihre Ausreise, nachdem alle Vorbereitungen für die Auswanderung getroffen waren. Auf den Nassauer Hof als Wohnsitz weist auch die Kontobezeichnung eines von zwei Konten bei der Dresdner Bank hin: Nathan Hagenauer, Kriegsstraße 88, Nassauer Hof. Die Konten waren gemäß §59 des damaligen Devisenrechts gesperrt, ab dem 1. Juni 1939 standen dem Kontoinhaber monatlich 480 RM zur Verfügung.
Zeitweise wohnten sie wohl auch in der Kreuzstraße 5 und 8, wie es Bescheinigung der AOK vermuten lässt. Ein geregeltes Leben gab es für sie schon lange nicht mehr. Bald darauf, „Ausreisetermin spätestens bis zum 1. Juli 1939“ verließen sie Deutschland, auch die Tochter Gertrud, seit 1931 mit dem Kaufmann Herbert Kaufmann verheiratet, verließ ihre Heimatstadt wohl zu dieser Zeit. Nach dem 3. Dezember 1939 gab es auf dem Konto des Ausgewanderten noch Belastungen, neben kleinen Beträgen auch 669,14 RM an das Finanzamt und 697,86 an die Firma Steffelin. Den hochwertigen Hausrat, bestehend aus einer Sieben- Zimmereinrichtung, ließen die Hagenauers in einem großen Umzugswagen der Firma Eugen von Steffelin, Karlsruhe versenden. Etwa Anfang August soll der Wagen abgefertigt worden sein. In Nancy aber erhielten ihn die Hagenauers nie, entweder wurde der Inhalt zur Zeit der deutschen Besatzung versteigert, oder er wurde von den deutschen Behörden nach Deutschland zurückverbracht, mutmaßte 1959 Prof. Dr. Konrad Duden, der Rechtsanwalt der Tochter Gertrud im so genannten Wiedergutmachungsverfahren. Für vorstellbar hielt er auch, dass eine Auslieferung auf Betreiben der französischen Behörden unterblieben sei, weil der Besitzer noch keine Aufenthaltsgenehmigung für Nancy hatte. Nathan selbst schrieb Anfang des Krieges an seine Tochter Gertrud, die zu der Zeit in Palästina lebte, die Möbel seien angekommen, er könne sie aber nicht bekommen, denn seine Papiere lägen auf dem geschlossenen deutschen Konsulat in Nancy, dessen Bedienstete seien nach Deutschland abgereist. Auf einer späteren Rechnung vom 23. Januar 1941 wurde von der Spedition Standgeld für 542 Tage berechnet und der Rechtsanwalt folgerte, dass, falls der Möbelwagen schon einige Zeit vor der Versendung in Karlsruhe gepackt stand, er Anfang 1941 noch in Nancy gewesen sei, ob leer oder beladen wisse man natürlich nicht. Für die rechtmäßigen Besitzer hatte er längst jegliche Bedeutung verloren.
Etwa im Juni 1939 war Nathan nach Nancy zu seinem Bruder David Hagenauer und dessen Sohn Josef Hagenauer, Rue Eckman, Chatrian 22 ausgewandert und kurz darauf bei Kriegsausbruch, wenige Wochen nach dem Tod des Bruders David, wurde er von französischen Behörden verhaftet. Er soll angeblich in den Lagern Limoges und St. Germain gewesen sein, in Gurs war er vom 24. Juni 1940 bis 6. August 1942.
Am 10. August 1942 wurde Nathan Hagenauer mit dem ersten Transport badischer und saarpfälzer Juden aus Gurs von Drancy ins Konzentrationslager Auschwitz verbracht und dort ermordet.
Seine Ehefrau Thekla wurde am 31. August 1942 von Drancy nach Auschwitz deportiert, dort kam sie am 15. September 1942 ums Leben.

Epilog
Als Holocaust (vollständig verbrannt) oder Shoah (das „Unheil“ oder „die Katastrophe“) wird der Völkermord an 5,6 bis 6,3 Millionen Menschen bezeichnet, die das Deutsche Reich in der Zeit des Nationalsozialismus als „ Juden“ definierte. Der vom NS-Regime propagierte Antisemitismus zielte auf die vollständige Vernichtung der europäischen Juden, von 1941 bis 1945 systematisch durchgeführt, ab 1942 auch mit industriellen Methoden.

Große Zahlen werden unvorstellbar und abstrakt,
Namen machen Geschichte vorstellbar
und sie können erinnern an die Menschen hinter den Zahlen,
geben ihnen manchmal ein Gesicht.

Diese Biografie will erinnern an das Schicksal der in Karlsruhe ansässigen Familie Hagenauer und die um ihr Leben gebrachten
David Hagenauer, gestorben im Exil am 25. Juli 1939
Nathan Hagenauer, ermordet in Auschwitz im August 1942
Thekla Hagenauer, ermordet in Auschwitz im September 1942.

Zu den Opfern der Nazi-Diktatur zählen weitere enge Familienangehörige von David und Meta, von Nathan und Thekla Hagenauer:

Albert Hagenauer, gestorben im Exil in Frankreich am 19. Dezember 1944;
Karl Hochstetter, Witwer von Bertha Hagenauer, umgekommen 28. April 1942 in Gurs;
Erna Krieger, geborene Hochstetter, Tochter von Bertha geb. Hagenauer, ermordet 10. August 1942 in Auschwitz;
Julchen Süß, geborene Hochstetter, Tochter von Bertha geb. Hagenauer, Freitod vor Abtransport nach Theresienstadt am 14. Februar 1945;
Nanette Fuchs, Schwiegermutter von Leopold Hagenauer, 17. November 1940 in Gurs;
Gustav Hagenauer, ermordet 7. März 1944 in Auschwitz;
Selma Hagenauer, geborene Simon, Ehefrau von Gustav, ermordet März 1944 in Auschwitz;
Heinz Ludwig Hagenauer, Sohn des Gustav, ermordet März 1944 in Auschwitz;
Hermann Hagenauer, ermordet in Auschwitz vermutlich am 5. August 1944.

(Christa Koch, November 2013)