Aus dem Fotoalbum

Bild 1
Großansicht des Bildes
[Bild 1 von 1]
Hedwig Hanauer, 1938. Porträt in der nationalsozialistischen "Judenkennkarte"

Personendaten

Hedwig Hanauer

Nachname: Hanauer
geborene: Epstein
Vorname: Hedwig
Geburtsdatum: 9. Januar 1894
Geburtsort: Eichstetten/Emmendingen (Deutschland)
Familienstand: verheiratet
Eltern: David Levi (15.10.1850-11.2.1916) und Marie (25.5.1856-12.11.1924), geb. Rotschild, E.
Verwandtschaftsverhältnis: Ehefrau von Ferdinand H.;

Mutter von Dieter und Hans Siegfried und Ruth
Adresse: Kriegsstr. 19
Kaiserstr. 118
Hirschstr. 35
Kronenstr. 15
Beruf: Hausfrau
Deportation: 22.10.1940 nach Gurs (Frankreich)
2.9.1942 von Drancy nach Auschwitz (Polen)
Sterbeort: Auschwitz (Polen)

Biographie

Über das Leben der Familie Hanauer

Die Hanauers, eine gutbürgerliche Familie, lebten zufrieden mit ihren drei Kindern in Karlsruhe bis zu dem Zeitpunkt, als Ferdinand Hanauer bedingt durch die Repressionen des „Dritten Reichs“ seine Arbeit verlor und schließlich die Familie auseinandergerissen wurde. Die Eltern starben im Konzentrationslager, die Kinder konnten gerettet werden. Der heute 88-jährige älteste Sohn erzählt in Interviews und Vorträgen über die schrecklichen Erlebnisse und Auswirkungen.

Ferdinand Hanauer
Ferdinand Hanauer wurde am 5. November 1881 in Westheim in Bayern geboren, er hatte noch drei Geschwister. Er besuchte in Göppingen bis zur achten Klasse die Moritz-Schule, eine Oberrealschule, lernte dort Englisch und absolvierte die Mittlere Reife. Über seine Jugend liegen keine weiteren Informationen vor, auch nicht, was er beruflich lernte. Den Ersten Weltkrieg erlebte er als Soldat an der Front, eingezogen wurde er am 1. April 1915 und erreichte den Dienstgrad Vizefeldwebel. Erst knapp 13 Monate nach Kriegsende, am 7. Dezember 1919, kehrte Hanauer zurück. Wie es ihm ergangen war, was er erlebte und warum er ein Jahr später erst zurückkam, ist nicht bekannt.
Der Beruf führte Ferdinand Hanauer 1924 nach Karlsruhe. Er arbeitete als Handelsreisender bei der damaligen Herrenkleider- und Uniformfabrik L. Ritgen, in der Adlerstr. 26. Gelebt hat er zu dieser Zeit in der Kriegsstraße 192.
Der Inhaber der Firma war zu diesem Zeitpunkt Heinrich Hirsch (geboren 1879), ein Jude. Er wanderte bereits 1934 aus. Die Firma ging in andere Hände über, wurde während des Krieges zur Fabrik für Heeres-, Polizei-, Sanitäts-, Feuerwehr-, Kolonial-Behörden und Industrie-Bedarf und ab 1951 schließlich zur Bekleidungsfabrik, Leder- und Segeltuchausrüstungen L. Ritgen.

Heirat von Hedwig Epstein und Familienleben
In Karlsruhe lernte Ferdinand Hanauer auch seine Frau Hedwig Epstein kennen, sie lebte in der Kriegsstraße 19. Hedwig, geboren am 9. Januar 1894 in Eichstetten/Emmendingen, war das elfte Kind von David Levi (geboren am 15. Oktober 1850, gestorben am 11. Februar 1916) und Marie Epstein, geborene Rotschild (geboren am 25. Mai 1856, gestorben am 12. November 1924). Epstein war Handelsmann und Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Emmendingen. Ferdinand und Hedwig Hanauer bekamen zusammen drei Kinder, ein Mädchen und zwei Jungs. Als erstes wurde Tochter Ruth geboren, am 23. November 1926 in Karlsruhe.
Aufgrund des Familienzuwachses zog die junge Familie 1927 in eine größere Wohnung in die Kaiserstraße 118. Drei Jahre später am 9. August 1930 folgte das zweite Kind, Hans Siegfried. Der jüngste im Bund, Dieter, wurde am 16. April 1932 geboren. 1933 zog die nun fünfköpfige Familie in die Hirschstraße 35.
Hedwig Hanauer war eine sehr fürsorgliche Mutter und Hausfrau. Die Familie verlebte harmonische und unbeschwerte Jahre. An den Wochenenden unternahmen sie oft gemeinsame Ausflüge mit der Bahn in den Schwarzwald.

Die erste schwere Zeit kam 1935 bedingt durch die Auswirkungen der Nürnberger Gesetze. Am 15. September 1935 wurden vom Berliner Reichstag die sogenannten „Nürnberger Gesetze“ verabschiedet – sie waren Grundlage für die Diskriminierung und Verfolgung der jüdischen Bevölkerung in Deutschland. Diese Gesetze bestanden aus drei Einzelgesetzen: dem „Rechtsflaggengesetz“, dem „Reichsbürgergesetz“ und dem sogenannten „Blutschutzgesetz“. Das „Reichsflaggengesetz“ erhob die Farben Schwarz-Weiß-Rot zu den Nationalfarben und die Hakenkreuzfahne wurde zur Nationalflagge. Das „Reichsbürgergesetz“ teilte die Deutschen in „Staatsbürger“ und „Reichsbürger“ auf: Nur Angehörige „deutschen und artverwandten Blutes“ sollten einen Anspruch auf volle Bürgerrechte haben. Juden hingegen konnten lediglich Staatsbürger des Deutschen Reichs sein ohne politische Rechte. Sie waren damit keine Reichsbürger, durften keine öffentlichen Ämter haben und verloren jegliches Stimmrecht. Als Jude galt fortan, wer drei jüdische Großeltern hatte, der jüdischen Glaubensgemeinschaft angehörte oder mit einem sogenannten „Volljuden“ verheiratet war. In einer ergänzenden Verordnung wurde im November genau festgelegt, wann jemand als „Volljude“, „Halbjude“ oder als „Vierteljude“ zu bezeichnen war.
Durch das Blutschutzgesetz „Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“ wurden die Beziehungen zwischen jüdischen und nichtjüdischen Deutschen bestimmt. Dieses dritte Gesetz stellte die Eheschließung zwischen Juden und „Staatsangehörigen deutschen Blutes“ unter Strafe.

Nach der Verkündung der Nürnberger Gesetze 1935 folgten weitere Gesetze und Verordnungen, die das Leben aller Juden sehr einschränkten. Auch Ferdinand Hanauer verlor aus diesem Grund seine Arbeit als Handlungsvertreter bei der Firma L. Ritgen. Er hatte das Glück, bei der Israelitischen Religionsgemeinschaft, das war die liberale Jüdische Gemeinde, eine Arbeitsstelle zu erhalten, die er zum 1. September 1936 antreten konnte. Zunächst auf Probe arbeitete er als Hausmeister der gemeindeeigenen Einrichtungen neben der Synagoge in der Kronenstraße, wozu auch ein Jugendheim und Lehrhaus gehörten. Die Hausmeisterstelle war verbunden mit einer Dienstwohnung in diesem Gebäude, der Kronenstraße 15.
Ob Ferdinand Hanauer die Arbeit gern gemacht hatte, ist aus den Aufzeichnungen nicht ersichtlich. Festgehalten ist einmal, dass er am 21. April 1937 den Sohn des Gemeindevorsitzenden „in brutalster Weise“ geschlagen haben soll, woraufhin er eine Verwarnung erhielt. Und dass sein Verdienst anfänglich 110 und später 140 Reichsmark betrug. Das war deutlich weniger als er davor als Handelsreisender verdiente, auch die freie Dienstwohnung berücksichtigt. Die Familie musste sich sehr einschränken. Dennoch versuchte Hedwig Hanauer es so gut wie es ging, ein unbeschwertes Familienleben aufrechtzuerhalten.
Hans Siegfried Hanauer erinnert sich daran, wie er in dieser Zeit als Sechsjähriger von anderen Jungs gejagt und schikaniert wurde. Sie riefen ihm hinterher: „Lauf, dreckiger Jude, lauf!“. Auch kann er sich daran erinnern, dass Hitler manchmal Karlsruhe besuchte und die große jubelnde, begeisterte Menschenmenge ihn sehr einschüchterte.
Bis 1938 hatten die deutschen Juden nahezu alle Menschenrechte verloren, und mit der Reichspogromnacht in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 begann der Terror gegen sie.

Die Familie wird auseinandergerissen
In jener Nacht kam auch das Unglück zur Familie Hanauer. Hans Siegfried und Dieter Hanauer schliefen im Mansardenzimmer. Sie wachten durch Geräusche mitten in der Nacht auf und sahen aus dem Fenster, dass Männer Thora, heilige Schriften und Stühle in ein Lagerfeuer warfen und mit Benzinkanistern in die Synagoge liefen und diese in Brand steckten. Voller Sorge und Angst stiegen sie herunter in die elterliche Hausmeisterwohnung und mussten feststellen, dass auch hier alles zertrümmert, zerbrochen, niedergetrampelt und kaputtgeschlagen war. Hans Siegfried rannte auf die Straße, sah dort viele jüdische Geschäfte, deren Schaufenster eingeschlagen waren und in Flammen standen. Er entdeckte seinen Vater auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Zwei Polizisten standen bei ihm und er zischte Hans Siegfried zu, dass er schnell fortrennen solle zu seiner Tante Anna. Hans Siegfried gehorchte und rannte wie besinnungslos zwei Kilometer (Kaiserallee 37) zu seiner Tante in Sicherheit.

Ferdinand Hanauer wurde in dieser Nacht zusammen mit über 250 männlichen Juden von der Gestapo verhaftet und am 11. November 1938 im Konzentrationslager Dachau in Bayern registriert. Mit dieser Aktion wollten die Nationalsozialisten die Juden einschüchtern und erreichen, dass sie „freiwillig“ das Land verlassen. Ferdinand Hanauer wurde gemäß dem Zu- und Abgangsbuch am 23. Dezember 1938 aus Dachau entlassen. Er erinnert sich daran, dass der Vater völlig verändert war. Ein gebrochener Mann, der seitdem öfter am Tag teilnahmslos auf der Couch lag.
Ruth, die Tochter der Hanauers, konnte unmittelbar nach der Reichspogromnacht noch 1938 mithilfe eines sogenannten Kindertransports nach England in Sicherheit kommen. Nachdem Berichte über die Reichskristallnacht das Ausland erreichten, beschloss die englische Regierung wenige Tage danach, verfolgte jüdische Kinder aufzunehmen. Weil es aber in England zu dieser Zeit auch viele Arbeitslose gab und man vor der Zahl der Flüchtenden und dem dadurch folgenden Fremdenhass schreckte, wurde den Eltern die Einreise nicht genehmigt – die Kinder mussten allein kommen. Eine Bedingung war außerdem, dass keine staatlichen Mittel beansprucht werden sollten, so mussten in England lebende Verwandte oder Hilfsorganisationen für jedes Kind eine Garantiesumme von 50 englischen Pfund hinterlegen. Am 30. November 1938 fuhr der erste Zug mit 196 Kindern aus Berlin zum holländischen Hafen Hoek van Holland. Dort ging es mit dem Schiff nach Harwich und weiter mit dem Zug nach London. Zwischen Dezember 1938 bis zum Kriegsbeginn im September 1939 retteten die Kindertransporte circa 10.000 jüdische Kinder im Alter bis zu 17 Jahren aus Deutschland, Österreich, Polen und der damaligen Tschechoslowakei. Organisiert wurden die Rettungsreisen unter anderem von den jüdischen Gemeinden, der Anglikanischen Kirche und der Glaubensgemeinschaft der Quäker.

Ferdinand, Hedwig und die beiden Söhne Hans Siegfried und Dieter wurden am 22. Oktober 1940 nach Frankreich deportiert. Den jüdischen Feiertag Sukkoth hatten die Nationalsozialisten bewusst ausgewählt für die Deportation von mehr als 6.500 Juden aus Baden, der Pfalz und dem Saarland.
Hans Siegfried weiß noch genau, wie die Gestapo an ihrer Haustür klopfte, sie schroff aufforderte eine Tasche zu packen, Essen für drei Tage vorzubereiten und nicht mehr als zehn Mark pro Kopf mitzunehmen. Eine Stunde später wurden sie zusammen mit 900 Juden durch die Kaiserstraße in Karlsruhe zum Hauptbahnhof getrieben. Viele Schaulustige sahen dabei zu, besonders eindrücklich war für ihn die bedrückende, betretene Stille. Niemand kam zur Hilfe, niemand griff ein, niemand unterstützte Gehschwache oder hilfsbedürftige ältere Menschen.
Nach einer mehrstündigen Wartezeit am Karlsruher Hauptbahnhof wurden sie schließlich in Wagen der vierten Klasse verladen, spartanisch ausgestattet, spöttisch im Volksmund „Holzwagenklasse“ genannt. Während der Zugfahrt erhielten die Deportierten nichts zu essen oder zu trinken. Bewaffnete Soldaten hinderten sie daran, den Zug zu verlassen. Nach drei unsäglich langen Tagen kamen sie in Frankreich im „Camp de Gurs“ an, ca. 80 Kilometer über Straßen von der spanischen Grenze am Fuß der Pyrenäen entfernt. Dort wurden die Menschen in Gruppen aufgeteilt: getrennt nach dem Geschlecht kamen die Männer und Frauen in Baracken. Der zehnjährige Hans Siegfried und der achtjährige Dieter durften zunächst bei ihrer Mutter Hedwig und ihrer Tante Anna bleiben. Hedwig meldete sich zur Arbeit in der Lagerküche, um so besser für Nahrung für ihre Kinder sorgen zu können. Besonders schlimm hat Hans Siegfried in Erinnerung, wie verschlammt das Lager Gurs war und dass jeden Tag Menschen, besonders ältere, im Schlamm festsaßen. Zum Vater, Ferdinand Hanauer, hatten sie keinen Kontakt mehr.
Das Lager in Gurs füllte sich innerhalb weniger Tage auf über 13.000 Menschen, da noch weitere Juden aus Frankreich sowie aus dem aufgelösten Lager St. Cyprien nach Gurs gebracht wurden. Durch Stacheldraht zur Außenwelt abgesperrt, waren die Gefangenen auf einer Fläche von etwa drei Quadratkilometer eingesperrt. Das Lager bestand aus etwa 38 Baracken, die weder sanitäre Anlagen noch Trennwände hatten. Statt Fenster gab es unverglaste Lichtluken, die durch Holzklappen verschlossen wurden. In einer Baracke waren anfangs etwa 50 bis 60 Menschen. Das Lager befand sich auf Schwemmlandboden des Flüsschens Gave d’Oloron – der ton- und lehmhaltige Boden ist bei Nässe sumpfig.
Zum Alltag in Gurs gehörte das Sterben. Insgesamt starben 1.038 Menschen dort, bedingt durch die mangelhafte Hygiene, die miserable Ernährung und die schlechte medizinische Versorgung.
Die Folgen waren Epidemien, wie Ruhr, Typhus und Tuberkulose oder eine ansteckende Gehirnhautentzündung. Begraben wurden die Toten auf dem Friedhof am Ende des Lagers. Dieser stand fast immer unter Wasser.

Zum Glück von Hans Siegfried und Dieter wurde die Unterstützungsarbeit der Quäker im Internierungslager Gurs ab Januar 1941. Sie und das international tätige jüdische Kinderhilfswerk OSE (Oeuvre de secours en Enfants) konnten zumindest einige Kinder aus Gurs retten, darunter auch die beiden Jungs.

Im Lager wurde eine Kindertagesstätte eingerichtet. Die junge Quäkerin Alice Resch muss dabei sehr viel Gutes für die Kinder getan haben. Nach drei Wochen schaffte sie die ersten Kinder aus dem Lager, darunter Dieter. Er kam am 3. Februar 1941 in das „Chateau du Masgelier“, ein Kinderheim. Von dort erfolgte die erste Rettungsaktion in die USA. Hans Siegfried musste noch bis zum 24. Februar in Gurs bleiben. Er konnte zusammen mit anderen Kindern über das Kinderheim Aspet mit dem letzten Rettungstransport in die USA gerettet werden. Kurz vor seinem 11. Geburtstag ging die Reise los - zunächst mit dem Zug nach Portugal und dann per Schiff in die USA, Alice Resch begleitete sie. Besonders schmerzhaft für die Kinder war, dass sie ihre Eltern zurücklassen mussten und nun auf sich allein gestellt waren.

Ermordung der Eltern
Die Eltern Hedwig und Ferdinand Hanauer hatten leider kein Glück. Auf der sogenannten Berliner „Wannseekonferenz“ im Januar 1942 wurde die Umsetzung der „Endlösung der Judenfrage“ im Deutschen Reich und den bis dahin besetzten Gebieten in Europa festgelegt. Ab Ende Juli 1942 begannen die planmäßigen Transporte in die Todeslager aus Frankreich. Ferdinand und Hedwig kamen zunächst am 7. Mai 1942 zusammen mit anderen 50 Häftlingen in das Lager Pont de Manne, Nähe Valence im Département Drôme. Dieses Lager war unter Aufsicht der französischen Gendamerie und nicht ganz so streng reglementiert wie die anderen großen Lager. Es befand sich in einem umfunktionierten Bauern-Gehöft. Aber von dort wurden sie am 2. September 1942 getrennt auf Lastwagen geladen und unter der Transportnummer 27 über das Transitlager Drancy bei Paris ins KZ Auschwitz überführt.
Von da an gibt es keine Spur mehr von ihnen. Sie wurden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gleich nach der Ankunft in Auschwitz vergast.

Das Leben der Waisen in den USA
Hans Siegfried und Dieter Hanauer wurden in den USA von dem Ehepaar Inez und David Myers aufgenommen und später adoptiert. Dieter hieß seitdem Dieter Hanauer Myers. Er studierte und promovierte, heiratete und bekam mit seiner Frau Barbara Myers drei Kinder: Alys, Richard und Chet. Dieter starb am 18. August 2016 in Cleveland Heights, Ohio.

Hans Siegfried Hanauer änderte nach seiner Adoption seinen Namen und heißt seit dem
29. Januar 1952 Hal Hanauer Myers. Hal trat 1957 der US Air Force als Soldat bei, studierte und wurde Chemieingenieur. Er lebt mit seiner Frau Nora Myers in North Carolina. Er und Nora haben zwei Söhne: Robert und Andrew.
Ruth Hanauer hat nach dem Krieg den Weg zu ihren Brüdern gefunden. Sie kam 1950 nach New York, wurde zunächst Sekretärin, arbeitete dort als Verkäuferin und später als Buchhalterin. Ruth Hanauer starb am 25. April 2011 in Beachwood, Ohio.

Epilog
Als erwachsener Mann hatte Hal nochmals die Möglichkeit, Alice Resch zu treffen und sich bei ihr zu bedanken.
Hal Myers hat es sich zur Aufgabe gemacht, sich gegen das Vergessen dieser schrecklichen Zeit einzusetzen. Ihn treibt die Sorge, dass Diskriminierungen gegen Menschen immer unser Leben begleiten werden. Viele Interviews und Vorträge in Schulen und Instituten hat er in den USA gegeben, in denen er über seine Erlebnisse berichtet.
Ein Kontakt zu ihm war leider nicht möglich. Aber dank seiner Interviews und Vorträge, von denen ein paar über Internet zugänglich sind, konnte zusammen mit den wenigen Informationen aus dem Stadt- und Generallandesarchiv das Leben der Familie Hanauer zusammengestellt werden. Damit sie nie in Vergessenheit geraten.

(Vianne Thomas, 12. Klasse, Lessing-Gymnasium, Oktober 2018)


Quellen und Literatur
- Stadtarchiv Karlsruhe: „Judenkennkarte“, 1/AEST 1237; Vereinsmitgliedschaft: 1/AEST 36; Anstellungsverhältnis Jüdische Gemeinde: 8/StS 17/321, 71, 85, 29, 30 und 42.
- Archiv Gedenkstätte Dachau, Zu- und Abgangsbuch 1938.
- Landesarchiv Baden-Württemberg-Generallandesarchiv: „Wiedergutmachungsakten“ 480/6500, 13864, 13868 und 24843.
- Ortsfamilienbuch Eichstetten/Baden, Eichstetten 2002.
- Josef Werner: Hakenkreuz und Judenstern. Das Schicksal der Karlsruher Juden im Dritten Reich. Hrsg Stadtarchiv Karlsruhe, 2. überarb. und erw. Auflage 1990, S. 469.
- Stadt Karlsruhe: Adressbücher 1923 – 1940.
- Stadt Karlsruhe: Standesregister.
- Shoa Foundation: Interview Nr. 4141; www.zeugendershoah.de.
- United States Holocaust Memorial Museum: Interview Accession Number 2014.37.17.
- www:collections.ushmm.org/search/catalog/irn78763 (Zugriff 6.10.2018).
- www:judentum.net/kultur/kindertransporte.htm (Zugriff 6.10.2018)
- www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/68999/1935-nuernberger-gesetze-treten-in-kraft-14-09-2010 (Zugriff 6.10.2018).
- www.lpb-bw.de/publikationen/helllichten/tag05.htm (Zugriff 6.10.2018).
- YouTube: Hal Myers story: Hal Myers Over the Mountains to Safety.
ww.youtube.com/watch?v=7_RXmKIaMfA&index=1&list=PL_fMIWKr6Jjb7cRD1ZIcB6pYCO11gVovm (Zugriff 30.7.2018).
- www.legacy.com/obituaries/name/ruth-hanauer-obituary?pid=157639628 (Zugriff 30.7.2018).
- www.legacy.com/obituaries/name/dieter-myers-obituary?pid=181420535 (Zugriff 30.7.2018).