Grabstein zum Gedenken an die ermordeten Karlsruher Juden

Vorwort

Nach der Volkszählung vom 16. Juni 1933 wurden 3.358 Juden in Karlsruhe, Durlach und Grötzingen erfasst. Von ihnen fanden über 1.000 Menschen den Tod. Die Nationalsozialisten unterschieden - entsprechend ihrer rassistischen Weltanschauung - nicht zwischen Angehörigen jüdischen Glaubens, den zu anderen Konfessionen Konvertierten und den sich als Freidenker oder Atheisten begreifenden Menschen.

Das "Gedenkbuch" ist diesen über 1.000 jüdischen Karlsruherinnen und Karlsruher gewidmet, die als Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft ermordet wurden. Nach Diskriminierung, Ausgrenzung und Ausraubung folgten für sie die Deportation und schließlich für die meisten der Tod in den Vernichtungslagern im Osten. Das "Gedenkbuch" erweitert die Gedenkliste, die vom Stadtarchiv Karlsruhe 1988 herausgegeben wurde. Als Datenbank- und Informationssystem ermöglicht es Recherchen nach Suchkriterien wie Namen, Geburtsorten, Berufen, Adressen oder Deportationsorten der Betroffenen. Das "Gedenkbuch" ist nicht abgeschlossen, sondern ein laufender Prozess öffentlicher Teilnahme. Für möglichst viele der Toten soll im Laufe der Zeit eine Biographie geschrieben werden. Diese einzelnen Lebensläufe werden von den Nachgeborenen in Respekt vor den Toten und als Form aktiven Gedenkens verfasst. So wächst das "Gedenkbuch" nach und nach an.

Aufgerufen sind alle Karlsruherinnen und Karlsruher Bürger, ob in Gruppen oder einzeln, eine "Patenschaft" zu übernehmen, eine Biographie zu verfassen und dem "Gedenkbuch" einzufügen. Dieses wird dadurch zum öffentlichen Ausdruck einer Teilnahme am Schicksal derjenigen, die namenlos vergessen werden sollten. Das "Gedenkbuch" ist Bestandteil der Erinnerungskultur in Karlsruhe. Die fachliche Anleitung, Quellen- und Literaturhinweise und in Einzelfällen die Vermittlung von Kontakten zu überlebenden oder Angehörigen übernimmt das

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